BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1934
Oktober 1934

Montag, den 15. Oktober 1934


2. Mose 24,12-18

Mose wird nunmehr auf den Berg zu Gott gerufen, um die Gesetzestafeln für das Volk zu empfangen - vor allem die genauen Vorschriften zur Herstellung der Stiftshütte! - Josua, der Diener des Mose, hat das Vorrecht, mit ihm hinaufzusteigen und dort in ehrfurchtsvoller Entfernung zu verharren während der ganzen Zeit, da Gott mit Mose redete. Welch hohe Gnade, wenn man schon frühe hineingezogen wird in die Verborgenheit der Gegenwart Gottes - wenn man schon frühe lernt, stille zu sein und zu harren auf Seine Befehle! Hier lagen für Josuas späteren Kampf und Dienst die Quellen der Kraft und der Unterweisung! - Unreife und ungeheiligte Gotteskinder hegen Furcht, wenn sie etwas vernehmen von ganz naher und heiliger Gemeinschaft mit Gott. Gott aber will durch die Offenbarung Seiner Liebe alle Furcht aus ihrem Herzen vertreiben und statt dessen ein inniges Sehnen, ein heiliges Vorwärtsstreben in ihnen wecken; denn auch sie sollen kostbare Stufen der Erkenntnis und Reife - der Gnade und Herrlichkeit erlangen! - Ehe Mose hinaufsteigt, beauftragt er Aaron und Hur, ihn bei dem Volke zu vertreten. Zu Aarons Unterstützung sollen auch die 70 Ältesten an ihrem bevorzugten Platz verharren, bis Mose zurückgekehrt sein würde vom Berg. - Als Mose hinaufsteigt, bedeckt die Wolke, dieses wohlbekannte Zeichen der Gegenwart und Herrlichkeit Gottes, den Berg. [Vgl. 2. Mos. 13,21.22; 14,24; 16,10!] - Sechs Tage lang wartete Mose nun schweigend seines Gottes. Viel redet die Schrift von solchem Harren und Warten und Stillewerden vor Gott: „Voll Sehnsucht habe ich auf den Herrn geharrt, und Er hat Sich zur mir geneigt und mein Schreien gehört. Er stellte meine Füße auf Felsengrund und machte meine Schritte fest und sicher. In meinen Mund hat Er ein neues Lied gelegt, einen Lobgesang für unseren Gott. Das werden viele sehen und eine heilige Furcht empfinden und dem Herrn gleichfalls vertrauen! [Vgl. Ps. 42,5.11 (Luth. 6.12); Ps. 52,8.9 (Luth. 10.11); Jes. 30,18; 64,4.5 (Luth. 3.4).] - Ja, es wird unseren Mitmenschen und Mitgeschwistern nicht verborgen bleiben, wenn wir in der lichten Gegenwart Gottes weilen und neue Offenbarungen Seiner Liebe und Herrlichkeit empfangen. Diese werden uns ja nicht nur um unseretwillen gegeben, sondern vor allem für die, denen wir dienen: „Bedenke diese Dinge sorgfältig - lebe in denselben, damit deine Fortschritte allen offenbar werden! Beharre in diesen Dingen (d. h. in den Dingen Gottes)! Wenn du das tust, dann wirst du dich selbst und auch deine Hörer zum Heil führen!“ - Viel sollte Mose in den 40 Tagen und 40 Nächten auf dem Berge empfangen für das Volk, und wunderbar erstrahlte sein Angesicht später, als er zu ihnen zurückkehrte! [Lies 2. Mos. 34,29.30.] - Am siebenten Tage rief Gott ihn, und Mose durfte noch näher treten - mitten in die Wolke hinein; ja, auf die Spitze des Berges durfte er nun steigen: „Und Mose war auf dem Berge bei Gott 40 Tage und 40 Nächte.“ Er nahm den ganzen Plan, denn Gott ihm offenbarte, in seinen Geist auf und konnte hernach ins Lager zurückkehren, um ihn seinen Brüdern kundzutun: „Verkündigen will ich Deinen Namen meinen Brüdern, inmitten der Gemeinde will ich dich loben!“ - Solche Werkzeuge braucht Gott auch heute - Seelen, die zu ganz naher, vertrauter Gemeinschaft mit Ihm heranreifen - die willig sind, sich von allen eigenen Gedanken und vorgefaßten Meinungen zu lösen - die sogar bereit sind, sich von der ihnen anvertrauten Arbeit weg von Gott beiseite nehmen zu lassen, um hernach mit dem Bauplan Seines geistlichen Tempels hervorzutreten und mit gottgeschenkter Gewißheit sagen zu können: „So spricht der Herr!“ (Lies aufmerksam 1. Kor. 2,6-16; Jak. 1,25.)

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