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JAHRGANG 1934
Dezember 1934

Sonnabend, den 22. Dezember 1934


2. Mose 28,4

An der Spitze der gesamten Priesterschaft stand der Hohepriester. Der erste Hohepriester war Aaron. Seine Vorrechte und Dienstpflichten waren besondere: er vertrat die ganze Gemeinde Israels vor Gott; und wenn ein Sündopfer für ganz Israel darzubringen war, wie dies vor allem am Großen Versöhnungstag der Fall war, so tat er es. Auch die Befragung des Herrn um Seinen Rat und Willen durch die Urim und Thummim geschah einzig und allein durch den Hohenpriester! [4. Mos. 27,1.2.5.) - Also gerade die höchsten und heiligsten Dienste standen dem Hohenpriester zu!- Außerdem hatte er die Oberaufsicht über den gesamten Gottesdienst, hatte auch in schwierigen Rechtsfällen ausschlaggebend mitzuwirken - die letzte Entscheidung zu treffen. (Lies 5. Mos. 17,8-13; vgl. 2. Chron. 19,8.11.) - [In späteren jüdischen Zeiten war der Hohepriester stets der ordnungsgemäße Vorsitzende des Hohenrates: Matth. 26,57.59; 27,1.] - So stellte denn Gott auch an den Hohenpriester hinsichtlich seiner Heiligung und Weihe höhere Anforderungen als an alle anderen! (3. Mos. 21,10-15.) - Das Ephod [V. 5-14] ist das Hauptstück des hohenpriesterlichen Dienstanzugs. Es war ein bis zu den Knien reichendes Überkleid, das als Schmuck und Zubehör über dem ziemlich langen himmelblauen Oberkleid [V. 31-35] getragen wurde. Unter diesem schaute mit den Ärmeln und an den Füßen das feine weiße Priestergewand heraus. - Sehen wir zunächst das Ephod näher an. Durch den gleichfarbigen Gürtel zusammengehalten, bestand es eigentlich nur aus einem Vorderstück und einem Rückenstück, welche auf den Schultern zusammengehalten wurden durch Schulterstücke, besetzt mit je einem in Gold gefaßten, großen Edelstein - einem Onyxstein! - Der Stoff des Ephods war in folgenden Farben gewirkt: Blau, Purpurrot, Karmesin und Weiß, dazu durchwirkt mit feinen, aus Goldblech geschnittenen Fäden - eine wundervolle Kunstweberarbeit! (Kap. 39,2.3.) - Der Gürtel war vom gleichen Stoff. Auf den Edelsteinen der Schulter waren je sechs Namen von den zwölf Stammen Israels eingeschnitten; denn es sollte des ganzen Volkes gedacht werden vor dem Herrn, wenn der Hohepriester vor Gott trat! - Von den Schulterstücken reichten geflochtene goldene Ketten bis zum „Brustschild“. Dieses war eine große, viereckige Tasche, vom gleichen Stoff wie das Ephod; es wurde auf der Brust getragen und war besetzt mit zwölf leuchtenden Edelsteinen, in welche die Namen der zwölf Stämme Israels eingegraben waren. Wie wir schon sagten, stellt uns das Wundervolle hohepriesterliche Dienstgewand die mannigfachen Eigenschaften und Tätigkeiten des Hohepriestertums zugunsten des Volkes Israel vor Augen. Das Ephod war mit dem Brustschild und den beiden Schulterstücken unzertrennlich verbunden! Die Kraft der Schulter des Hohenpriesters und die Zuneigungen Seines Herzens waren ganz und gar den Interessen derer gewidmet, die er vor Gott vertrat und um derentwillen er das heilige Dienstkleid trug! Er konnte gar nicht anders vor Gott kommen, als auf seinen Schultern und auf seinem Herzen die Namen der Stämme Israels in herrlichstem Glanz vor Gott bringend! - Nun war ja Aarons Dienst ein sehr unvollkommener. Wir müssen uns klarmachen, daß ihm infolge der Verfehlung seiner beiden ältesten Söhne [3. Mos. 10] der Zutritt ins Allerheiligste alsbald versagt wurde, so daß er fortan nur einmal im Jahr - und dann nicht in diesen Kleidern der Herrlichkeit und des Schmuckes - am Großen Versöhnungstag vor Gott ins Allerheiligste kommen durfte! - Doch welch hohe Bedeutung hat Aarons herrliche Kleidung für uns, da sie uns unseren großen Herrn Jesus zeigt in all der Gnade und Herrlichkeit, mit welcher Er jetzt für uns Seines hohepriesterlichen Dienstes waltet im himmlischen Heiligtum: „Weil Er in Ewigkeit bleibt, hat Er ein unveränderliches Priestertum empfangen. Daher vermag Er auch alle völlig zu retten, die durch Ihn Gott nahen; denn Er lebt ja allezeit, um Sich für sie zu verwenden und fürbittend beim Vater für sie einzutreten!

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