BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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DAS ZWEITE BUCH MOSE (Exodus)
D. GESETZ 1: Das Bundesbuch (2. Mose 20-24)

23. Mose steigt auf den Berg, um in des HERRN Herrlichkeitswolke Gesetzestafeln zu erhalten (2. Mose 24,12-18)


2. MOSE 24,12-18

12 Und der HERR sprach zu Mose: Komm herauf zu mir auf den Berg und bleib daselbst, daß ich dir gebe steinerne Tafeln und Gesetze und Gebote, die ich geschrieben habe, die du sie lehren sollst. 13 Da machte sich Mose auf mit seinem Diener Josua und stieg auf den Berg Gottes 14 und sprach zu den Ältesten: Bleibet hier, bis wir wieder zu euch kommen. Siehe, Aaron und Hur sind bei euch; hat jemand eine Sache, der komme vor dieselben. 15 Da nun Mose auf den Berg kam, bedeckte eine Wolke den Berg, 16 und die Herrlichkeit des HERRN wohnte auf dem Berge Sinai und deckte ihn mit der Wolke sechs Tage, und er rief Mose am siebenten Tage aus der Wolke. 17 Und das Ansehen der Herrlichkeit des HERRN war wie ein verzehrendes Feuer auf der Spitze des Berges vor den Kindern Israel. 18 Und Mose ging mitten in die Wolke und stieg auf den Berg und blieb auf dem Berg vierzig Tage und vierzig Nächte.

Mose wird nunmehr auf den Berg zu Gott gerufen, um die Gesetzestafeln für das Volk zu empfangen - vor allem die genauen Vorschriften zur Herstellung der Stiftshütte! - Josua, der Diener des Mose, hat das Vorrecht, mit ihm hinaufzusteigen und dort in ehrfurchtsvoller Entfernung zu verharren während der ganzen Zeit, da Gott mit Mose redete. Welch hohe Gnade, wenn man schon frühe hineingezogen wird in die Verborgenheit der Gegenwart Gottes - wenn man schon frühe lernt, stille zu sein und zu harren auf Seine Befehle! Hier lagen für Josuas späteren Kampf und Dienst die Quellen der Kraft und der Unterweisung! - Unreife und ungeheiligte Gotteskinder hegen Furcht, wenn sie etwas vernehmen von ganz naher und heiliger Gemeinschaft mit Gott. Gott aber will durch die Offenbarung Seiner Liebe alle Furcht aus ihrem Herzen vertreiben und statt dessen ein inniges Sehnen, ein heiliges Vorwärtsstreben in ihnen wecken; denn auch sie sollen kostbare Stufen der Erkenntnis und Reife - der Gnade und Herrlichkeit erlangen! - Ehe Mose hinaufsteigt, beauftragt er Aaron und Hur, ihn bei dem Volke zu vertreten. Zu Aarons Unterstützung sollen auch die 70 Ältesten an ihrem bevorzugten Platz verharren, bis Mose zurückgekehrt sein würde vom Berg. - Als Mose hinaufsteigt, bedeckt die Wolke, dieses wohlbekannte Zeichen der Gegenwart und Herrlichkeit Gottes, den Berg. [Vgl. 2. Mos. 13,21.22; 14,24; 16,10!]

2. Mose 13,21.22 -- 21 Und der HERR zog vor ihnen her, des Tages in einer Wolkensäule, daß er den rechten Weg führte, und des Nachts in einer Feuersäule, daß er ihnen leuchtete, zu reisen Tag und Nacht. 22 Die Wolkensäule wich nimmer von dem Volk des Tages noch die Feuersäule des Nachts. / 2. Mose 14,24 -- Als nun die Morgenwache kam, schaute der HERR auf der Ägypter Heer aus der Feuersäule und Wolke und machte einen Schrecken in ihrem Heer / 2. Mose 16,10 -- Und da Aaron also redete zu der ganzen Gemeinde der Kinder Israel, wandten sie sich gegen die Wüste; und siehe, die Herrlichkeit des HERRN erschien in einer Wolke.

Sechs Tage lang wartete Mose nun schweigend seines Gottes. Viel redet die Schrift von solchem Harren und Warten und Stillewerden vor Gott: „Voll Sehnsucht habe ich auf den Herrn geharrt, und Er hat Sich zur mir geneigt und mein Schreien gehört. Er stellte meine Füße auf Felsengrund und machte meine Schritte fest und sicher. In meinen Mund hat Er ein neues Lied gelegt, einen Lobgesang für unseren Gott. Das werden viele sehen und eine heilige Furcht empfinden und dem Herrn gleichfalls vertrauen! [Vgl. Ps. 42,5.11 (Luth. 6.12); Ps. 52,8.9 (Luth. 10.11); Jes. 30,18; 64,4.5 (Luth. 3.4).]

