BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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DAS ZWEITE BUCH MOSE (Exodus)
D. GESETZ 1: Das Bundesbuch (2. Mose 20-24)

18. Der Schrecken des HERRN, der Israel vorausgeht, wird Kanaaniter nach und nach vertreiben (2. Mose 23,27-31)


2. MOSE 23,30-31

30 einzeln nacheinander will ich sie vor dir her ausstoßen, bis du wächsest und das Land besitzest. 31 Und will deine Grenze setzen von dem Schilfmeer bis an das Philistermeer und von der Wüste bis an den Strom. Denn ich will dir in deine Hand geben die Einwohner des Landes, daß du sie sollst ausstoßen vor dir her.

„Nach und nach werde Ich die Feinde vor dir vertreiben, bis du fruchtbar bist und das Land besitzest!“ - Junge Kinder Gottes, die sehr eifrig, freudig und ganz entschlossen sind, den Herrn zu verherrlichen, sind oft ganz erschrocken und geschlagen, wenn sie trotz allen guten Willens - trotz allen Glaubens manchmal von einer Sünde überwältigt - vom Feinde in eine Schlinge gelockt werden. Sie können es gar nicht begreifen, warum der Herr dies zuläßt; sie gehen hinaus und weinen bitterlich wie Petrus! (Lies Matth. 26,69-75.)

Matthäus 26,69-75 -- 69 Petrus aber saß draußen im Hof; und es trat zu ihm eine Magd und sprach: Und du warst auch mit dem Jesus aus Galiläa. 70 Er leugnete aber vor ihnen allen und sprach: Ich weiß nicht, was du sagst. 71 Als er aber zur Tür hinausging, sah ihn eine andere und sprach zu denen, die da waren: Dieser war auch mit dem Jesus von Nazareth. 72 Und er leugnete abermals und schwur dazu: Ich kenne den Menschen nicht. 73 Und über eine kleine Weile traten die hinzu, die dastanden, und sprachen zu Petrus: Wahrlich du bist auch einer von denen; denn deine Sprache verrät dich. 74 Da hob er an sich zu verfluchen und zu schwören: Ich kenne diesen Menschen nicht. Uns alsbald krähte der Hahn. 75 Da dachte Petrus an die Worte Jesu, da er zu ihm sagte: "Ehe der Hahn krähen wird, wirst du mich dreimal verleugnen", und ging hinaus und weinte bitterlich.

Sie dürfen sich freilich nicht an Niederlagen gewöhnen, und es ist nötig, daß sie sehr über dieselben erschrecken und Buße tun. Dennoch läßt der Herr solche Niederlagen hie und da zu, damit sie die Tücken des Feindes und die Unzuverlässigkeit eigener guter Vorsätze, eigener Kraft kennenlernen - damit sie gedemütigt und zerbrochen werden! Denn demütig und zerbrochen wird man nur auf dem Weg der Demütigung und des Zerbrochenwerdens. Der Herr muß uns auch von verborgenen Fehlern reinigen, dadurch, daß diese zutage treten und nun erst erkannt werden. Ja, nur auf dem Wege tiefer Zerbrechung und Reinigung können wir reifen und fruchtbar werden für Gott! Wir hören: „Jede Rebe, die Frucht bringt, die reinigt der Herr, damit sie mehr Frucht bringe!“ In Mal. 3,2.3 heißte es: „Der Herr wird sitzen und das Silber schmelzen und reinigen; Er wird die Kinder Levi reinigen und sie läutern wie das Gold; und dann werden sie dem Herrn Opfergaben darbringen in Gerechtigkeit!“ [Lies Spr. 17,3; 25,4; Ps. 66,8-16.]

Sprüche 17,3 -- Wie das Feuer Silber und der Ofen Gold, also prüft der HERR die Herzen. / Sprüche 25,4 -- Man tue den Schaum vom Silber, so wird ein reines Gefäß daraus. / Psalm 66,8-16 -- 8 Lobet, ihr Völker, unsern Gott; lasset seinen Ruhm weit erschallen, 9 der unsre Seelen im Leben erhält und läßt unsre Füße nicht gleiten. 10 Denn, Gott, du hast uns versucht und geläutert wie das Silber geläutert wird; 11 du hast uns lassen in den Turm werfen; du hast auf unsere Lenden eine Last gelegt; 12 du hast Menschen lassen über unser Haupt fahren; wir sind in Feuer und Wasser gekommen: aber du hast uns ausgeführt und erquickt. 13 Darum will ich mit Brandopfern gehen in dein Haus und dir meine Gelübde bezahlen, 14 wie ich meine Lippen habe aufgetan und mein Mund geredet hat in meiner Not. 15 Ich will dir Brandopfer bringen von feisten Schafen samt dem Rauch von Widdern; ich will opfern Rinder mit Böcken. (Sela.) 16 Kommet her, höret zu alle, die ihr Gott fürchtet; ich will erzählen, was er an meiner Seele getan hat.

