BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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Startseite -- Bücher AT -- 2. Mose -- 148 (Das Gesetz ist gut; aber die Sünde ist so sündig, weil sie mir durchs Gebot den Tod gebracht hat)
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DAS ZWEITE BUCH MOSE (Exodus)
D. GESETZ 1: Das Bundesbuch (2. Mose 20-24)

1. EXKURS: Das Gesetz im Licht unseres Lebens in Christus (Römer 7,1-8,2)

c) Das Gesetz ist gut; aber die Sünde ist so sündig, weil sie mir durchs Gebot den Tod gebracht hat (Römer 7,12-14)


RÖMER 7,14

14 Denn wir wissen, daß das Gesetz geistlich ist; ich bin aber fleischlich, unter die Sünde verkauft.

RÖMER 8,6-8

6 Aber fleischlich gesinnt sein ist der Tod, und geistlich gesinnt sein ist Leben und Friede.7 Denn fleischlich gesinnt sein ist wie eine Feindschaft wider Gott, sintemal das Fleisch dem Gesetz Gottes nicht untertan ist; denn es vermag's auch nicht. 8 Die aber fleischlich sind, können Gott nicht gefallen.

Daß das Gesetz Gottes heilig, gut, geistdurchweht ist, ist für jeden Israeliten und Christen selbstverständlich; es ist ja der Ausdruck des Willens Gottes – der hohen, heiligen Forderungen Gottes an den Menschen. „Ich aber bin fleischlich – unter die Sünde verkauft!“ Unter den Einwirkungen des göttlichen Gesetzes beginnt der Mensch seine Sünde und Gebundenheit zu erkennen – den tiefen Gegensatz zu fühlen, in welchem er sich Gott und Seinem Gesetz gegenüber befindet! – Unter „Fleisch“ versteht die Schrift das Wesen des gefallenen Menschen, das die Sünde liebt und an sie gebunden ist – das immer gerade das will und tut, was Gott nicht will! So nennt denn die Bibel alles, was der natürliche, sündige Mensch ist und denkt und tut, empfindet und redet, „fleischlich“! (Lies 1. Mose 6,3; Galater 5,17)

1. Mose 6,3 -- Da sprach der HERR: Die Menschen wollen sich von meinem Geist nicht mehr strafen lassen; denn sie sind Fleisch. Ich will ihnen noch Frist geben hundertundzwanzig Jahre. / Galater 5,17 -- Denn das Fleisch gelüstet wider den Geist, und der Geist wider das Fleisch; dieselben sind widereinander, daß ihr nicht tut, was ihr wollt.

„Im Fleische“ steht er vor Gott – „im Fleische“ wandelt er vor den Menschen; er „richtet nach dem Fleische“ und „rühmt sich nach dem Fleische“. Er kämpft mit fleischlichen Waffen und hat eine fleischliche Weisheit! [Lies 1. Korinther 3,1-3; 2. Korinther 1,12; 10,3.4; Galater 3,1-7]

1. Korinther 3,1-3 -- 1 Und ich, liebe Brüder, konnte nicht mit euch reden als mit Geistlichen, sondern als mit Fleischlichen, wie mit jungen Kindern in Christo. 2 Milch habe ich euch zu trinken gegeben, und nicht Speise; denn ihr konntet noch nicht. Auch könnt ihr jetzt noch nicht, 3 dieweil ihr noch fleischlich seid. Denn sintemal Eifer und Zank und Zwietracht unter euch sind, seid ihr nicht fleischlich und wandelt nach menschlicher Weise? / 2. Korinther 1,12 -- Denn unser Ruhm ist dieser: das Zeugnis unsers Gewissens, daß wir in Einfalt und göttlicher Lauterkeit, nicht in fleischlicher Weisheit, sondern in der Gnade Gottes auf der Welt gewandelt haben, allermeist aber bei euch. / 2. Korinther 10,3.4 -- 3 Denn ob wir wohl im Fleisch wandeln, so streiten wir doch nicht fleischlicherweise. 4 Denn die Waffen unsrer Ritterschaft sind nicht fleischlich, sondern mächtig vor Gott, zu zerstören Befestigungen; / Galater 3,1-7 -- 1 O ihr unverständigen Galater, wer hat euch bezaubert, daß ihr der Wahrheit nicht gehorchet, welchen Christus Jesus vor die Augen gemalt war, als wäre er unter euch gekreuzigt? 2 Das will ich allein von euch lernen: Habt ihr den Geist empfangen durch des Gesetzes Werke oder durch die Predigt vom Glauben? 3 Seid ihr so unverständig? Im Geist habt ihr angefangen, wollt ihr's denn nun im Fleisch vollenden? 4 Habt ihr denn so viel umsonst erlitten? Ist's anders umsonst! 5 Der euch nun den Geist reicht und tut solche Taten unter euch, tut er's durch des Gesetzes Werke oder durch die Predigt vom Glauben? 6 Gleichwie Abraham hat Gott geglaubt und es ist ihm gerechnet zur Gerechtigkeit. 7 So erkennet ihr ja, daß, die des Glaubens sind, das sind Abrahams Kinder.

