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JAHRGANG 1934
August 1934

Montag, den 6. August 1934


2. Mose 20,18-21

Unter Donner, Flammen und erschreckendem Posaunenschall hatte Gott vom rauchenden Berge aus das Volk Seine zehn Grundgebote für die Menschen hören lassen. Die furchtbaren Begleiterscheinungen der göttlichen Offenbarung ließen alle Glieder des Volkes erzittern. Israel stand furchtsam von ferne! Ja, sie waren so erschrocken, daß sie Mose baten, er möge zu ihnen reden, aber nicht Gott, sonst müßten sie sterben! - Diese Furcht, dieses Zittern und Fernestehen hat seinen Grund darin, daß das Gewissen einem jeden für sich und allen miteinander sagte, daß sie nicht sündenfrei vor Gott seien und deshalb nicht vor Ihm bestehen könnten: „Eure Missetaten haben eine Scheidung gemacht zwischen euch und eurem Gott - eure Sünden haben Sein Angesicht vor euch verhüllt!“ (Lies Ps. 139,7-12; Jes. 57,17; Hes. 39,21-24.) - Jeder Aufrichtige, der in den zehn Geboten vom Sinai die gerechte Forderung des heiligen Gottes in tiefer Beugung anerkennt, wird unwillkürlich von der eigenen Schuld überführt - von der furchtbaren Kluft, die ihn von Gott trennt, tief überzeugt. Wir kennen Gott noch so wenig; aber wir sollen Ihn jetzt kennenlernen auf Grund der Erlösung! Wir sollen Gott kennenlernen in Seiner Heiligkeit der Sünde gegenüber, aber auch in Seiner großen Liebe dem Sünder gegenüber!- Mose bemüht sich, dem Volke die falsche Furcht zu nehmen und sie die wahre, von Gott erwartete und verlangte Furcht zu lehren; denn Gott haßt die Sünde, aber Er liebt den Sünder! - Der Anfang zu jeder lauteren und bestandfähigen Verbindung zwischen dem Menschen und Gott ist einerseits das Erwachen einer tiefen Ehrfurcht im Herzen des Menschen - andererseits ein demütiges Vertrauenfassen zu der Liebe Gottes, einer Liebe, die die Frage unserer Schuld und Sünde ganz aufrollt, um sie völlig zu klären und zu lösen und uns von der Sünde Schuld und Macht zu befreien. [Lies Jes. 1,2-20.] „Fürchtet euch nicht!“ sprach Mose zu dem Volke; „denn nur um euch auf die Probe zu stellen, und damit die Ehrfurcht vor Ihm euch gegenwärtig bleibe, ist Gott herabgekommen, damit ihr nicht sündigt, d.h. damit ihr von der Schuld und Macht der Sünde befreit, Ihm dienen könnt!“ - Ja, das Gesetz vom Sinai mußte erst eine lange und tiefe Arbeit tun an Israel, ehe das Volk fähig wurde und sich bedürftig fühlte, die volle Gnade - das volle Heil im Glauben zu ergreifen, wie Gott es ihnen schenken wollte! - Paulus sagt, daß Israel, solange der herrliche Glaube an Christum und die durch Ihn vollbrachte Erlösung noch nicht geoffenbart war, unter dem Gesetz verwahrt wurde - eingeschlossen auf den wunderbaren Glauben hin, der hernach geoffenbart werden sollte. „Ehe der Glaube kam, waren wir unter der Verwahrung und Aufsicht des Gesetzes wie in einem Gefängnis eingeschlossen bis auf die Zeit, da dieser Glaube (an den Herrn Jesus) geoffenbart werden sollte. So ist das Gesetz unser Erzieher und Führer zu Christus geworden, damit wir nun durch das Vertrauen zu Ihm gerecht würden! - Nun aber dieser Glaube geoffenbart ist, sind wir nicht mehr unter einem Erzieher; denn jetzt seid ihr ja alle Gottes erwachsene Söhne und Töchter - gerettet durch das Vertrauen, das ihr auf unseren Herrn Jesus Christus setzt!“ - Wie gut, daß Gott damals dem Volke Israel einen so treuen, aufopfernden und liebenden Mittler gegeben hatte. Die Israeliten selbst waren noch nicht fähig, Gott zu nahen; Mose aber nahte sich für sie Gott, der dort auf dem Sinai Sich in dunkles Gewölk hüllte. - Auch für die Kinder Gottes der Jetztzeit ist es sehr heilsam und notwendig zu ihrer Läuterung und Demütigung, wenn sie durch innere Dunkelheiten und äußere Nöte geführt werden! Denn nur tiefzerbrochenen Herzen kann Gott Sich offenbaren!

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