BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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Startseite -- Bücher AT -- 2. Mose -- 390 (Der HERR will das Volk vertilgen, aber Mose tritt ein für das Volk vor dem HERRN)
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DAS ZWEITE BUCH MOSE (Exodus)
F. Das goldene Kalb und Moses Umgang mit Gott (2. Mose 32-34)

2. Der HERR will das Volk vertilgen, aber Mose tritt ein für das Volk vor dem HERRN (2. Mose 32,7-14)


2. Mose 32,7-12

7 Der HERR aber sprach zu Mose: Gehe, steig hinab; denn dein Volk, das du aus Ägyptenland geführt hast, hat's verderbt. 8 Sie sind schnell von dem Wege getreten, den ich ihnen geboten habe. Sie haben sich ein gegossenes Kalb gemacht und haben's angebetet und ihm geopfert und gesagt: Das sind deine Götter, Israel, die dich aus Ägyptenland geführt haben. 9 Und der HERR sprach zu Mose: Ich sehe, daß es ein halsstarriges Volk ist. 10 Und nun laß mich, daß mein Zorn über sie ergrimme und sie vertilge; so will ich dich zum großen Volk machen. 11 Mose aber flehte vor dem HERRN, seinem Gott, und sprach: Ach HERR, warum will dein Zorn ergrimmen über dein Volk, das du mit großer Kraft und starker Hand hast aus Ägyptenland geführt? 12 Warum sollen die Ägypter sagen und sprechen: Er hat sie zu ihrem Unglück ausgeführt, daß er sie erwürgte im Gebirge und vertilgte vom Erdboden? Kehre dich von dem Grimm deines Zornes und laß dich gereuen des Übels über dein Volk

Solange der Herr nun schon Israel beobachtete, immer erwies es sich als ein hartnäckiges Volk, so daß Sein Zorn nunmehr gegen sie entbrannt war und Er sie vernichten wollte - „ein widersetzliches und widerspenstiges Geschlecht - ein Geschlecht, das sein Herz nicht befestigte und dessen Geist nicht treu war gegen Seinen Gott“! [Ps. 78,8.]

Psalm 78,8 -- und nicht würden wie ihre Väter, eine abtrünnige und ungehorsame Art, welchen ihr Herz nicht fest war und ihr Geist nicht treulich hielt an Gott

Das ganze Alte Testament muß Israel diese Sünde der Hartnäckigkeit und Widersetzlichkeit vorwerfen. Sie ist ja überhaupt ein Charakterzug des gefallenen, sündigen Menschen und zeigt sich häufig noch bei Gotteskindern, was Gott ganz besonders betrübt und kränkt! - Die Unzerbrochenheit des natürlichen Wesens, gerade bei Kindern Gottes, streitet unmittelbar gegen den Heiligen Geist und verdirbt oder verhindert alle Segnungen, die Gott für Seine Geliebten bereit hat. - Durch Jesaja spricht Gott zu Israel: „Weil Ich wußte, daß du hart bist - daß dein Nacken eine eiserne Sehne und deine Stirn von Erz ist, so habe Ich schon vorlängst es dir kundgetan!“ (Vgl. 5. Mos. 31,27; Apgesch. 7,51.)

5. Mose 31,27 -- Denn ich kenne deinen Ungehorsam und deine Halsstarrigkeit. Siehe, wo ich noch heute mit euch lebe, seid ihr ungehorsam gewesen wider den HERRN; wie viel mehr nach meinem Tode! / Apostelgeschichte 7,51 -- Ihr Halsstarrigen und Unbeschnittenen an Herzen und Ohren, ihr widerstrebt allezeit dem Heiligen Geist, wie eure Väter also auch ihr.

Prüfen wir doch unser Verhalten - die innersten Regungen unseres Herzens, damit wir nicht hinweggehen über Anzeichen von Verkehrtheit und Unzerbrochenheit, sondern zu tiefer Zerschmelzung, Demütigung und Reinigung kommen! - Trifft es vielleicht auch dich, lieber Bruder, liebe Schwester, wenn Gott über Sein Volk klagen muß: „Sie weigerten sich aufzumerken und zogen die Schulter widerspenstig zurück. Sie machten ihre Ohren schwer, um nicht zu hören; ja, sie machten ihr Herz zu Diamant, um das Gesetz nicht zu vernehmen noch die Worte, die der Herr der Heerscharen durch Seinen Geist ihnen mittelst der Propheten sandte! Und so kam ein großer Zorn über sie von Seiten des Herrn der Heerscharen.“ [Sach. 7,11. 12.]

