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Startseite -- Bücher AT -- 2. Mose -- 287 (Angaben zur priesterlichen Bekleidung Aarons und seiner Söhne)
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DAS ZWEITE BUCH MOSE (Exodus)
E. GESETZ 2: Der Plan des Heiligtums (2. Mose 25-31)

11. Angaben zur priesterlichen Bekleidung Aarons und seiner Söhne (2. Mose 28,1-43)

b) Aaron und seine Söhne sollen mit herrlichen Kleidern zu Priestern eingesetzt werden (2. Mose 28,1-4)


2. Mose 28,4

4 Das sind aber die Kleider, die sie machen sollen: das Amtschild, den Leibrock, Purpurrock, engen Rock, Hut und Gürtel. Also sollen sie heilige Kleider machen deinem Bruder Aaron und seinen Söhnen, daß er mein Priester sei.

An der Spitze der gesamten Priesterschaft stand der Hohepriester. Der erste Hohepriester war Aaron. Seine Vorrechte und Dienstpflichten waren besondere: er vertrat die ganze Gemeinde Israels vor Gott; und wenn ein Sündopfer für ganz Israel darzubringen war, wie dies vor allem am Großen Versöhnungstag der Fall war, so tat er es. Auch die Befragung des Herrn um Seinen Rat und Willen durch die Urim und Thummim geschah einzig und allein durch den Hohenpriester! [4. Mos. 27,1.2.5.)

4. Mose 27,1.2.5 -- 1 Und die Töchter Zelophehads, des Sohnes Hephers, des Sohnes Gileads, des Sohnes Machirs, des Sohnes Manasses, unter den Geschlechtern Manasses, des Sohnes Josephs, mit Namen Mahela, Noa, Hogla, Milka und Thirza, kamen herzu 2 und traten vor Mose und vor Eleasar, den Priester, und vor die Fürsten und die ganze Gemeinde vor der Tür der Hütte des Stifts und sprachen: ... 5 Mose brachte ihre Sache vor den HERRN.

Also gerade die höchsten und heiligsten Dienste standen dem Hohenpriester zu!- Außerdem hatte er die Oberaufsicht über den gesamten Gottesdienst, hatte auch in schwierigen Rechtsfällen ausschlaggebend mitzuwirken - die letzte Entscheidung zu treffen. (Lies 5. Mos. 17,8-13; vgl. 2. Chron. 19,8.11.)

5. Mose 17,8-13 -- 8 Wenn eine Sache vor Gericht dir zu schwer sein wird, zwischen Blut und Blut, zwischen Handel und Handel, zwischen Schaden und Schaden, und was Streitsachen sind in deinen Toren, so sollst du dich aufmachen und hingehen zu der Stätte, die der HERR, dein Gott, erwählen wird, 9 und zu den Priestern, den Leviten, und zu dem Richter, der zur Zeit sein wird, kommen und fragen; die sollen dir das Urteil sprechen. 10 Und du sollst tun nach dem, was sie dir sagen an der Stätte, die der HERR erwählen wird, und sollst es halten, daß du tust nach allem, was sie dich lehren werden. 11 Nach dem Gesetz, das sie dich lehren, und nach dem Recht, das sie dir sagen, sollst du dich halten, daß du davon nicht abweichest, weder zur Rechten noch zur Linken. 12 Und wo jemand vermessen handeln würde, daß er dem Priester nicht gehorchte, der daselbst in des HERRN, deines Gottes, Amt steht, oder dem Richter, der soll sterben, und sollst das Böse aus Israel tun, 13 daß es alles Volk höre und sich fürchte und nicht mehr vermessen sei. / 2. Chronik 19,8.11 -- 8 Auch bestellte Josaphat zu Jerusalem etliche aus den Leviten und Priestern und aus den Obersten der Vaterhäuser in Israel über das Gericht des HERRN und über die Streitsachen und ließ sie zu Jerusalem wohnen. ... 11 Siehe, Amarja, der oberste Priester, ist über euch in allen Sachen des HERRN, und Sebadja, der Sohn Ismaels, der Fürst im Hause Juda's, in allen Sachen des Königs, und als Amtleute habt ihr die Leviten vor euch. Seid getrost und tut's, und der HERR wird mit dem Guten sein.

