BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1926
November 1926

Freitag, den 5. November 1926


4. Mose 22,21-28; 2. Petri 2,12-17

Daß Bileam es tatsächlich wagte, diesen Weg einzuschlagen, obwohl er im innersten Grunde gut wußte, daß Gott es nicht wollte (V. 12), das erweckt Gottes heiligen Zorn! Die in V. 20 gegebene Erlaubnis änderte hieran nichts; denn diese hatte Bileam nur erzwungen! - Um dem verstockten Propheten Seinen Zorn fühlbar zu machen, stellt sich „der Engel Jehovas“ - Jehova Selbst in geheimnisvoller Gestalt (1. Mos. 18,2.17.20.22; 2. Mos. 3,2-4 u. v. a.) - ihm in den Weg. „Gegen den Verkehrten erzeigst Du Dich entgegenstreitend!“ Doch weder der verblendete Prophet noch seine beiden Knechte merken etwas. Nichts verblendet ja den Menschen mehr als Ungehorsam, Eigenwille und Habsucht. Die Eselin jedoch, das unvernünftige Tier, sah den Engel mit dem gezückten Schwerte und bog vor der drohenden Erscheinung vom Wege ab. (Vgl. 1. Mos. 3,24; Jos. 5,13!) Dieses Ausweichen, für das er keinen Grund sah, ärgerte den Propheten (Menschen mit einem schlechten Gewissen sind stets reizbar!) und mit Schlägen will er das Tier wieder auf den Weg bringen. Nun tritt der Engel dem verkehrten Manne an einer neuen, noch engeren Stelle entgegen. Und wiederum ist es die Eselin, welche den Engel sieht und sich an die Mauer drängt, dabei den Fuß ihres Reiters einklemmend. Ärgerlich hierüber, schlägt Bileam sie von neuem: „Der Unmut des Toren tut sich kund!“ - Schließlich stellt sich ihm der Engel ein drittes Mal in den Weg. Und da hier auch nicht die kleinste Möglichkeit war, auszuweichen, die Eselin sich aber vor dem Engel mit dem gezückten Schwerte fürchtete, so legte sie sich einfach unter ihrem Reiter nieder. Nun jedoch entbrannte der Zorn Bileams aufs äußerste, und er schlug das hilflose Tier mit dem Stock. „Da tat der Herr den Mund der Eselin auf und sie sprach zu Bileam: ,Was habe ich dir getan, daß du mich nun dreimal geschlagen hast?‘“

Diese wunderbare Begebenheit, daß ein sprachloses Tier mit Menschenstimme redete und auf solche Weise der Torheit des Propheten entgegentrat, glauben die Ungläubigen nicht und wollen dieselbe gegen die Zuverlässigkeit der Heiligen Schrift ins Feld führen. Wir sind aber trotzdem in guter Gesellschaft, wenn wir ganz kindlich alles, was die Schrift sagt, für wahr halten - auch, daß Bileams Eselin hier mit Menschenstimme sprach! Denn der Apostel Petrus hat es auch geglaubt (2. Petr. 2,16) und Paulus (Apg. 24,14) und die übrigen Apostel auch, sowie die edelsten, klügsten und besten Menschen aller Zeiten! „Vor Königen will ich reden von Deinen Zeugnissen und mich nicht schämen! Das Zeugnis des Herrn ist zuverlässig!“ - Und der Herr Jesus Selbst versichert uns, daß kein Strichlein vom Gesetz wegfallen wird, also auch nicht die Geschichte von Bileams Eselin! Und wenn mein Gott Himmel und Erde erschuf und erhält - wenn Er meinen Odem erhält und jedes Jahr neu Pflanzen und Bäume grünen und Frucht tragen läßt, auch sonst noch so unzählige Wunder tut, dann ist es nichts Erstaunliches, wenn Er, um einen törichten Propheten zur Besinnung zu bringen, auch einer Eselin einmal Menschenstimme verleiht!

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