Psalm 42,6.12 -- 6 Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott! denn ich werde ihm noch danken, daß er mir hilft mit seinem Angesicht. ... 12 Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott! denn ich werde ihm noch danken, daß er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist. / Psalm 52,10.11 -- 10 Ich aber werde bleiben wie ein grüner Ölbaum im Hause Gottes, verlasse mich auf Gottes Güte immer und ewiglich. 11 Ich danke dir ewiglich, denn du kannst's wohl machen; ich will harren auf deinen Namen, denn deine Heiligen haben Freude daran. / Jesaja 30,18 -- Darum harret der HERR, daß er euch gnädig sei, und hat sich aufgemacht, daß er sich euer erbarme; denn der HERR ist ein Gott des Gerichts. Wohl allen, die sein harren! / Jesaja 64,3.4 -- 3 Wie denn von der Welt her nicht vernommen ist noch mit Ohren gehört, auch kein Auge gesehen hat einen Gott außer dir, der so wohltut denen, die auf ihn harren. 4 Du begegnest dem Fröhlichen und denen, so Gerechtigkeit übten und auf deinen Wegen dein gedachten. Siehe, du zürntest wohl, da wir sündigten und lange darin blieben; uns ward aber dennoch geholfen.

Ja, es wird unseren Mitmenschen und Mitgeschwistern nicht verborgen bleiben, wenn wir in der lichten Gegenwart Gottes weilen und neue Offenbarungen Seiner Liebe und Herrlichkeit empfangen. Diese werden uns ja nicht nur um unseretwillen gegeben, sondern vor allem für die, denen wir dienen: „Bedenke diese Dinge sorgfältig - lebe in denselben, damit deine Fortschritte allen offenbar werden! Beharre in diesen Dingen (d. h. in den Dingen Gottes)! Wenn du das tust, dann wirst du dich selbst und auch deine Hörer zum Heil führen!“ - Viel sollte Mose in den 40 Tagen und 40 Nächten auf dem Berge empfangen für das Volk, und wunderbar erstrahlte sein Angesicht später, als er zu ihnen zurückkehrte! [Lies 2. Mos. 34,29.30.]

2. Mose 34,29.30 -- 29 Da nun Mose vom Berge Sinai ging, hatte er die zwei Tafeln des Zeugnisses in seiner Hand und wußte nicht, daß die Haut seines Angesichts glänzte davon, daß er mit ihm geredet hatte. 30 Und da Aaron und alle Kinder Israel sahen, daß die Haut seines Angesichts glänzte, fürchteten sie sich, zu ihm zu nahen.

Am siebenten Tage rief Gott ihn, und Mose durfte noch näher treten - mitten in die Wolke hinein; ja, auf die Spitze des Berges durfte er nun steigen: „Und Mose war auf dem Berge bei Gott 40 Tage und 40 Nächte.“ Er nahm den ganzen Plan, denn Gott ihm offenbarte, in seinen Geist auf und konnte hernach ins Lager zurückkehren, um ihn seinen Brüdern kundzutun: „Verkündigen will ich Deinen Namen meinen Brüdern, inmitten der Gemeinde will ich dich loben!“ - Solche Werkzeuge braucht Gott auch heute - Seelen, die zu ganz naher, vertrauter Gemeinschaft mit Ihm heranreifen - die willig sind, sich von allen eigenen Gedanken und vorgefaßten Meinungen zu lösen - die sogar bereit sind, sich von der ihnen anvertrauten Arbeit weg von Gott beiseite nehmen zu lassen, um hernach mit dem Bauplan Seines geistlichen Tempels hervorzutreten und mit gottgeschenkter Gewißheit sagen zu können: „So spricht der Herr!“ (Lies aufmerksam 1. Kor. 2,6-16; Jak. 1,25.)

1. Korinther 2,6-16-- 6 Wovon wir aber reden, das ist dennoch Weisheit bei den Vollkommenen; nicht eine Weisheit dieser Welt, auch nicht der Obersten dieser Welt, welche vergehen. 7 Sondern wir reden von der heimlichen, verborgenen Weisheit Gottes, welche Gott verordnet hat vor der Welt zu unsrer Herrlichkeit, 8 welche keiner von den Obersten dieser Welt erkannt hat; denn so sie die erkannt hätten, hätten sie den HERRN der Herrlichkeit nicht gekreuzigt. 9 Sondern wie geschrieben steht: "Was kein Auge gesehen hat und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott bereitet hat denen, die ihn lieben." 10 Uns aber hat es Gott offenbart durch seinen Geist; denn der Geist erforscht alle Dinge, auch die Tiefen der Gottheit. 11 Denn welcher Mensch weiß, was im Menschen ist, als der Geist des Menschen, der in ihm ist? Also auch weiß niemand, was in Gott ist, als der Geist Gottes. 12 Wir aber haben nicht empfangen den Geist der Welt, sondern den Geist aus Gott, daß wir wissen können, was uns von Gott gegeben ist; 13 welches wir auch reden, nicht mit Worten, welche menschliche Weisheit lehren kann, sondern mit Worten, die der heilige Geist lehrt, und richten geistliche Sachen geistlich. 14 Der natürliche Mensch aber vernimmt nichts vom Geist Gottes; es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen; denn es muß geistlich gerichtet sein. 15 Der geistliche aber richtet alles, und wird von niemand gerichtet. 16 Denn "wer hat des HERRN Sinn erkannt, oder wer will ihn unterweisen?" Wir aber haben Christi Sinn. / Jakobus 1,25 -- Wer aber durchschaut in das vollkommene Gesetz der Freiheit und darin beharrt und ist nicht ein vergeßlicher Hörer, sondern ein Täter, der wird selig sein in seiner Tat.

(Montag, 15. Oktober 1934)

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