BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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1. THESSALONICHER

1. Thessalonicher 3,6-10

6 Nun aber, da Timotheus zu uns von euch gekommen ist und uns verkündigt hat euren Glauben und eure Liebe, und daß ihr unser gedenket allezeit zum besten und euch verlangt, uns zu sehen, wie denn auch uns nach euch, 7 da sind wir, liebe Brüder, getröstet worden an euch in aller unsrer Trübsal und Not durch euren Glauben; 8 denn nun sind wir lebendig, wenn ihr stehet im HERRN. 9 Denn was für einen Dank können wir Gott vergelten um euch für alle diese Freude, die wir haben von euch vor unserm Gott? 10 Wir bitten Tag und Nacht gar sehr, daß wir sehen mögen euer Angesicht und erstatten, so etwas mangelt an eurem Glauben.

Timotheus war mit guter Botschaft von dem Glauben und der Liebe der Thessalonicher nach Korinth zurückgekehrt, wo Paulus selbst in mancherlei Drangsal stand durch die Feindschaft der Juden. Es waren die Tage, in welchen der Herr eines Nachts zu Paulus sprach: „Fürchte dich nicht, sondern rede und schweige nicht! Denn ich bin mit dir, und niemand soll dich angreifen, dir Übles zu tun; denn Ich habe ein grosses Volk in dieser Stadt.“ (Apg 18,9-10).

Apostelgeschichte 18,9-10 -- 9 Es sprach aber der HERR durch ein Gesicht in der Nacht zu Paulus: Fürchte dich nicht, sondern rede, und schweige nicht! 10 denn ich bin mit dir, und niemand soll sich unterstehen, dir zu schaden; denn ich habe ein großes Volk in dieser Stadt.

Alles, was Timotheus aus Thessalonich berichtete, erquickte den Apostel. Welch tiefer Dank entströmt seinem Herzen für die Bewährung der Gläubigen! Dennoch begehrte er, persönlich nach Thessalonich zu kommen, um zu vollenden, was an ihrem Glauben mangelte. Er wünschte, nicht ein halbes Werk an ihnen getan zu haben, sondern sie zurückzulassen als wohlgerüstete und bewährte Streiter für den Herrn. Sie waren noch schwach in der Erkenntnis und Erfahrung, denn sie waren noch jung im Glauben; doch hat er viel Ermutigung, Lob und Dank im Blick auf diese Geschwister. Sein von Liebe überströmendes Herz redet viel von dem, was fehlte. Der Heilige Geist lehrte ihn, die Gläubigen in so viele Drangsal zu ermutigen, nicht zu entmutigen. Wir finden etwas Ähnliches in den sieben Sendschreiben; da, wo die tiefsten Prüfungen sind: In Smyrna, in Philadelphia hat der Herr nur Anerkennung und Ermutigung, aber ernsten Tadel bei Laodicäa, wo man in Weltförmigkeit dahinging. Liebevolle Eltern trösten und ermutigen ihre Kinder in Tagen der Schmerzen – so handelte auch Paulus, so handelt der Herr; da haben wir zu lernen!

(Freitag 2. November 1917)

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