BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1934
Juni 1934

Sonntag, den 3. Juni 1934


Römer 7,12-14

Seine auf persönliche Erfahrungen gegründeten, tiefgreifenden Darlegungen von V. 7-11 schließt der Apostel mit der Feststellung ab: „So ist also das Gesetz heilig und das Gebot heilig und gerecht und gut!“ Damit ist die in V. 7 gestellte Frage: „Ist denn das Gesetz Sünde?“ – aufs völligste widerlegt und abgeschlagen. Paulus hatte ihr ja schon gleich anfänglich ein: „Das sei ferne!“ entgegengesetzt! Das göttliche Gesetz ist in seiner Heiligkeit, Gerechtigkeit und Güte unantastbar. Wenn jemand ein unschönes Gesicht hat, so ist doch der klare Spiegel, der ihm dieses Gesicht zeigt, völlig schuldlos daran. Die Reinheit und Klarheit des Spiegels dient nur dazu, jenem Menschen die Häßlichkeit seines Gesichts um so unbestreitbarer darzutun: „Also wirklich: so häßlich bin ich!“ – Wenn nun meine Sünde sich durch das göttliche Gebot so reizen läßt, daß sie sich um so völliger in ihrer Bösartigkeit entfaltet, so fällt auf das Gesetz kein Vorwurf; es ist „heilig“, d.h. es steht der Unreinheit des Menschen gegenüber ganz für Gott da; es ist durchaus „gerecht“; sein Urteil entspricht ganz dem Sinn und Willen Gottes, und es ist „gut“. Inwiefern und wozu das Gesetz gut, d.h. heilsam und nutzbringend ist, zeigt die Bibel an anderer Stelle, z.B. in 1. Timotheus 1,8-11: Es überführt den Sünder von seiner Sünde und leitet ihn somit zur Buße; ja, es veranlaßt ihn, seine Zuflucht zu Christo zu nehmen und die herrliche Erlösung zu ergreifen! Darum nennt der Apostel es auch „unseren Zuchtmeister auf Christum hin“! (Galater 3,23.24) Ja, das Gesetz führt uns über sich selbst hinaus zu Dem, welcher nicht nur gebietet, sondern Vergebung und Heil schenkt und Selbst das in uns wirkt, was Er fordern muß! – Und nun fragt der Apostel weiter, die Einwürfe der Gegner zum voraus aufgreifend: „Gereichte denn das Gute mir zum Tode?“, d.h. kann etwas gut sein, das mir den Tod brachte? – Diese Art der Fragestellung weist der Apostel weil von sich fort: „Das sei ferne!“ Nicht das Gesetz, sondern die Sünde brachte mir den Tod. Und Gott gab das Gesetz, damit die Sünde in ihrer ganzen Schrecklichkeit und Schädlichkeit offenbar würde! Sie hat sich des Gebotes, das Gott zum Leben gegeben, bedient, um Tod und Verderben über den Menschen zu bringen. So steht denn die Sünde nun überaus sündig vor unseren Augen. Und das gerade muß dahin führen, daß wir im tiefsten Inneren erschrecken – daß in uns ein Neues erwacht, welches um jeden Preis von der Sünde los und Gott hingegeben sein will! [Lies Psalm 51] – Und tatsächlich erleben wir gerade in dem vorliegenden Abschnitt das Erwachen des neuen Lebens in der Seele mit! Wie die Geburt eines irdischen neuen Lebens sich unter fast tödlichen Schmerzen und Nöten vollzieht, so ist auch die Wiedergeburt des inneren Menschen nicht möglich ohne die Todesnot der Buße und ohne die tiefe Beugung unter das wohlverdiente Verdammungsurteil Gottes: „Denn wir wissen, daß das Gesetz geistlich ist – ich aber ...“ O wie persönlich wird hier plötzlich die Sprache! Wenn Gott mit Seinem heiligen Licht in die Menschenseele hineinleuchtet, dann sieht sie sich allein Ihm gegenüber – dann hat sie es nur noch mit der eigenen Schuld und Sünde und mit dem dreimal heiligen Gott zu tun: „Ich aber bin fleischlich – unter die Sünde verkauft!“ (Lies Lukas 5,4-8) – Lieber Leser, bist du zu dieser so ganz persönlichen, tieferschütternden Selbsterkenntnis und Sündenerkenntnis schon einmal in deinem Leben gekommen?

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