BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1926
November 1926

Donnerstag, den 4. November 1926


4. Mose 22,14-20; Jeremia 10,6-16

Die Fürsten kehren also unverrichteter Sache zu Balak zurück. Aber da ihm alles daran liegt, Israel zu beseitigen, so gibt er seine Hoffnung, den berühmten Wahrsager für seine Zwecke zu gewinnen, nicht auf. Bileams Weigerung ist in seinen Augen nur eine Ausrede, um größere Ehren und reichere Geschenke zu erlangen. Und tatsächlich war Bileams Ehrgeiz fast noch größer als seine Geldliebe! - Ehrsucht ist ein großes Hindernis des wahren Glaubens: „Wie könnt ihr glauben, die ihr Ehre voneinander nehmt und die Ehre, welche von Gott allein ist, nicht suchet?“ - Es gibt viele Kinder Gottes, die an einer geheimen Ehrsucht leiden und daher so empfindlich, so leicht beleidigt sind. Alles dieses - wie überhaupt die ganze Ich-Krankheit - ist außerordentlich unwürdig eines wahren Christen - vor allem unwürdig unseres herrlichen Herrn, um dessen Ehre allein wir besorgt sein sollen! Jesus konnte sagen: „Ich nehme nicht Ehre von den Menschen ... Wer aus sich selbst redet, sucht seine eigene Ehre; wer aber die Ehre Dessen sucht, der ihn gesandt hat, dieser ist wahrhaftig, und Ungerechtigkeit ist nicht in ihm!“ (Joh. 5,41.44; 7,18; vgl. Gal. 5,25.26; Phil. 2,1-5.) - Balak sendet nun eine noch größere und vornehmere Gesandtschaft, mit glänzenden Versprechungen. Aber Bileam erklärt: „Wenn Balak mir auch sein Haus voll Silber und Gold gäbe, so vermöchte ich doch nicht, den Befehl Jehovas, meines Gottes, zu übertreten!“ Das sind Worte, die einem wahren Propheten wohl anstehen könnten! Aber gleich hinterher kommt Bileams Zwiespältigkeit und Unlauterkeit wieder zutage. Obwohl er genau weiß, daß Jehova niemals Israels Verwünschung gestatten wird, läßt er doch auch diese Gesandten über Nacht bleiben, „um zu hören, was der Herr ferner zu ihm reden wird“! - Gott wird aber niemals durch fernere Offenbarungen oder Befehle die früher gegebenen ungültig oder rückgängig machen. Er, der Unwandelbare, der „Fels der Ewigkeiten“, spricht: „Ich, Jehova, verändere Mich nicht!“

Wenn Gott trotzdem hier dem Bileam gestattet, mit den Abgesandten Balaks zu ziehen, so setzt das keinerlei Veränderlichkeit oder Unbeständigkeit bei Gott voraus, sondern geschieht in erster Linie, um dem ungehorsamen Bileam in überwältigender Weise Gottes Macht und Herrlichkeit zu zeigen, indem Er ihn zwingt, wider seinen Willen Israel zu segnen. Es paßt hierher das Wort Jehovas an den Pharao von Ägypten, der sich immer wieder gegen Gottes Stimme verstockte: „Eben hierzu habe Ich dich erweckt, damit Ich Meine Macht an dir erzeigte und damit Mein Name verkündigt werde auf der ganzen Erde!“ Sowohl durch die Rettung und endgültige Segnung Seines bluterkauften Volkes, als auch durch das endgültige Strafverhängnis über Seine Widersacher wird die Macht und Herrlichkeit Gottes vor aller Welt offenbar! „Selbst der Grimm des Menschen muß Dich preisen, und mit dem Rest des Grimmes wirst Du Dich gürten!“ (Ps. 76,10.) Die durch den weithin berühmten Wahrsager über Gottes Bundesvolk ausgesprochenen Segnungen sollten nicht nur Israel selbst, sondern auch allen umwohnenden Völkern kundmachen, daß Israels Gott der lebendige Gott ist über alle Götter und daß Er Sein auserwähltes Volk wunderbar gegen alle feindlichen Verderbensmächte zu schützen - es mit zeitlichen und ewigen Gnaden zu segnen vermag! - Wahrlich, wir verstehen, daß Mose ausruft: „Glückselig bist du, Israel! Wer ist wie du, ein Volk, gerettet durch Jehova, den Schild deiner Hilfe und der das Schwert deiner Hoheit ist! Und es werden dir schmeicheln deine Feinde, und du, du wirst einherschreiten auf ihren Höhen!“ (5. Mos. 33,29.)

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