BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

(www.wol-blz.net)

Suchen nach:
Startseite -- Bücher AT -- 3. Mose -- 199 (Der Priester soll sich an keinen Toten verunreinigen, die nicht enge Blutsverwandte sind)
Diese BLZ Andacht: -- Im Original -- ERWEITERT

Vorige Andacht -- Nächste Andacht

DAS DRITTE BUCH MOSE (Leviticus)
C. GOTTES GESETZ -- TEIL 6: HEILIGUNG (3. Mose 17-27)
6. Verbotene Handlungen oder Eigenschaften, die einen Priester entheiligen (3. Mose 21,1-24)

a) Der Priester soll sich an keinen Toten verunreinigen, die nicht enge Blutsverwandte sind (3. Mose 21,1-4)


HESEKIEL 44,25-27

25 Und sollen zu keinem Toten gehen und sich verunreinigen, nur allein zu Vater und Mutter, Sohn oder Tochter, Bruder oder Schwester, die noch keinen Mann gehabt hat; über denen mögen sie sich verunreinigen. 26 Und nach seiner Reinigung soll man zählen sieben Tage. 27 Und wenn er wieder hinein zum Heiligtum geht in den innern Vorhof, daß er im Heiligtum diene, so soll er sein Sündopfer opfern, spricht der Herr, HERR.

Diese Verse bilden eine Ergänzung zu unserem Gegenstand, daher ziehen wir sie heran. - Die Berührung, ja, schon die Nähe eines Toten galt unter dem Gesetz als Verunreinigung, obwohl es, wie wir sahen, Fälle gab, wo der Priester dieselbe nicht vermeiden konnte. Aber auch dann, wenn ihn keine Schuld traf, hatte er sich zu reinigen! Starb eines seiner nächsten Angehörigen, so hatte der Priester hinterher ein Wasserbad zu nehmen und durfte erst nach sieben Tagen von neuem seinen Dienst im Heiligtum verrichten, nachdem er zuvor ein Sündopfer dargebracht hatte. - So können in dieser bösen Welt Dinge an einen geheiligten Gläubigen herantreten, die einen verunreinigenden Schatten auf seine Seele werfen, ohne daß ihn eine Schuld dafür trifft, und ohne daß er das an ihn Herangetretene in seinem Herzen begünstigt oder weiterwirken läßt, wodurch es ja zu einer wirklichen Schuld für ihn würde! Denken wir z.B. an gemeine Reden, welche andere in der Gegenwart eines gottesfürchtigen Gläubigen trotz seines Einspruchs führen, und welchen er nicht aus dem Wege gehen kann, da seine Pflicht ihn an den Ort bindet! Oder man denke an eine schlechte Handlung anderer, von welcher der Gläubige unerwartet und ungewollt Zeuge wird! – Ein geheiligtes Herz wird auch in solchem Fall deutlich fühlen, daß es, um von neuem frei und froh vor dem Angesicht Gottes zu stehen und Ihm priesterlich dienen zu können, der Reinigung bedarf, obwohl es keine wirkliche Schuld trifft! Diese Reinigung findet es, indem es zu seinem Gott aufblickt und durch ein Wort Seines Mundes von allem Unreinen abgelenkt und über dasselbe hinausgehoben wird. Es wendet sich alsbald innerlich von dem gehörten und geschauten Bösen ab und findet in der Gnade und dem heilenden und heiligenden Worte seines Gottes Entsündigung, Erquickung und neue Kraft! Von dieser lösenden und reinigenden Wirkung des göttlichen Wortes ist das Wasser ein Bild, weshalb in Eph. 5,26 von dem „Wasserbad des Wortes“ oder der „Waschung mit Wasser durch das Wort“ geredet wird. Laßt uns als Priester Gottes fleißigen Gebrauch von diesem Wasser machen!

Das Sündopfer, welches der Priester außerdem für sich darzubringen hatte, ehe er von neuem das Heiligtum betrat, weist hin auf den Opfertod unseres Herrn Jesu Christi. Ihm, unserem Erlöser und Bürgen, legte Gott auf Golgatha nicht nur alles das zur Last, was wir verschuldet haben - auch für unsere nicht persönlich verschuldete, sondern von den Voreltern ererbte Sündhaftigkeit und Empfänglichkeit für das Böse hat Jesus stellvertretend gelitten, so daß Gott uns, die Bekehrten, nicht mehr nicht in unserem natürlichen Stand und Wesen, sondern nur allezeit in Christo anschaut. Daher dürfen wir als Erlöste auf Grund des Opfers Christi immer neu „mit Freimütigkeit eintreten ins Heiligtum“, um unserem Gott zu danken und zu dienen!

(Samstag, 15. September 1917)

www.WoL-BLZ.net

Zuletzt geändert am 30.05.2014 13:00 Uhr | powered by PmWiki (pmwiki-2.2.109)