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1. Thessalonicher 3,1-5
1 Darum haben wir's nicht weiter wollen ertragen und haben uns lassen wohlgefallen, daß wir zu Athen allein gelassen würden, 2 und haben Timotheus gesandt, unsern Bruder und Diener Gottes und unsern Gehilfen im Evangelium Christi, euch zu stärken und zu ermahnen in eurem Glauben, 3 daß nicht jemand weich würde in diesen Trübsalen. Denn ihr wisset, daß wir dazu gesetzt sind, 4 und da wir bei euch waren, sagten wir's euch zuvor, wir würden Trübsale haben müssen; wie denn auch geschehen ist und ihr wisset. 5 Darum habe ich's auch nicht länger ertragen und ausgesandt, daß ich erführe euren Glauben, auf daß nicht euch vielleicht versucht hätte der Versucher und unsre Arbeit vergeblich würde.
Durch den von den Juden hervorgerufenen Aufruhr war Paulus genötigt worden, Thessalonich zu verlassen und nach Beröa zu gehen, von wo er bald nach Athen reiste. (Vergl. Apgesch. 17.) Unterdessen wütete die heftige Verfolgung gegen die Gläubigen zu Thessalonich fort. Paulus hatte ihnen vorher gesagt, daß sie Drangsale haben würden. Jetzt war er väterlich besorgt um die Schäflein der Herde Jesu in ihrer Not. Um sie in ihren Schwierigkeiten zu stärken und zu ermuntern, hatte Paulus den Timotheus von Athen nach Thessalonich gesandt, „auf daß niemand wankend werde in diesen Drangsalen“. Die jungen Christen in Thessalonich hielten jedoch durch Gottes Gnade stand und wurden in allen Schwierigkeiten bewährt. - In den Tagen der kleinen Kraft, in welchen wir leben, sind im allgemeinen die Proben nicht so schwer wie bei den Thessalonichern, aber die Herzensstellung der Gläubigen zu den Trübsalen, die Gott ihnen sendet, ist oft eine verkehrte. Der Geist der Weltförmigkeit und Weltfreundschaft hat die Gedanken der Gläubigen so durchdrungen, daß viele unter ihnen begehren, schon hier auf Erden immer auf Rosen zu wandeln. Dies sind aber nicht die göttlichen Linien des Christenlaufes. Laßt uns fragen, ob wir willig sind, mit Freuden für Jesum zu leiden? (Lies 1. Petr. 4,12.13.)
(Donnerstag 1. November 1917)