BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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DAS ZWEITE BUCH MOSE (Exodus)
D. GESETZ 1: Das Bundesbuch (2. Mose 20-24)

22. Die Edlen Israels schauen ihren Gott auf dem Berg, und dann essen und trinken sie (2. Mose 24,9-11)


2. MOSE 24,9-11

Da stiegen Mose und Aaron, Nadab und Abihu und siebzig von den Ältesten Israels hinauf 10 und sahen den Gott Israels. Unter seinen Füßen war es wie ein schöner Saphir und wie die Gestalt des Himmels, wenn's klar ist. 11 Und er reckte seine Hand nicht aus wider die Obersten in Israel. Und da sie Gott geschaut hatten, aßen und tranken sie.

Während Mose schon vor dieser Bundesschließung zu jeder Zeit auf den Berg steigen und dem Herrn nahen durfte, war es nun auch Aaron, Nadab und Abihu, sowie 70 von den Ältesten Israels gestattet, auf die Höhe zu kommen. Daß die Söhne Aarons neben den Ältesten zu dieser Feier berufen werden, hat seinen Grund in ihrer künftigen Erwählung zum Priestertum. Die Priester sollten ja eine vermittelnde Stellung zwischen dem Herrn und dem Volke einnehmen, die hier schon vorbereitet wird. „Und sie sahen den Gott Israels; und unter Seinen Füßen war es wie ein Werk von Saphirplatten - wie der Himmel selbst an Klarheit. Und Er streckte Seine Hand nicht richtend aus gegen die Edlen der Kinder Israel (wie es auf Grund des Gesetzes zu erwarten gewesen wäre!) und sie schauten Gott und aßen und tranken!“ Gott offenbarte Sich ihnen also in erhabener Majestät. - Das „Gebilde von Saphirplatten“ unter Seinen Füßen erinnert uns an die Beschreibung des Thrones Gottes in Hes. 1,26-28, wo es heißt: „Das war das Aussehen des Bildes der Herrlichkeit des Herrn! Und als ich es sah, fiel ich nieder auf mein Angesicht.“ [Lies Offenb. 1,9-20!]

Offenbarung 1,9-20 -- 9 Ich, Johannes, der auch euer Bruder und Mitgenosse an der Trübsal ist und am Reich und an der Geduld Jesu Christi, war auf der Insel, die da heißt Patmos, um des Wortes Gottes willen und des Zeugnisses Jesu Christi. 10 Ich war im Geist an des HERRN Tag und hörte hinter mir eine große Stimme wie einer Posaune, 11 die sprach: Ich bin das A und das O, der Erste und der Letzte; und was du siehst, das schreibe in ein Buch und sende es zu den Gemeinden in Asien: gen Ephesus und gen Smyrna und gen Pergamus und gen Thyatira und gen Sardes und gen Philadelphia und gen Laodizea. 12 Und ich wandte mich um, zu sehen nach der Stimme, die mit mir redete. Und als ich mich umwandte sah ich sieben goldene Leuchter 13 und mitten unter die sieben Leuchtern einen, der war eines Menschen Sohne gleich, der war angetan mit einem langen Gewand und begürtet um die Brust mit einem goldenen Gürtel. 14 Sein Haupt aber und sein Haar war weiß wie weiße Wolle, wie der Schnee, und seine Augen wie eine Feuerflamme 15 und seine Füße gleichwie Messing, das im Ofen glüht, und seine Stimme wie großes Wasserrauschen; 16 und er hatte sieben Sterne in seiner rechten Hand, und aus seinem Munde ging ein scharfes, zweischneidiges Schwert, und sein Angesicht leuchtete wie die helle Sonne. 17 Und als ich ihn sah, fiel ich zu seinen Füßen wie ein Toter; und er legte seine rechte Hand auf mich und sprach zu mir: Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte 18 und der Lebendige; ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel der Hölle und des Todes. 19 Schreibe, was du gesehen hast, und was da ist, und was geschehen soll darnach. 20 Das Geheimnis der sieben Sterne, die du gesehen hast in meiner rechten Hand, und die sieben goldenen Leuchter: die sieben Sterne sind Engel der sieben Gemeinden; und die sieben Leuchter, die du gesehen hast, sind sieben Gemeinden.

Die Erscheinung des Herrn, wie die Edlen der Kinder Israel Ihn hier schauen durften, wird uns nicht näher beschrieben. Erst Hesekiel war es gestattet, Näheres auszusprechen: „Oben über dem Himmelsgewölbe, das sich über den Häuptern der Cherubim befand, war es anzusehen wie Saphirstein in Gestalt eines Thrones. Und auf diesem Thron war eine Gestalt zu sehen, die wie ein Mensch aussah. Und ich sah etwas wie den Schimmer von glänzendem Metall - wie das aussehen von Feuer; und ein Lichtglanz war rings um Ihn her. Wie der Regenbogen, so war der Lichtglanz rings um Ihn her anzusehen! So sah die Herrlichkeit des Herrn aus. Und ich warf mich auf mein Angesicht nieder. Und ich hörte die Stimme Dessen, der mit mir redete!“ (Vgl. Dan. 10,2-10.16-19!)

