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JAHRGANG 1934
August 1934

Dienstag, den 7. August 1934


2. Mose 20,22-26

Wir haben gesehen, daß die Israeliten durch ihr Selbstbewußtsein und ihre Unkenntnis der eigenen Kraftlosigkeit und Unbeständigkeit - besonders durch ihr durchaus nicht von Gott gewolltes Versprechen: „Alles, was der Herr befiehlt, wollen wir tun!“ das Gesetz von Gott herausgefordert hatten! - Ganz entgegen Seinem vorher beabsichtigten Gnadenbund mußte Gott sie nun unter das Gesetz stellen, weil das ganze Volk so vermessen war, Gott Versprechungen zu machen. denen es selbst beim besten Willen nicht nachkommen konnte! Die Schrift sagt: „Besser, daß du nicht gelobst, als daß du gelobst und nicht bezahlst!“ (4. Mos. 30,3; Hiob 22,27; Ps. 50,14.) Der gefallene, schuldige Mensch ist einerseits frech und vermessen Gott gegenüber - andererseits scheu und furchtsam! Wir sehen das an Adam und Eva im Paradiese. Sie wagten es, beeinflußt von der Schlange, an Gottes Wahrhaftigkeit und Güte zu zweifeln; und hernach, als sie den Ungehorsam begangen und sich dadurch ins Unglück gebracht hatten, versteckten sie sich und fürchteten sich vor Gott! - Die Verse 18-21 haben uns also gezeigt, daß auf dem Boden des Gesetzes der Mensch fern von Gott bleibt und daß Gott dem Menschen auch fern bleibt- Sich ihm nicht offenbaren kann!- Wohl stellt das Gesetz uns auf die Probe und macht kund, was in uns ist. Aber niemals hilft es uns, Gott nahe zukommen! - Solange es sich um Anstrengungen des Menschen handelt, wie das Gesetz sie fordert, müssen wir ewig fern von Gott bleiben. Unter dem Gesetz bleibt der Sünder schuldbefleckt, hilflos, unglücklich und unter Gottes Zorn und Verdammnis; er lernt Gottes Herrlichkeit und Liebe niemals kennen. - Konnte aber auf solche Weise der Mensch niemals zu Gott kommen, so konnte und wollte Gott doch einen Weg finden und bahnen, auf welchem Er in Seiner herablassenden Gnade zu dem gefallenen Menschen kommen, ihn aus seiner Schuld und Not emporheben und zur ewigen Herrlichkeit bringen will! Das wird uns in Vers 22-26 geoffenbart. (Lies Joh. 3,16; 1. Joh. 4,9.10) - Vom Himmel her als Seinem überweltlichen Heiligtum hatte Gott zu Israel geredet, indem Er ihnen die zehn Grundgebote als Richtschnur für ihr praktisches Leben gab. (Vgl. 5. Mos. 4,36.) Deshalb sollten sie nicht auf die niedere Stufe der Heiden kommen und sich etwa Götter machen aus irdischen Stoffen, aus Silber oder Gold, die sie neben ihren erhabenen herrlichen Gott gestellt hätten. [Ps. 115,3-11.] „Wem wollt ihr Gott vergleichen, und was für ein Gleichnis wollt ihr Ihm an die Seite stellen? spricht der Heilige.“ (Lies Ps. 86,8; 89,6. 8; [113,5-8].) - Konnte also Israel, weil es sündig war, nicht zu Gott nahen, so konnte doch Gott in Seinem wunderbaren Erbarmen Sich herablassen, zu ihnen zu kommen und Sich ihrer anzunehmen, da, wo sie sich befanden! Seinem Gnadennamen wollte Er ein Denkmal setzen, indem Er Israel trotz seiner Verkehrtheit und seines Hochmuts zu Seinem Eigentumsvolk erwählte. Auf diese wunderbare und gnädige Weise stiftete Gott Seinem großen Retternamen ein Gedächtnis! Und diese Handlungsweise Gottes war ein Vorspiel von Seiner größten Gnadentat, die Er in Christus Jesus an uns vollbracht hat. In Ihm, dem großen Heiland, steigt Gott in Wahrheit bis in die tiefsten Tiefen hinab, um den Sünder da aufzusuchen, wo er sich gerade befindet: im Abgrund der Sünde und des Todes! Ja, in dem Herrn Jesus hat Gott Sich völlig geoffenbart und Seinem wunderbaren Namen als Licht und Liebe ein ewiges Denkmal gesetzt! Und auf Grund des vollbrachten Erlösungswerkes Christi haben nun schon Tausende von Sündern Wohlannehmlichkeit, Heil und ewiges Leben bei Gott erlangt. - Wir, die wir verlorene Sünder waren, dürfen jetzt als Anbeter Gott nahen - als geliebte Kinder an Seinem Herzen und in Seinem Hause vertraut werden. Gott will uns in Seiner Gegenwart glücklich und frei sehen, und wir dürfen Ihm dienen in einem ganz neuen Leben, im Geist und in der Wahrheit! - In Seiner segnenden Liebe und Gnade stellt Gott Sich hier über das hochmütige, selbstsichere Betragen Israels und offenbart die Herrlichkeit Seiner Gnade, indem Er Sich zu Seinem aus Ägypten erlösten Volke herabläßt und es segnet.

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