Unser geistliches Wachstum, die innere Vertiefung und Heiligung, soll normal fortschreiten und braucht dazu Zeit. Sehen wir nur zu, daß wir zur rechten Zeit die Demut, die selbstlose Liebe, die Reinheit gewinnen - die Stufen des göttlichen Lebens erreichen, wie Gott sie entsprechend der Zeit unseres Bekehrtseins erwarten kann! - Den hebräischen Christen mußte der Vorwurf gemacht werden : „Ihr seid im Hören träge geworden; es ist schwer, euch mit dem Worte zu dienen; denn da ihr der Zeit nach schon solche sein solltet, die andere in göttlichen Dingen unterrichten, habt ihr selbst von neuem nötig, daß man euch die Anfangsgründe des göttlichen Lebens beibringe! Ja, ihr seid wieder solche geworden, denen man (in geistlicher Hinsicht) Milch, also Kindernahrung, geben muß - denen man keine feste Speise geben kann! - Wem man nur Milch geben kann, der ist durchaus noch unerfahren im Worte der Gerechtigkeit - der kann tiefere Unterweisung nicht verstehen, denn er ist in bezug auf geistliches Verständnis noch wie ein unmündiges Kind. Die starke Speise dagegen ist für die geistlich Reifen. Sie haben sich daran gewöhnt, ihre inneren Fähigkeiten zu üben, so daß sie klar unterscheiden können, was gut und was böse ist in den Augen Gottes!“ - V. 31: Die göttliche Verheißung schließt hier mit einer allgemeinen Grenzzeichnung des Landes, das Gott Seinem Volk Israel geben wollte. Schon einem Abraham hatte Gott diese Grenzen genannt in 1. Mos. 15,18-21.

1. Mose 15,18-21 -- 18 An dem Tage machte der HERR einen Bund mit Abram und sprach: Deinem Samen will ich dies Land geben, von dem Wasser Ägyptens an bis an das große Wasser Euphrat: 19 die Keniter, die Kenisiter, die Kadmoniter, 20 die Hethiter, die Pheresiter, die Riesen, 21 die Amoriter, die Kanaaniter, die Girgasiter, die Jebusiter.

Dieselben schließen wohl die ganze Halbinsel Sinai mit ein, und mit dem „Schilfmeer“ sind jedenfalls die beiden Nordzipfel des Roten Meeres gemeint. Die Westgrenze setzt sich dann in dem „Meer der Philister“ also dem Mittelländischen Meere fort. Im Nordosten schließt sich als Grenze der „Strom“ d. h. der Euphratstrom an. Das arabische Wüstenhochland bildet die Südgrenze. - Wir sehen also, daß Gott Seinem Israel ein weit ausgedehnteres Land zugedacht hatte, als sie es je eingenommen haben. Aber es ist herrlich zu wissen, daß im zukünftigen Tausendjährigen Reiche das zwölfstämmige Israel sein altes Erbland in der vollen von Gott gewollten Ausdehnung in Besitz haben wird. [Lies Ps. 72,8-11.]

Psalm 72,8-11 -- 8 Er wird herrschen von einem Meer bis ans andere und von dem Strom an bis zu der Welt Enden. 9 Vor ihm werden sich neigen die in der Wüste, und seine Feinde werden Staub lecken. 10 Die Könige zu Tharsis und auf den Inseln werden Geschenke bringen; die Könige aus Reicharabien und Seba werden Gaben zuführen. 11 Alle Könige werden ihn anbeten; alle Heiden werden ihm dienen.

Wie herrlich ist uns das heilige Land des geistlichen Lebens, der göttlichen Liebe und der Gemeinschaft mit Gott aufgetan. O wir wollen alles in Besitz nehmen, was Jesus uns so teuer erworben hat und was der Heilige Geist uns in unserer Bibel köstlich macht für unsere Seele - für unser tägliches Leben! (Lies Eph. 1,3-7.)

Epheser 1,3-7 -- 3 Gelobet sei Gott und der Vater unsers HERRN Jesu Christi, der uns gesegnet hat mit allerlei geistlichem Segen in himmlischen Gütern durch Christum; 4 wie er uns denn erwählt hat durch denselben, ehe der Welt Grund gelegt war, daß wir sollten sein heilig und unsträflich vor ihm in der Liebe; 5 und hat uns verordnet zur Kindschaft gegen sich selbst durch Jesum Christum nach dem Wohlgefallen seines Willens, 6 zu Lob seiner herrlichen Gnade, durch welche er uns hat angenehm gemacht in dem Geliebten, 7 an welchem wir haben die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden, nach dem Reichtum seiner Gnade,

(Mittwoch, 10. Oktober 1934)

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