Daniel 10,2-10.16-19 -- 2 Zur selben Zeit war ich, Daniel, traurig drei Wochen lang. 3 Ich aß keine leckere Speise, Fleisch und Wein kam nicht in meinen Mund, und salbte mich auch nie, bis die drei Wochen um waren. 4 Und am vierundzwanzigsten Tage des Monats war ich bei dem großen Wasser Hiddekkel Tigris 5 und hob meine Augen auf und sah, und siehe, da stand ein Mann in Leinwand und hatte einen goldenen Gürtel um seine Lenden. 6 Sein Leib war wie Türkis, sein Antlitz wie ein Blitz, seine Augen wie feurige Fackeln, seine Arme und Füße wie helles, glattes Erz, und seine Rede war wie ein großes Getön. 7 Ich, Daniel, aber sah solch Gesicht allein, und die Männer, so bei mir waren, sahen's nicht; doch fiel ein großer Schrecken über sie, daß sie flohen und sich verkrochen. 8 Und ich blieb allein und sah dies große Gesicht. Es blieb aber keine Kraft in mir, und ich ward sehr entstellt und hatte keine Kraft mehr. 9 Und ich hörte seine Rede; und in dem ich sie hörte, sank ich ohnmächtig auf mein Angesicht zur Erde. 10 Und siehe, eine Hand rührte mich an und half mir auf die Kniee und auf die Hände. ... 16 Und siehe, einer, gleich einem Menschen, rührte meine Lippen an. Da tat ich meinen Mund auf und redete und sprach zu dem, der vor mir stand: Mein HERR, meine Gelenke beben mir über dem Gesicht, und ich habe keine Kraft mehr; 17 und wie kann der Knecht meines HERRN mit meinem HERRN reden, weil nun keine Kraft mehr in mir ist und ich auch keinen Odem mehr habe? 18 Da rührte einer, gleich wie ein Mensch gestaltet, mich abermals an und stärkte mich 19 und sprach: Fürchte dich nicht, du lieber Mann! Friede sei mit dir! Und sei getrost, sei getrost! Und als er mit mir redete, ermannte ich mich und sprach: Mein HERR rede! denn du hast mich gestärkt.

Wenn wir hier hören: „Unter Seinen Füßen war es wie das Werk von durchsichtigem Saphir und wie der Himmel selbst an Klarheit“, so soll damit angedeutet werden, daß der Gott Israels über den geschaffenen Himmeln - in überweltlicher Herrlichkeit und ungetrübter Seligkeit thront! Dieser Seligkeit will Gott auch Sein Volk teilhaftig machen: „Sie schauten Gott und aßen und tranken“, d. h. sie durften hier in Seiner Gegenwart das feierliche Opfermahl halten und empfingen in diesem Bundesmahle einen Vorschmack von den wunderbaren Gütern und Segnungen, mit welchen Gott ewiglich Sein erlöstes Volk in Seinem Königreich erquicken und sättigen will! - Wir werden hier erinnert an 2.Kor.3,18 u. Ps. 36,7-10 (Luth.8-11).

2. Korinther 3,18 -- Nun aber spiegelt sich in uns allen des HERRN Klarheit mit aufgedecktem Angesicht, und wir werden verklärt in dasselbe Bild von einer Klarheit zu der andern, als vom HERRN, der der Geist ist. / Psalm 36,8-11 -- 8 Wie teuer ist deine Güte, Gott, daß Menschenkinder unter dem Schatten deiner Flügel Zuflucht haben! 9 Sie werden trunken von den reichen Gütern deines Hauses, und du tränkest sie mit Wonne als mit einem Strom. 10 Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, und in deinem Licht sehen wir das Licht. 11 Breite deine Güte über die, die dich kennen, und deine Gerechtigkeit über die Frommen.

In der Tat, dieses den Ältesten Israels gewährte Schauen war eine Vorempfindung der Seligkeit des Schauens Gottes im ewigen Leben - ebenso das vor dem Angesicht Gottes gehaltene Bundesmahl ein Vorschmack oder Vorbild von dem Hochzeitsmahl des Lammes am Tage der vollen Offenbarung Seiner Herrlichkeit: „Und Er spricht zu mir: Schreibe: Glückselig, die geladen sind zum Hochzeitsmahl des Lammes!

(Sonntag, 14. Oktober 1934)

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