BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1926
November 1926

Sonnabend, den 6. November 1926


4. Mose 22,29-35; Sprüche 8,13

Bileam macht der Eselin den Vorwurf, sie treibe Spott mit ihm - sie „habe ihn zum Narren“. Und in seinem Zorn ruft er: „Wäre doch ein Schwert in meiner Hand - gewiß, ich hätte dich jetzt totgeschlagen!“ Wie töricht macht doch Verblendung und Zorn den Menschen! Was Bileam sich bei nur einiger Überlegung selbst hätte sagen müssen, das muß ihm das unvernünftige Tier erst nahelegen - daß nämlich das merkwürdige Gebaren desselben einen besonderen Grund haben müsse, da es sonst immer folgsam war! - Und wirklich, die vernünftige Rede seiner Eselin bringt Bileam einigermaßen zur Vernunft. Nun öffnet Gott ihm die Augen und mit Schrecken sieht er den Engel des Herrn mit gezücktem Schwert im Wege stehen. Dem unvernünftigen Tier hatte Gott eher die Augen öffnen können, als ihm, dem „Seher“, der sich übernatürlicher Erleuchtung rühmte! Jetzt wirft auch er sich nieder auf sein Angesicht. Die Schläge, die er der Eselin gegeben, hätten ihm gehört. (Spr. 19,29!) Der Engel - der Herr Selbst! - muß ihm sagen: „Siehe, Ich bin ausgegangen, dir zu widerstehen; denn dein Weg ist verderblich vor Mir!“ Furchtbar, wenn man Gott wider sich hat! So geht es den Ungehorsamen, die immer wieder wagen, Gott ins Angesicht zu widerstehen! Gott widersteht auch ihnen: „Sie aber sind widerspenstig gewesen und haben Seinen Heiligen Geist betrübt; da wandelte Er Sich ihnen in einen Feind: Er Selbst stritt wider sie!“ Ja, eine Eselin hat mehr Empfinden, als ein ungehorsamer Prophet! Sie hat Gottes Entgegenstehen empfunden und ist gewichen. Bileam nicht! Und nur ihr hat er es zu verdanken, daß das gezückte Schwert ihn nicht dahingerafft hat: „Wenn sie nicht vor Mir ausgebogen wäre - gewißlich, Ich hätte dich erschlagen, sie aber am Leben gelassen!“ (Vgl. 1. Kön. 13,21-26!) - Da sprach Bileam: Ich habe gesündigt, denn ich wußte nicht, daß Du mir entgegenstandest!“ Sträfliche Unwissenheit eines durch wiederholten Ungehorsam Verblendeten! „Wer das Gebot hält, wird nichts Böses erfahren und eines Weisen Herz kennt Zeit und richterliche Entscheidung“, aber der Tor weiß nichts und sieht nichts: „Er erkennt nicht, worüber er strauchelt!“ (Vgl. Spr. 4,18.19; 1. Joh. 2,11!)

Es gibt ein „Ich habe gesündigt!“, das wertlos ist, weil im Grunde des Herzens der Wille fehlt, einen neuen Weg einzuschlagen! Man will wohl der Strafe, aber nicht der Sünde entrinnen! So war es bei einem Pharao (2. Mos. 10,16.17), bei König Saul (1. Sam. 15,24.25.30; 26,21), bei Simon, dem Zauberer! (Apg. 8,24.) - „Und nun, wenn es übel ist in Deinen Augen, so will ich umkehren!“ Siehe, gleich kommt wieder die Zwiespältigkeit - der im Innersten nicht mit Gott gehende Wille heraus. Wie konnte er es in Frage stellen, ob es übel war in Gottes Augen, da doch soeben der Engel Jehovas es so unmißverständlich ausgesprochen? Wer nicht tun will, was klar befohlen ist, der versteckt sich hinter Fragen und leere Worte! Eine solche Umkehr, die so im innersten Grunde unwillig geschieht, will Gott nicht: Wenn dein innerstes Herz doch den Irrweg will, dann gehe ihn! (Ps. 81,12; 95,10.11.) - „Aber nur dasjenige, was Ich dir sagen werde, sollst du reden!“ Gott steht mit Seiner Macht über allem und es darf doch nur das geschehen, was Sein heiliger Rat beschlossen hat. Das rechtfertigt die Verkehrten und Bösen in keiner Weise, aber es nimmt selbst ihr Tun hinein in den göttlichen Plan des Weltgeschehens!

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