BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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Startseite -- Bücher AT -- 2. Mose -- 181 (Keine anderen Götter; keinen Altar aus behauenen Steinen; keine Stufen zum Altar)
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DAS ZWEITE BUCH MOSE (Exodus)
D. GESETZ 1: Das Bundesbuch (2. Mose 20-24)

4. Keine anderen Götter; keinen Altar aus behauenen Steinen; keine Stufen zum Altar (2. Mose 20,22-26)


2. MOSE 20,22-26

22 Und der HERR sprach zu ihm: Also sollst du den Kindern Israel sagen: Ihr habt gesehen, daß ich mit euch vom Himmel geredet habe. 23 Darum sollt ihr nichts neben mir machen; silberne und goldene Götter sollt ihr nicht machen. 24 Einen Altar von Erde mache mir, darauf du dein Brandopfer und Dankopfer, deine Schafe und Rinder opferst. Denn an welchem Ort ich meines Namens Gedächtnis stiften werde, da will ich zu dir kommen und dich segnen. 25 Und so du mir einen steinernen Altar machen willst, sollst du ihn nicht von gehauenen Steinen bauen; denn wo du mit deinem Messer darüber fährst, so wirst du ihn entweihen. 26 Du sollst auch nicht auf Stufen zu meinem Altar steigen, daß nicht deine Blöße aufgedeckt werde vor ihm.

Wir haben gesehen, daß die Israeliten durch ihr Selbstbewußtsein und ihre Unkenntnis der eigenen Kraftlosigkeit und Unbeständigkeit - besonders durch ihr durchaus nicht von Gott gewolltes Versprechen: „Alles, was der Herr befiehlt, wollen wir tun!“ das Gesetz von Gott herausgefordert hatten! - Ganz entgegen Seinem vorher beabsichtigten Gnadenbund mußte Gott sie nun unter das Gesetz stellen, weil das ganze Volk so vermessen war, Gott Versprechungen zu machen. denen es selbst beim besten Willen nicht nachkommen konnte! Die Schrift sagt: „Besser, daß du nicht gelobst, als daß du gelobst und nicht bezahlst!“ (4. Mos. 30,3; Hiob 22,27; Ps. 50,14.)

4. Mose 30,3 -- Wenn jemand dem HERRN ein Gelübde tut oder einen Eid schwört, daß er seine Seele verbindet, der soll sein Wort nicht aufheben, sondern alles tun, wie es zu seinem Munde ist ausgegangen. / Hiob 22,27 -- So wirst du ihn bitten, und er wird dich hören, und wirst dein Gelübde bezahlen. / Psalm 50,14 -- Opfere Gott Dank und bezahle dem Höchsten deine Gelübde

Der gefallene, schuldige Mensch ist einerseits frech und vermessen Gott gegenüber - andererseits scheu und furchtsam! Wir sehen das an Adam und Eva im Paradiese. Sie wagten es, beeinflußt von der Schlange, an Gottes Wahrhaftigkeit und Güte zu zweifeln; und hernach, als sie den Ungehorsam begangen und sich dadurch ins Unglück gebracht hatten, versteckten sie sich und fürchteten sich vor Gott! - Die Verse 18-21 haben uns also gezeigt, daß auf dem Boden des Gesetzes der Mensch fern von Gott bleibt und daß Gott dem Menschen auch fern bleibt- Sich ihm nicht offenbaren kann!- Wohl stellt das Gesetz uns auf die Probe und macht kund, was in uns ist. Aber niemals hilft es uns, Gott nahe zukommen! - Solange es sich um Anstrengungen des Menschen handelt, wie das Gesetz sie fordert, müssen wir ewig fern von Gott bleiben. Unter dem Gesetz bleibt der Sünder schuldbefleckt, hilflos, unglücklich und unter Gottes Zorn und Verdammnis; er lernt Gottes Herrlichkeit und Liebe niemals kennen. - Konnte aber auf solche Weise der Mensch niemals zu Gott kommen, so konnte und wollte Gott doch einen Weg finden und bahnen, auf welchem Er in Seiner herablassenden Gnade zu dem gefallenen Menschen kommen, ihn aus seiner Schuld und Not emporheben und zur ewigen Herrlichkeit bringen will! Das wird uns in Vers 22-26 geoffenbart. (Lies Joh. 3,16; 1. Joh. 4,9.10)

Johannes 3,16 -- Also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. / 1. Johannes 4,9.10 -- 9 Daran ist erschienen die Liebe Gottes gegen uns, daß Gott seinen eingeborenen Sohn gesandt hat in die Welt, daß wir durch ihn leben sollen. 10 Darin steht die Liebe: nicht, daß wir Gott geliebt haben, sondern daß er uns geliebt hat und gesandt seinen Sohn zur Versöhnung für unsre Sünden.