Jesus sagt: „Was aus dem Fleische geboren ist, das ist Fleisch; was aber aus dem Geiste geboren ist, das ist Geist!“ Und erschütternd ernst ist es, wenn wir vernehmen: „Fleisch und Blut können das Reich Gottes nicht ererben! – Es sei denn, daß jemand aus Wasser und Geist geboren ist, so kann er das Reich Gottes nicht sehen! Die aber, welche im Fleische sind, vermögen Gott nicht zu gefallen!“ (Vgl. Johannes 6,63; Hiob 15,14)

Johannes 6,63 -- Der Geist ist's, der da lebendig macht; das Fleisch ist nichts nütze. Die Worte, die ich rede, die sind Geist und sind Leben. / Hiob 15,14 -- Was ist ein Mensch, daß er sollte rein sein, und daß er sollte gerecht sein, der von einem Weibe geboren ist?

Wie wichtig, daß die Gläubigen hierüber zu voller Klarheit gelangen – daß sie erkennen: Alles Denken und Wollen, Reden und Tun, das nach dem Sinn des natürlichen Menschen ist, kann vor Gott nicht bestehen! – Als der Prophet Jesaja sich einmal in das göttlich helle Licht der Gegenwart Gottes gestellt sah, da brach er den Stab über sich – da rief er aus: „Wehe mir! Ich bin verloren; denn ich bin ein Mensch von unreinen Lippen!“ Das ist gottgewirkte Selbsterkenntnis: „Ich aber bin fleischlich – unter die Sünde verkauft!“ Ich bin nicht frei in meinen Entschlüssen und Entscheidungen, sondern einer in mir wohnenden und doch fremden Macht versklavt: Ich kann nicht tun und denken, wie mein Innerstes es ersehnt, sondern ich muß den Willen des Fleisches und der sündlichen Gedanken tun! (Lies Johannes 8,34 und 44; Epheser 2,1-3)

Johannes 8,34 -- Jesus antwortete ihnen und sprach: Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Wer Sünde tut, der ist der Sünde Knecht. ... 44 Ihr seid von dem Vater, dem Teufel, und nach eures Vaters Lust wollt ihr tun. Der ist ein Mörder von Anfang und ist nicht bestanden in der Wahrheit; denn die Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er die Lüge redet, so redet er von seinem Eigenen; denn er ist ein Lügner und ein Vater derselben. / Epheser 2,1-3 -- 1 Und auch euch, da ihr tot waret durch Übertretungen und Sünden, 2 in welchen ihr weiland gewandelt habt nach dem Lauf dieser Welt und nach dem Fürsten, der in der Luft herrscht, nämlich nach dem Geist, der zu dieser Zeit sein Werk hat in den Kindern des Unglaubens, 3 unter welchen auch wir alle weiland unsern Wandel gehabt haben in den Lüsten unsers Fleisches und taten den Willen des Fleisches und der Vernunft und waren auch Kinder des Zorns von Natur, gleichwie auch die andern;

Hiob beschreibt uns diesen Augenblick, wenn er sagt: „Vorher hatte ich wohl mit dem Gehör des Ohres von Dir gehört, nun aber hat mein Auge Dich, Herr, gesehen! Darum verabscheue ich mich und tue Buße in Staub und Asche!“ – In diesem 14. Verse unseres Abschnittes liegt wohl der Augenblick, da in dem Entwicklungsgang, den der Apostel beschreibt, das neue Leben erwacht. Von jetzt ab gibt es eine Scheidung zwischen „mir“ und „der in mir wohnenden Sünde“. Von jetzt ab heißt es: „Nicht mehr!“ Das „Ich“ ist nun, „das neue Ich“ - allerdings noch eingeengt und bedrängt durch die Sünde, aber doch durchaus Wohlgefallen findend am Gesetz Gottes und zur Freiheit in Gott – zum Gehorsam Gott gegenüber hinstrebend! – Das achte Kapitel wird uns zeigen, wie durch Glauben an den Herrn Jesus diese Freiheit – diese glückselige Gehorsamsstellung Gott gegenüber dauernd erlangt wird.

(Montag, 4. Juni 1934)

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