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JAHRGANG 1934
August 1934

Mittwoch, den 8. August 1934


2. Mose 20,24-26

Von der Sünde und den um der Sünde willen erforderlichen Opfern ist hier noch nicht die Rede. Der Altar ist hier die Stätte der Anbetung - des Nahens zu Gott! Unser Herr Jesus Selbst sagt uns, daß Gott, unser Vater, angebetet sein und die Huldigung erlöster und dankbarer Herzen entgegennehmen will: „Der Vater sucht solche als Seine Anbeter, die Ihn im Geist und in Wahrheit anbeten!“ - Für jedes gläubige Herz ist es von größter Bedeutung, daß es verstehen lerne, was es heißt, Gott im Geist und in Wahrheit anzubeten! - Durch die erlösende Tat unseres großen Heilandes sind alle wahren Glaubenden mit Gott versöhnt und Ihm, dem Gott der Liebe und der Herrlichkeit, nahegebracht auf ewig; sie dürfen sich durch den Herrn Jesus Gottes rühmen und freuen und Ihm allezeit die Opfer des Lobes und der Huldigung darbringen - die Anbetung, die Ihm gebührt und Ihn ehrt!

Ja, unser Gott und Vater ist die Liebe; wenn wir Ihm in Ehrfurcht und Dankbarkeit nahen, dann will Er auch uns nahen und uns segnen; Er läßt Sein Angesicht voll Gnade über uns leuchten, neigt Sich zu uns herab und verleiht uns Freude und Frieden, Kraft und Sieg in allen Lagen! (Lies 4. Mos. 6,22-27; Eph. 1,3-8; Ps. 128,5.) - War der Altar von Steinen, so sollten sie unbehauen genommen werden; denn „wenn du mit deinem Meißel über sie fährst, so entweihst du sie“! Die Einfalt und Weihe unseres neuen Verhältnisses zu Gott wird gestört, unser Gebet und Dienst ist Ihm nicht mehr angenehm, sowie wir unser Eigendenken und Selbstmachenwollen dabei zur Geltung bringen. Paulus spricht von Menschen, die auf religiösem Gebiet „Gebote und Lehren“ aufstellen, einen eigenwilligen Gottesdienst üben und sich dabei für sehr fromm und weise halten. Der Herr Jesus aber sagt: „Ihr macht das Gebot Gottes ungültig durch eure frommen Einrichtungen! Euren Vorschriften zuliebe übertretet ihr Gottes Gebot, und euren Satzungen zuliebe setzt ihr Gottes Gesetz außer Kraft! - Ihr Heuchler! treffend hat Jesaja von euch geweissagt: Dieses Volk ehrt Mich mit seinen Lippen; aber ihr Herz ist fern von Mir! Ihr Gottesdienst ist wertlos und vergeblich; denn sie verkündigen Lehren, die nichts als Menschengebote sind!“ Kol. 2,23 sagt uns, daß alle menschliche Art von Frömmigkeit im Grunde der Eitelkeit des Menschen schmeichelt und selbst beim Gläubigen nur zur Befriedigung der alten Natur dient, nicht der neuen! [Matth. 15,3-9.] - Ebensowenig wie die Geschicklichkeit des natürlichen Menschen kann im Dienste für Gott unsere Anstrengung und Bemühung taugen: „Du sollst nicht auf Stufen zu Meinem Altar hinaufsteigen; sonst wird nur deine Blöße an ihm enthüllt!“ In den Tagen Jesu meinten die Pharisäer eine besondere Stufe der Frömmigkeit erreicht zu haben - höher und näher bei Gott zu stehen als andere. (Lies. Luk. 18,9-14.) Aber Jesus muß ihnen sagen: „Ihr wollt bei euresgleichen in Ansehen stehen, aber nach jener Ehre, die von Gott kommt und bei Ihm gilt, trachtet ihr nicht!“ [Lies Joh. 5,41-44.] - Wie leicht mischt sich auch bei uns Gläubigen noch die eigene Ehre - das Selbstbewußtsein in unsere Frömmigkeit ein: „Du sagst: Ich bin reich und habe Schätze (der Erkenntnis Gottes) gewonnen und bedarf nichts weiter! Und dabei weißt du gar nicht, daß gerade du auf geistlichem Gebiet der Elende und Jämmerliche bist - arm, blind und bloß! Darum rate Ich dir: Kaufe von Mir Gold, im Feuer geläutert, damit du wirklich reich werdest, und weiße Kleider, damit du wirklich bedeckt seiest und nicht die Schande deiner Blöße offenbar werde; und Augensalbe für deine Augen, damit du doch wirklich sehend werdest! - Alle, die Ich liebhabe, die weise Ich zurecht und erziehe sie. So wache denn auf und werde eifrig, deinen Sinn zu ändern und aufrichtig Buße zu tun!

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