Vom Himmel her als Seinem überweltlichen Heiligtum hatte Gott zu Israel geredet, indem Er ihnen die zehn Grundgebote als Richtschnur für ihr praktisches Leben gab. (Vgl. 5. Mos. 4,36.)

5. Mose 4,36 -- Vom Himmel hat er dich seine Stimme hören lassen, daß er dich züchtigte; und auf Erden hat er dir gezeigt sein großes Feuer, und seine Worte hast du aus dem Feuer gehört.

Deshalb sollten sie nicht auf die niedere Stufe der Heiden kommen und sich etwa Götter machen aus irdischen Stoffen, aus Silber oder Gold, die sie neben ihren erhabenen herrlichen Gott gestellt hätten. [Ps. 115,3-11.]

Psalm 115,3-11 -- 3 Aber unser Gott ist im Himmel; er kann schaffen, was er will. 4 Jener Götzen aber sind Silber und Gold, von Menschenhänden gemacht. 5 Sie haben Mäuler, und reden nicht; sie haben Augen, und sehen nicht; 6 sie haben Ohren, und hören nicht; sie haben Nasen, und riechen nicht; 7 sie haben Hände, und greifen nicht; Füße haben sie, und gehen nicht; sie reden nicht durch ihren Hals. 8 Die solche machen, sind ihnen gleich, und alle, die auf sie hoffen. 9 Aber Israel hoffe auf den HERRN! Der ist ihre Hilfe und Schild. 10 Das Haus Aaron hoffe auf den HERRN! Der ist ihre Hilfe und Schild. 11 Die den HERRN fürchten, hoffen auf den HERRN! Der ist ihre Hilfe und Schild.

Wem wollt ihr Gott vergleichen, und was für ein Gleichnis wollt ihr Ihm an die Seite stellen? spricht der Heilige.“ (Lies Ps. 86,8; 89,6. 8; [113,5-8].)

Psalm 86,8 -- HERR, dir ist keiner gleich unter den Göttern, und ist niemand, der tun kann wie du. / Psalm 89,6.8 -- 6 Und die Himmel werden, HERR, deine Wunder preisen und deine Wahrheit in der Gemeinde der Heiligen. ... 8 Gott ist sehr mächtig in der Versammlung der Heiligen und wunderbar über alle, die um ihn sind. / Psalm 113,5-8 -- 5 Wer ist wie der HERR, unser Gott? der sich so hoch gesetzt hat 6 und auf das Niedrige sieht im Himmel und auf Erden; 7 der den Geringen aufrichtet aus dem Staube und erhöht den Armen aus dem Kot, 8 daß er ihn setze neben die Fürsten, neben die Fürsten seines Volkes;

Konnte also Israel, weil es sündig war, nicht zu Gott nahen, so konnte doch Gott in Seinem wunderbaren Erbarmen Sich herablassen, zu ihnen zu kommen und Sich ihrer anzunehmen, da, wo sie sich befanden! Seinem Gnadennamen wollte Er ein Denkmal setzen, indem Er Israel trotz seiner Verkehrtheit und seines Hochmuts zu Seinem Eigentumsvolk erwählte. Auf diese wunderbare und gnädige Weise stiftete Gott Seinem großen Retternamen ein Gedächtnis! Und diese Handlungsweise Gottes war ein Vorspiel von Seiner größten Gnadentat, die Er in Christus Jesus an uns vollbracht hat. In Ihm, dem großen Heiland, steigt Gott in Wahrheit bis in die tiefsten Tiefen hinab, um den Sünder da aufzusuchen, wo er sich gerade befindet: im Abgrund der Sünde und des Todes! Ja, in dem Herrn Jesus hat Gott Sich völlig geoffenbart und Seinem wunderbaren Namen als Licht und Liebe ein ewiges Denkmal gesetzt! Und auf Grund des vollbrachten Erlösungswerkes Christi haben nun schon Tausende von Sündern Wohlannehmlichkeit, Heil und ewiges Leben bei Gott erlangt. - Wir, die wir verlorene Sünder waren, dürfen jetzt als Anbeter Gott nahen - als geliebte Kinder an Seinem Herzen und in Seinem Hause vertraut werden. Gott will uns in Seiner Gegenwart glücklich und frei sehen, und wir dürfen Ihm dienen in einem ganz neuen Leben, im Geist und in der Wahrheit! - In Seiner segnenden Liebe und Gnade stellt Gott Sich hier über das hochmütige, selbstsichere Betragen Israels und offenbart die Herrlichkeit Seiner Gnade, indem Er Sich zu Seinem aus Ägypten erlösten Volke herabläßt und es segnet.

(Dienstag, 7. August 1934)

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