BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1935
Mai 1935

Freitag, den 3. Mai 1935


2. Mose 32,7-9

In Vers 1-6 haben wir vernommen, was unten im Lager Israels vorgegangen war, während Mose in der heiligen Gegenwart Gottes so wunderbare Offenbarungen und Mitteilungen für das Volk empfing. Eben im Begriff, den Berg Sinai zu verlassen - die zwei Tafeln des Zeugnisses, beschrieben mit dem Finger Gottes, im Arm - muß Mose durch Jehova Selbst erfahren von der schmählichen Untreue - von dem Abfall des Volkes: „Dein Volk, das du aus dem Land Ägypten herausgeführt hast, hat sich verderbt! Sie sind schnell von dem Wege abgewichen, den Ich ihnen geboten habe; sie haben sich ein gegossenes Kalb gemacht und sich vor ihm niedergebeugt - haben ihm geopfert und gesprochen: Das ist dein Gott, Israel, der dich aus dem Lande Ägypten heraufgeführt hat!“ - Das war nichts Geringeres als offener Abfall von Jehova, ihrem Gott: Ihn hatten sie verlassen und vergessen. - Wie furchtbar enttäuschten sie das Herz ihres Gottes und kränkten Seinen Geist: „Sie machten ein Kalb am Horeb und bückten sich vor einem gegossenen Bilde. Ja, sie vertauschten ihre Herrlichkeit gegen das Bild eines Stieres, der Gras frißt, und vergaßen Gottes, ihres Retters, der so Großes für sie getan in Ägypten - Wundertaten im Lande Hams - Furchtbares am Schilfmeer.“ - Gott sagt: „Sie haben sich verderbt!“ Sobald ein Mensch die Stellung des Vertrauens, der Demut und des Gehorsams Gott gegenüber verläßt, ist er nicht mehr das, was er war und was er sein soll. Er hat Verderben über sich gebracht! - Dasselbe ist der Fall bei einem ganzen Volke. (Lies 5. Mos. 4,15-20; 32,5.) - Nur in demütiger Abhängigkeit, in kindlicher Zuversicht und im Gehorsam unserem Gott gegenüber liegt unsere Bewahrung und Segnung, sowie auch unsere Heiligung. - Wenn Gott hier zu Mose spricht: „Dein Volk, das du aus Ägypten heraufgeführt hast ...“, so soll Mose die ganze große Verantwortung fühlen, die er für Israel trug. Und er fühlte sie auch; aber er warf sich mit derselben auf seinen großen Gott, welcher in noch viel höherem Sinne die Verantwortung auf Sich genommen hatte, Israel zum Ziele zu bringen! (V. 7 u. 11.) - Gott muß sagen: „Schnell sind sie von dem Wege abgewichen, den Ich ihnen geboten habe!“ Daß dies so schnell - innerhalb eines so kurzen Zeitraumes geschah, machte Israels Schuld um so größer - offenbarte um so greller ihren Undank gegen ihren mächtigen Rettergott! (Vgl. 5. Mos. 9,16; Richt. 2,17; Gal. 1,6-8.) Ja, es ist erschreckend, wie unzuverlässig das Menschenherz ist, selbst bei dem Gläubigen - so untreu! Wankelmütigkeit muß ihm immer neu vorgeworfen werden. Dieselbe rührt von einem ungereinigten Herzen her, in welchem neben Gott noch soviel anderes Raum und Macht hat! - Jakobus ruft: „Säubert die Hände, ihr Sünder, und reinigt die Herzen, ihr Wankelmütigen - ihr Doppelherzigen!“ - Trotz allem war und blieb Israel das Volk Jehovas; Sein Name - Seine Herrlichkeit - Sein Eidschwur - alles das stand mit Israels Schicksal in unmittelbarster Verbindung. Von dem Augenblick an, da Gott Sich mit einem Volke vereinigt, ist Seine Herrlichkeit verpfändet, und der Glaube wird Ihn stets auf diesem unerschütterlichen Boden erblicken und in Anspruch nehmen, wie es Mose hier tat. [Lies Jes. 63,7-10; 64,1-12.]

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