BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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Startseite -- Bücher AT -- 2. Mose -- 149 (Das Gesetz ist gut; aber die Sünde ist so sündig, weil sie mir durchs Gebot den Tod gebracht hat)
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DAS ZWEITE BUCH MOSE (Exodus)
D. GESETZ 1: Das Bundesbuch (2. Mose 20-24)

1. EXKURS: Das Gesetz im Licht unseres Lebens in Christus (Römer 7,1-8,2)

d) Ich tue nicht, was ich will: So ist das Gesetz gut, aber die in mir wohnende Sünde tut, was ich hasse (Römer 7,15-17)


RÖMER 7,15-17

15 Denn ich weiß nicht, was ich tue. Denn ich tue nicht, was ich will; sondern, was ich hasse, das tue ich. 16 So ich aber das tue, was ich nicht will, so gebe ich zu, daß das Gesetz gut sei. 17 So tue ich nun dasselbe nicht, sondern die Sünde, die in mir wohnt.

Mit dem erwachenden neuen Leben beginnt der Kampf. Die Seele kann es jetzt gar nicht begreifen, daß sie solange Gott ins Angesicht sündigen konnte: „Mein ganzes Tun ist mir unbegreiflich!“, so lautet Vers 15a. Sie erkennt ihr bisheriges sündiges Tun in keiner Weise mehr an; im Gegenteil, sie verabscheut und bereut es nun aufs tiefste, wenn sie auch noch nicht los davon ist! Eine tiefe Buße erfüllt sie jetzt. [Vgl. Lukas 15,17-19]

Lukas 15,17-19 -- 17 Da schlug er in sich und sprach: Wie viel Tagelöhner hat mein Vater, die Brot die Fülle haben, und ich verderbe im Hunger! 18 Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir 19 und bin hinfort nicht mehr wert, daß ich dein Sohn heiße; mache mich zu einem deiner Tagelöhner!

Aber um so entsetzlicher ist es ihr, daß sie noch geknechtet ist unter die Sünde. Diese unerbittliche Zwingherrin läßt niemals gutwillig diejenigen los, welche sich ihr durch langjährigen Dienst versklavt haben! “Denn ich tue doch gar nicht, was ich will, sondern gerade was ich hasse, das übe ich aus!“ Gerade jetzt, wo die Seele um jeden Preis frei werden will, kommt ihr ihre ganze Knechtschaft zum Bewußtsein. „Die Sünde, die mir jetzt so verhaßt ist, wie ich's gar nicht sagen kann, muß ich nun immer noch tun!“ – Ja, womit der Mensch sündigt, damit wird er gestraft! Hat er lange aus Lust und Liebe der Sünde gedient, so läßt ihn Gott nun schwer unter ihr leiden! Denn gerade in diesem Geplagtsein durch die Sünde soll der Haß und Gegensatz gegen sie stark werden – so stark, daß er ein bleibendes Kennzeichen der neuen Natur wird: „Die ihr den Herrn liebet, hasset das Böse!“ „Ich will kein Teufelsstück mir vor Augen stellen; das Tun der Abtrünnigen hasse ich; es soll mir nicht ankleben!“ Das muß dauernd die Gesinnung des neuen Menschen werden1 (Lies Psalm 119,104.113.128.163; Römer 12,9)

Psalm 119,104 -- Dein Wort macht mich klug; darum hasse ich alle falschen Wege. ... 113 Ich hasse die Flattergeister und liebe dein Gesetz. ... 128 Darum halte ich stracks alle deine Befehle; ich hasse allen falschen Weg. ... 163 Lügen bin ich gram und habe Greuel daran; aber dein Gesetz habe ich lieb. / Römer 12,9 -- Die Liebe sei nicht falsch. Hasset das Arge, hanget dem Guten an.

Deshalb muß gerade die für Gott erwachende Seele die ganze Abscheulichkeit, die ganze Sklaverei der Sünde gründlich erkennen, ja, schwer unter ihr leiden, ehe sie die herrliche Befreiung in Christo findet. [Vgl. Klagelieder 1,18]

Klagelieder 1,18 -- Der HERR ist gerecht; denn ich bin seinem Munde ungehorsam gewesen. Höret, alle Völker, schauet meinen Schmerz! Meine Jungfrauen und Jünglinge sind ins Gefängnis gegangen.

Andernfalls würde sie diese Befreiung gar nicht zu schätzen wissen – würde sie bald wieder verlieren und von neuem der Knechtschaft der Sünde verfallen, wie dies leider nur zu häufig in der Gemeinde des Herrn vorkommt! [Lies 2. Petrus 2,15-22]

2. Petrus 2,15-22 -- 15 Sie haben verlassen den richtigen Weg und gehen irre und folgen nach dem Wege Bileams, des Sohnes Beors, welcher liebte den Lohn der Ungerechtigkeit, 16 hatte aber eine Strafe seiner Übertretung: das stumme lastbare Tier redete mit Menschenstimme und wehrte des Propheten Torheit. 17 Das sind Brunnen ohne Wasser, und Wolken, vom Windwirbel umgetrieben, welchen behalten ist eine dunkle Finsternis in Ewigkeit. 18 Denn sie reden stolze Worte, dahinter nichts ist, und reizen durch Unzucht zur fleischlichen Lust diejenigen, die recht entronnen waren denen, die im Irrtum wandeln, 19 und verheißen ihnen Freiheit, ob sie wohl selbst Knechte des Verderbens sind. Denn von wem jemand überwunden ist, des Knecht ist er geworden. 20 Denn so sie entflohen sind dem Unflat der Welt durch die Erkenntnis des HERRN und Heilandes Jesu Christi, werden aber wiederum in denselben verflochten und überwunden, ist mit ihnen das Letzte ärger geworden denn das Erste. 21 Denn es wäre ihnen besser, daß sie den Weg der Gerechtigkeit nicht erkannt hätten, als daß sie erkennen und sich kehren von dem heiligen Gebot, das ihnen gegeben ist. 22 Es ist ihnen widerfahren das wahre Sprichwort: "Der Hund frißt wieder, was er gespieen hat;" und: "Die Sau wälzt sich nach der Schwemme wieder im Kot."

„Wenn ich aber das, was ich nicht will, tue, so stimme ich (mit meinem Innersten) doch dem Gesetz bei und bestätige, daß dieses gerecht ist!“ Immer klarer tritt der neue Mensch in dem Kämpfenden hervor. Gleicht er augenblicklich auch noch einem edlen Gefangenen, der nicht kann, wie er will – oder er noch muß, was er nicht will, so ist er doch da und erstarkt. Immer völliger verlegt der Kämpfende seinen Schwerpunkt – sein wahres Ich in die neue Natur. Er gibt Gott und Seinem Gesetz unumwunden recht gegen die in ihm wohnende Sünde. Da er aber nun als neuer Mensch Gott recht gibt und auf Gottes Seite steht, so erkennt er auch klar, daß es sein alter Mensch ist, welcher mit der Sünde im Bunde steht – daß es die allerdings noch in ihm wohnende, aber ihm wesensfremd gewordene Sünde ist, welche das verhaßte Böse immer wieder tut: „Nun aber vollbringe nicht mehr ich dasselbe, sondern die in mir wohnende Sünde!“ das bedeutet nicht eine Entschuldigung, sondern ist eine wichtige Erkenntnis, die zur rechten Zeit auch zur tatsächlichen Befreiung führen soll!

(Dienstag, 5. Juni 1934)

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