Sacharia 7,11.12 -- 11 Aber sie wollten nicht aufmerken und kehrten mir den Rücken zu und verstockten ihre Ohren, daß sie nicht hörten, 12 und machten ihre Herzen wie ein Demant, daß sie nicht hörten das Gesetz und die Worte, welche der HERR Zebaoth sandte in seinem Geiste durch die vorigen Propheten. Daher so großer Zorn vom HERRN Zebaoth gekommen ist;

Gott wollte Israel in Seinem heiligen Zorn vernichten, bot dagegen Mose an, ihn und seine Familie zu einer großen Nation zu machen, größer als Israel! (Lies 4. Mos. 14,11. 12; 5. Mos. 9,13. 14.)

4. Mose 14,11.12 -- 11 Und der HERR sprach zu Mose: Wie lange lästert mich dies Volk? und wie lange wollen sie nicht an mich glauben durch allerlei Zeichen, die ich unter ihnen getan habe? 12 So will ich sie mit Pestilenz schlagen und vertilgen und dich zu einem größeren und mächtigeren Volk machen, denn dies ist. / 5. Mose 9,13.14 -- 13 Und der HERR sprach zu mir: Ich sehe, daß dies Volk ein halsstarriges Volk ist. 14 Laß ab von mir, daß ich sie vertilge und ihren Namen austilge unter dem Himmel; ich will aus dir ein stärkeres uns größeres Volk machen, denn dieses ist.

Welch ein Augenblick - welch eine Probe für Mose! Der Herr sagt zu ihm: „Laß Mich, daß Mein Zorn wider Israel entbrenne!“ - Mose soll also nicht fürbittend bei Ihm eintreten für das Volk, sondern dem Zorn Gottes freien Lauf lassen. - Wie wird Mose sich jetzt stellen? Wird er durch diese abweisenden Worte hindurch dennoch das innerste Herz seines Gottes kennen? Oder wird er der großen Versuchung erliegen, sein schuldiges Volk für den Preis seiner eigenen Verherrlichung daran zu geben? - Mose besteht die Probe in erhabenster Weise. Flehend wirft er sich vor dem Herrn, seinem Gott, nieder und ruft aus: „Warum, Herr, sollte Dein Zorn entbrennen gegen Dein Volk, das Du mit großer Kraft und mit starker Hand aus dem Lande Ägypten herausgeführt hast? - Warum sollten die Ägypter also sprechen: Zum Unglück hat Er sie herausgeführt, um sie im Gebirge zu töten und sie von der Fläche des Erdbodens zu vernichten!?“ - Ja, Mose bestand die Probe voll und ganz: An der Erhaltung des Volkes Gottes lag ihm unendlich mehr als an der Ehre, das Haupt eines neu zu gründenden Volkes Gottes zu werden! - Die Herrlichkeit Gottes - die Ehre Seines Namens - die Erfüllung Seines Eidschwurs - das waren die Gründe, auf die Mose sich stützte und den Herrn anflehte, daß Er umkehre von der Glut Seines Zornes! (Lies Ps. 106,23.)

Psalm 106,23 -- Und er sprach, er wolle sie vertilgen, wo nicht Mose, sein Auserwählter, in den Riß getreten wäre vor ihm, seinen Grimm abzuwenden, auf daß er sie nicht gar verderbte.

An sich selbst denkt Mose überhaupt nicht - ein echter Diener des Herrn und Seines Volkes. Wie wenige gleichen ihm! [Lies Hes. 13,4. 5; 22,30; vgl. aber 2. Mos. 32,31. 32; Röm. 9,1-5.]

Hesekiel 13,4.5 -- 4 O Israel, deine Propheten sind wie die Füchse in den Wüsten! 5 Sie treten nicht vor die Lücken und machen sich nicht zur Hürde um das Haus Israel und stehen nicht im Streit am Tage des HERRN. / Hesekiel 22,30 -- Ich suchte unter ihnen, ob jemand sich zur Mauer machte und wider den Riß stünde vor mir für das Land, daß ich's nicht verderbte; aber ich fand keinen. / 2. Mose 32,31.32 -- 31 Als nun Mose wieder zum HERRN kam, sprach er: Ach, das Volk hat eine große Sünde getan, und sie haben sich goldene Götter gemacht. 32 Nun vergib ihnen ihre Sünde; wo nicht, so tilge mich auch aus deinem Buch, das du geschrieben hast. / Römer 9,1-5 -- 1 Ich sage die Wahrheit in Christus und lüge nicht, wie mir Zeugnis gibt mein Gewissen in dem Heiligen Geist, 2 daß ich große Traurigkeit und Schmerzen ohne Unterlaß in meinem Herzen habe. 3 Ich habe gewünscht, verbannt zu sein von Christo für meine Brüder, die meine Gefreundeten sind nach dem Fleisch; 4 die da sind von Israel, welchen gehört die Kindschaft und die Herrlichkeit und der Bund und das Gesetz und der Gottesdienst und die Verheißungen; 5 welcher auch sind die Väter, und aus welchen Christus herkommt nach dem Fleisch, der da ist Gott über alles, gelobt in Ewigkeit. Amen.

(Samstag, 4. Mai 1935)

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