BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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Startseite -- Bücher AT -- 2. Mose -- 389 (Der HERR will das Volk vertilgen, aber Mose tritt ein für das Volk vor dem HERRN)
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DAS ZWEITE BUCH MOSE (Exodus)
F. Das goldene Kalb und Moses Umgang mit Gott (2. Mose 32-34)

2. Der HERR will das Volk vertilgen, aber Mose tritt ein für das Volk vor dem HERRN (2. Mose 32,7-14)


2. Mose 32,7-9

7 Der HERR aber sprach zu Mose: Gehe, steig hinab; denn dein Volk, das du aus Ägyptenland geführt hast, hat's verderbt. 8 Sie sind schnell von dem Wege getreten, den ich ihnen geboten habe. Sie haben sich ein gegossenes Kalb gemacht und haben's angebetet und ihm geopfert und gesagt: Das sind deine Götter, Israel, die dich aus Ägyptenland geführt haben. 9 Und der HERR sprach zu Mose: Ich sehe, daß es ein halsstarriges Volk ist.

In Vers 1-6 haben wir vernommen, was unten im Lager Israels vorgegangen war, während Mose in der heiligen Gegenwart Gottes so wunderbare Offenbarungen und Mitteilungen für das Volk empfing. Eben im Begriff, den Berg Sinai zu verlassen - die zwei Tafeln des Zeugnisses, beschrieben mit dem Finger Gottes, im Arm - muß Mose durch Jehova Selbst erfahren von der schmählichen Untreue - von dem Abfall des Volkes: „Dein Volk, das du aus dem Land Ägypten herausgeführt hast, hat sich verderbt! Sie sind schnell von dem Wege abgewichen, den Ich ihnen geboten habe; sie haben sich ein gegossenes Kalb gemacht und sich vor ihm niedergebeugt - haben ihm geopfert und gesprochen: Das ist dein Gott, Israel, der dich aus dem Lande Ägypten heraufgeführt hat!“ - Das war nichts Geringeres als offener Abfall von Jehova, ihrem Gott: Ihn hatten sie verlassen und vergessen. - Wie furchtbar enttäuschten sie das Herz ihres Gottes und kränkten Seinen Geist: „Sie machten ein Kalb am Horeb und bückten sich vor einem gegossenen Bilde. Ja, sie vertauschten ihre Herrlichkeit gegen das Bild eines Stieres, der Gras frißt, und vergaßen Gottes, ihres Retters, der so Großes für sie getan in Ägypten - Wundertaten im Lande Hams - Furchtbares am Schilfmeer.“ - Gott sagt: „Sie haben sich verderbt!“ Sobald ein Mensch die Stellung des Vertrauens, der Demut und des Gehorsams Gott gegenüber verläßt, ist er nicht mehr das, was er war und was er sein soll. Er hat Verderben über sich gebracht! - Dasselbe ist der Fall bei einem ganzen Volke. (Lies 5. Mos. 4,15-20; 32,5.)

5. Mose 4,15-20 -- 15 So bewahret nun eure Seelen wohl, denn ihr habt keine Gestalt gesehen des Tages, da der HERR mit euch redete aus dem Feuer auf dem Berge Horeb, 16 auf daß ihr nicht verderbet und machet euch irgend ein Bild, das gleich sei einem Mann oder Weib 17 oder Vieh auf Erden oder Vogel unter dem Himmel 18 oder Gewürm auf dem Lande oder Fisch im Wasser unter der Erde, 19 daß du auch nicht deine Augen aufhebest gen Himmel und sehest die Sonne und den Mond und die Sterne, das ganze Heer des Himmels, und fallest ab und betest sie an und dienest ihnen, welche der HERR, dein Gott, verordnet hat allen Völkern unter dem ganzen Himmel. 20 Euch aber hat der HERR angenommen und aus dem eisernen Ofen, nämlich aus Ägypten, geführt, daß ihr sein Erbvolk sollt sein, wie es ist an diesem Tag. / 5. Mose 32,5 -- Die verkehrte und böse Art fällt von ihm ab; sie sind Schandflecken und nicht seine Kinder.

Nur in demütiger Abhängigkeit, in kindlicher Zuversicht und im Gehorsam unserem Gott gegenüber liegt unsere Bewahrung und Segnung, sowie auch unsere Heiligung. - Wenn Gott hier zu Mose spricht: „Dein Volk, das du aus Ägypten heraufgeführt hast ...“, so soll Mose die ganze große Verantwortung fühlen, die er für Israel trug. Und er fühlte sie auch; aber er warf sich mit derselben auf seinen großen Gott, welcher in noch viel höherem Sinne die Verantwortung auf Sich genommen hatte, Israel zum Ziele zu bringen! (V. 7 u. 11.) - Gott muß sagen: „Schnell sind sie von dem Wege abgewichen, den Ich ihnen geboten habe!“ Daß dies so schnell - innerhalb eines so kurzen Zeitraumes geschah, machte Israels Schuld um so größer - offenbarte um so greller ihren Undank gegen ihren mächtigen Rettergott! (Vgl. 5. Mos. 9,16; Richt. 2,17; Gal. 1,6-8.)

