BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1934
Juni 1934

Montag, den 4. Juni 1934


Römer 7,14; 8,6-8

Daß das Gesetz Gottes heilig, gut, geistdurchweht ist, ist für jeden Israeliten und Christen selbstverständlich; es ist ja der Ausdruck des Willens Gottes – der hohen, heiligen Forderungen Gottes an den Menschen. „Ich aber bin fleischlich – unter die Sünde verkauft!“ Unter den Einwirkungen des göttlichen Gesetzes beginnt der Mensch seine Sünde und Gebundenheit zu erkennen – den tiefen Gegensatz zu fühlen, in welchem er sich Gott und Seinem Gesetz gegenüber befindet! – Unter „Fleisch“ versteht die Schrift das Wesen des gefallenen Menschen, das die Sünde liebt und an sie gebunden ist – das immer gerade das will und tut, was Gott nicht will! So nennt denn die Bibel alles, was der natürliche, sündige Mensch ist und denkt und tut, empfindet und redet, „fleischlich“! (Lies 1. Mose 6,3; Galater 5,17) „Im Fleische“ steht er vor Gott – „im Fleische“ wandelt er vor den Menschen; er „richtet nach dem Fleische“ und „rühmt sich nach dem Fleische“. Er kämpft mit fleischlichen Waffen und hat eine fleischliche Weisheit! [Lies 1. Korinther 3,1-3; 2. Korinther 1,12; 10,3.4; Galater 3,1-7] – Jesus sagt: „Was aus dem Fleische geboren ist, das ist Fleisch; was aber aus dem Geiste geboren ist, das ist Geist!“ Und erschütternd ernst ist es, wenn wir vernehmen: „Fleisch und Blut können das Reich Gottes nicht ererben! – Es sei denn, daß jemand aus Wasser und Geist geboren ist, so kann er das Reich Gottes nicht sehen! Die aber, welche im Fleische sind, vermögen Gott nicht zu gefallen!“ (Vgl. Johannes 6,63; Hiob 15,14) – Wie wichtig, daß die Gläubigen hierüber zu voller Klarheit gelangen – daß sie erkennen: Alles Denken und Wollen, Reden und Tun, das nach dem Sinn des natürlichen Menschen ist, kann vor Gott nicht bestehen! – Als der Prophet Jesaja sich einmal in das göttlich helle Licht der Gegenwart Gottes gestellt sah, da brach er den Stab über sich – da rief er aus: „Wehe mir! Ich bin verloren; denn ich bin ein Mensch von unreinen Lippen!“ Das ist gottgewirkte Selbsterkenntnis: „Ich aber bin fleischlich – unter die Sünde verkauft!“ Ich bin nicht frei in meinen Entschlüssen und Entscheidungen, sondern einer in mir wohnenden und doch fremden Macht versklavt: Ich kann nicht tun und denken, wie mein Innerstes es ersehnt, sondern ich muß den Willen des Fleisches und der sündlichen Gedanken tun! (Lies Johannes 8,34 und 44; Epheser 2,1-3) Hiob beschreibt uns diesen Augenblick, wenn er sagt: „Vorher hatte ich wohl mit dem Gehör des Ohres von Dir gehört, nun aber hat mein Auge Dich, Herr, gesehen! Darum verabscheue ich mich und tue Buße in Staub und Asche!“ – In diesem 14. Verse unseres Abschnittes liegt wohl der Augenblick, da in dem Entwicklungsgang, den der Apostel beschreibt, das neue Leben erwacht. Von jetzt ab gibt es eine Scheidung zwischen „mir“ und „der in mir wohnenden Sünde“. Von jetzt ab heißt es: „Nicht mehr!“ Das „Ich“ ist nun, „das neue Ich“ - allerdings noch eingeengt und bedrängt durch die Sünde, aber doch durchaus Wohlgefallen findend am Gesetz Gottes und zur Freiheit in Gott – zum Gehorsam Gott gegenüber hinstrebend! – Das achte Kapitel wird uns zeigen, wie durch Glauben an den Herrn Jesus diese Freiheit – diese glückselige Gehorsamsstellung Gott gegenüber dauernd erlangt wird.

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