[In späteren jüdischen Zeiten war der Hohepriester stets der ordnungsgemäße Vorsitzende des Hohenrates: Matth. 26,57.59; 27,1.]

Matthäus 26,57.59 -- 57 Die aber Jesus gegriffen hatten, führten ihn zu dem Hohenpriester Kaiphas, dahin die Schriftgelehrten und Ältesten sich versammelt hatten. ... 59 Die Hohenpriester aber und die Ältesten und der ganze Rat suchten falsch Zeugnis gegen Jesus, auf daß sie ihn töteten / Matthäus 27,1 -- Des Morgens aber hielten alle Hohenpriester und die Ältesten des Volks einen Rat über Jesus, daß sie ihn töteten.

So stellte denn Gott auch an den Hohenpriester hinsichtlich seiner Heiligung und Weihe höhere Anforderungen als an alle anderen! (3. Mos. 21,10-15.)

3. Mose 21,10-15 -- 10 Wer Hoherpriester ist unter seinen Brüdern, auf dessen Haupt das Salböl gegossen und dessen Hand gefüllt ist, daß er angezogen würde mit den Kleidern, der soll sein Haupt nicht entblößen und seine Kleider nicht zerreißen 11 und soll zu keinem Toten kommen und soll sich weder über Vater noch über Mutter verunreinigen. 12 Aus dem Heiligtum soll er nicht gehen, daß er nicht entheilige das Heiligtum seines Gottes; denn die Weihe des Salböls seines Gottes ist auf ihm. Ich bin der HERR. 13 Eine Jungfrau soll er zum Weibe nehmen; 14 aber keine Witwe noch Verstoßene noch Geschwächte noch Hure, sondern eine Jungfrau seines Volks soll er zum Weibe nehmen, 15 auf daß er nicht seinen Samen entheilige unter seinem Volk; denn ich bin der HERR, der ihn heiligt.

Das Ephod [V. 5-14] ist das Hauptstück des hohenpriesterlichen Dienstanzugs.

2. Mose 28,5-14 -- 5 Dazu sollen sie nehmen Gold, blauen und roten Purpur, Scharlach und weiße Leinwand. 6 Den Leibrock sollen sie machen von Gold, blauem und rotem Purpur, Scharlach und gezwirnter weißer Leinwand, kunstreich; 7 zwei Schulterstücke soll er haben, die zusammengehen an beiden Enden, und soll zusammengebunden werden. 8 Und sein Gurt darauf soll derselben Kunst und Arbeit sein, von Gold, blauem und rotem Purpur, Scharlach und gezwirnter weißer Leinwand. 9 Und sollst zwei Onyxsteine nehmen und darauf graben die Namen der Kinder Israel, 10 Auf jeglichen sechs Namen, nach der Ordnung ihres Alters. 11 Das sollst du tun durch die Steinschneider, die da Siegel graben, also daß sie mit Gold umher gefaßt werden. 12 Und sollst sie auf die Schulterstücke des Leibrocks heften, daß es Steine seien zum Gedächtnis für die Kinder Israel, daß Aaron ihre Namen auf seinen beiden Schultern trage vor dem HERRN zum Gedächtnis. 13 Und sollst goldene Fassungen machen 14 und zwei Ketten von feinem Golde, mit zwei Enden, aber die Glieder ineinander hangend; und sollst sie an die Fassungen tun.

Es war ein bis zu den Knien reichendes Überkleid, das als Schmuck und Zubehör über dem ziemlich langen himmelblauen Oberkleid [V. 31-35] getragen wurde.