5. Mose 9,16 -- da sah ich, und siehe, da hattet ihr euch an dem HERRN, eurem Gott, versündigt, daß ihr euch ein gegossenes Kalb gemacht hattet und schnell von dem Wege getreten wart, den euch der HERR geboten hatte. / Richter 2,17 -- So gehorchten sie den Richtern auch nicht, sondern liefen andern Göttern nach und beteten sie an und wichen bald von dem Weg, darauf ihre Väter gegangen waren, des HERRN Geboten zu gehorchen, und taten nicht wie dieselben. / Galater 1,6-8 -- 6 Mich wundert, daß ihr euch so bald abwenden lasset von dem, der euch berufen hat in die Gnade Christi, zu einem anderen Evangelium, 7 so doch kein anderes ist, außer, daß etliche sind, die euch verwirren und wollen das Evangelium Christi verkehren. 8 Aber so auch wir oder ein Engel vom Himmel euch würde Evangelium predigen anders, denn das wir euch gepredigt haben, der sei verflucht!

Ja, es ist erschreckend, wie unzuverlässig das Menschenherz ist, selbst bei dem Gläubigen - so untreu! Wankelmütigkeit muß ihm immer neu vorgeworfen werden. Dieselbe rührt von einem ungereinigten Herzen her, in welchem neben Gott noch soviel anderes Raum und Macht hat! - Jakobus ruft: „Säubert die Hände, ihr Sünder, und reinigt die Herzen, ihr Wankelmütigen - ihr Doppelherzigen!“ - Trotz allem war und blieb Israel das Volk Jehovas; Sein Name - Seine Herrlichkeit - Sein Eidschwur - alles das stand mit Israels Schicksal in unmittelbarster Verbindung. Von dem Augenblick an, da Gott Sich mit einem Volke vereinigt, ist Seine Herrlichkeit verpfändet, und der Glaube wird Ihn stets auf diesem unerschütterlichen Boden erblicken und in Anspruch nehmen, wie es Mose hier tat. [Lies Jes. 63,7-10; 64,1-11.]

Jesaja 63,7-10 -- 7 Ich will der Gnade des HERRN gedenken und des Lobes des HERRN in allem, was uns der HERR getan hat, und in der großen Güte an dem Hause Israel, die er ihnen erzeigt hat nach seiner Barmherzigkeit und großen Gnade. 8 Denn er sprach: Sie sind ja mein Volk, Kinder, die nicht falsch sind. Darum war er ihr Heiland. 9 Wer sie ängstete, der ängstete ihn auch; und der Engel seines Angesichts half ihnen. Er erlöste sie, darum daß er sie liebte und ihrer schonte. Er nahm sie auf und trug sie allezeit von alters her. 10 Aber sie erbitterten und entrüsteten seinen heiligen Geist; darum ward er ihr Feind und stritt wider sie. / Jesaja 64,1-11 -- 1 Ach daß du den Himmel zerrissest und führest herab, daß die Berge vor dir zerflössen, wie ein heißes Wasser vom heftigen Feuer versiedet, daß dein Name kund würde unter deinen Feinden und die Heiden vor dir zittern müßten, 2 durch die Wunder, die du tust, deren man sich nicht versieht, daß du herabführest und die Berge vor dir zerflössen! 3 Wie denn von der Welt her nicht vernommen ist noch mit Ohren gehört, auch kein Auge gesehen hat einen Gott außer dir, der so wohltut denen, die auf ihn harren. 4 Du begegnest dem Fröhlichen und denen, so Gerechtigkeit übten und auf deinen Wegen dein gedachten. Siehe, du zürntest wohl, da wir sündigten und lange darin blieben; uns ward aber dennoch geholfen. 5 Aber nun sind wir allesamt wie die Unreinen, und alle unsre Gerechtigkeit ist wie ein unflätig Kleid. Wir sind alle verwelkt wie die Blätter, und unsre Sünden führen uns dahin wie Wind. 6 Niemand ruft deinen Namen an oder macht sich auf, daß er sich an dich halte; denn du verbirgst dein Angesicht vor uns und lässest uns in unsern Sünden verschmachten. 7 Aber nun, HERR, du bist unser Vater; wir sind der Ton, du bist der Töpfer; und wir alle sind deiner Hände Werk. 8 HERR, zürne nicht zu sehr und denke nicht ewig der Sünde. Siehe doch das an, daß wir alle dein Volk sind. 9 Die Städte deines Heiligtums sind zur Wüste geworden; Zion ist zur Wüste geworden, Jerusalem liegt zerstört. 10 Das Haus unsrer Heiligkeit und Herrlichkeit, darin dich unsre Väter gelobt haben, ist mit Feuer verbrannt; und alles, was wir Schönes hatten, ist zu Schanden gemacht. 11 HERR, willst du so hart sein zu solchem und schweigen und uns so sehr niederschlagen?

(Freitag, 3. Mai 1935)

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