2. Mose 28,31-35 -- 31 Du sollst auch einen Purpurrock unter dem Leibrock machen ganz von blauem Purpur. 32 Und oben mitteninne soll ein Loch sein und eine Borte um das Loch her zusammengefaltet, daß er nicht zerreiße. 33 Und unten an seinen Saum sollst du Granatäpfel machen von blauem und rotem Purpur und Scharlach um und um und zwischen dieselben goldene Schellen auch um und um, 34 daß eine goldene Schelle sei, darnach ein Granatapfel und wieder eine goldene Schelle und wieder ein Granatapfel, um und um an dem Saum des Purpurrocks. 35 Und Aaron soll ihn anhaben, wenn er dient, daß man seinen Klang höre, wenn er aus und eingeht in das Heilige vor dem HERRN, auf daß er nicht sterbe.

Unter diesem schaute mit den Ärmeln und an den Füßen das feine weiße Priestergewand heraus. - Sehen wir zunächst das Ephod näher an. Durch den gleichfarbigen Gürtel zusammengehalten, bestand es eigentlich nur aus einem Vorderstück und einem Rückenstück, welche auf den Schultern zusammengehalten wurden durch Schulterstücke, besetzt mit je einem in Gold gefaßten, großen Edelstein - einem Onyxstein! - Der Stoff des Ephods war in folgenden Farben gewirkt: Blau, Purpurrot, Karmesin und Weiß, dazu durchwirkt mit feinen, aus Goldblech geschnittenen Fäden - eine wundervolle Kunstweberarbeit! (Kap. 39,2.3.)

2. Mose 39,2.3 -- 2 Und er machte den Leibrock von Gold, blauem und rotem Purpur, Scharlach und gezwirnter weißer Leinwand. 3 Und sie schlugen das Gold und schnitten's zu Faden, daß man's künstlich wirken konnte unter den blauen und roten Purpur, Scharlach und weiße Leinwand.

Der Gürtel war vom gleichen Stoff. Auf den Edelsteinen der Schulter waren je sechs Namen von den zwölf Stammen Israels eingeschnitten; denn es sollte des ganzen Volkes gedacht werden vor dem Herrn, wenn der Hohepriester vor Gott trat! - Von den Schulterstücken reichten geflochtene goldene Ketten bis zum „Brustschild“. Dieses war eine große, viereckige Tasche, vom gleichen Stoff wie das Ephod; es wurde auf der Brust getragen und war besetzt mit zwölf leuchtenden Edelsteinen, in welche die Namen der zwölf Stämme Israels eingegraben waren. Wie wir schon sagten, stellt uns das Wundervolle hohepriesterliche Dienstgewand die mannigfachen Eigenschaften und Tätigkeiten des Hohepriestertums zugunsten des Volkes Israel vor Augen. Das Ephod war mit dem Brustschild und den beiden Schulterstücken unzertrennlich verbunden! Die Kraft der Schulter des Hohenpriesters und die Zuneigungen Seines Herzens waren ganz und gar den Interessen derer gewidmet, die er vor Gott vertrat und um derentwillen er das heilige Dienstkleid trug! Er konnte gar nicht anders vor Gott kommen, als auf seinen Schultern und auf seinem Herzen die Namen der Stämme Israels in herrlichstem Glanz vor Gott bringend! - Nun war ja Aarons Dienst ein sehr unvollkommener. Wir müssen uns klarmachen, daß ihm infolge der Verfehlung seiner beiden ältesten Söhne [3. Mos. 10] der Zutritt ins Allerheiligste alsbald versagt wurde, so daß er fortan nur einmal im Jahr - und dann nicht in diesen Kleidern der Herrlichkeit und des Schmuckes - am Großen Versöhnungstag vor Gott ins Allerheiligste kommen durfte. - Doch welch hohe Bedeutung hat Aarons herrliche Kleidung für uns, da sie uns unseren großen Herrn Jesus zeigt in all der Gnade und Herrlichkeit, mit welcher Er jetzt für uns Seines hohepriesterlichen Dienstes waltet im himmlischen Heiligtum: „Weil Er in Ewigkeit bleibt, hat Er ein unveränderliches Priestertum empfangen. Daher vermag Er auch alle völlig zu retten, die durch Ihn Gott nahen; denn Er lebt ja allezeit, um Sich für sie zu verwenden und fürbittend beim Vater für sie einzutreten!

(Samstag, 22. Dezember 1934)

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