BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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1934)

Startseite -- Bücher AT -- 2. Mose -- 208 (Hut vor und Gehorsam gegenüber dem Engel des Herrn, der Israel vorausgeht)
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DAS ZWEITE BUCH MOSE (Exodus)
D. GESETZ 1: Das Bundesbuch (2. Mose 20-24)

16. Hut vor und Gehorsam gegenüber dem Engel des Herrn, der Israel vorausgeht (2. Mose 23,19b-24)


2. MOSE 23,19b-21

19 Die Erstlinge von der ersten Frucht auf deinem Felde sollst du bringen in das Haus des HERRN, deines Gottes. Und sollst das Böcklein nicht kochen in seiner Mutter Milch. 20 Siehe, ich sende einen Engel vor dir her, der dich behüte auf dem Wege und bringe dich an den Ort, den ich bereitet habe. 21 Darum hüte dich vor seinem Angesicht und gehorche seiner Stimme und erbittere ihn nicht; denn er wird euer Übertreten nicht vergeben, und mein Name ist in ihm.

Du sollst ein Böcklein nicht kochen in der Milch seiner Mutter!“ Dieses Verbot greift zurück auf eine Gewohnheit alter heidnischer Völker, welche bei ihrem Haupterntefest ein Ziegenböcklein in der Milch seiner Mutter kochten und mit dieser Milch ihre Obstbäume, Felder und Gärten besprengten. Das sollte dieselben fürs nächste Jahr fruchtbar machen! - Diese abergläubische Gewohnheit verbot Gott Seinem Volk Israel. Zudem erscheint das Kochen des jungen Tieres in der Milch der eigenen Mutter als eine das von Gott zwischen Alten und Jungen geordnete und geheiligte Verhältnis mißachtende Umkehrung der Naturordnung. - Heute noch kochen die Araber Lammfleisch in saurer Milch! Doch in Israel sollte dies nicht geschehen. Gott will, daß Sein Volk in jeder Hinsicht Zartgefühl zeige und auch im Blick auf die Tiere die von Gott geschaffenen Beziehungen achte. „Der Gerechte erbarmt sich auch seines Viehes und weiß, wie es ihm zumute ist; aber das Herz eines Menschen, der sich nicht nach Gottes Gesetz richtet, ist grausam!“ [Spr. 12,10; vgl. 4. Mos. 22,21-32.]

Sprüche 12,10 -- Der Gerechte erbarmt sich seines Viehs; aber das Herz der Gottlosen ist unbarmherzig. / 4. Mose 22,21-32 -- 21 Da stand Bileam des Morgens auf und sattelte seine Eselin und zog mit den Fürsten der Moabiter. 22 Aber der Zorn Gottes ergrimmte, daß er hinzog. Und der Engel des HERRN trat ihm in den Weg, daß er ihm widerstünde. Er aber ritt auf seiner Eselin, und zwei Knechte waren mit ihm. 23 Und die Eselin sah den Engel des HERRN im Wege stehen und ein bloßes Schwert in seiner Hand. Und die Eselin wich aus dem Wege und ging auf dem Felde; Bileam aber schlug sie, daß sie in den Weg sollte gehen. 24 Da trat der Engel des HERRN in den Pfad bei den Weinbergen, da auf beiden Seiten Wände waren. 25 Und da die Eselin den Engel des HERRN sah, drängte sie sich an die Wand und klemmte Bileam den Fuß an der Wand; und er schlug sie noch mehr. 26 Da ging der Engel des HERRN weiter und trat an einen engen Ort, da kein Weg war zu weichen, weder zur Rechten noch zur Linken. 27 Und da die Eselin den Engel des HERRN sah, fiel sie auf ihre Knie unter Bileam. Da ergrimmte der Zorn Bileams, und er schlug die Eselin mit dem Stabe. 28 Da tat der HERR der Eselin den Mund auf, und sie sprach zu Bileam: Was habe ich dir getan, daß du mich geschlagen hast nun dreimal? 29 Bileam sprach zur Eselin: Daß du mich höhnest! ach, daß ich jetzt ein Schwert in der Hand hätte, ich wollte dich erwürgen! 30 Die Eselin sprach zu Bileam: Bin ich nicht deine Eselin, darauf du geritten bist zu deiner Zeit bis auf diesen Tag? Habe ich auch je gepflegt, dir also zu tun? Er sprach: Nein. 31 Da öffnete der HERR dem Bileam die Augen, daß er den Engel des HERRN sah im Wege stehen und ein bloßes Schwert in seiner Hand, und er neigte und bückte sich mit seinem Angesicht. 32 Und der Engel des HERRN sprach zu ihm: Warum hast du deine Eselin geschlagen nun dreimal? Siehe, ich bin ausgegangen, daß ich dir widerstehe; denn dein Weg ist vor mir verkehrt.

in Vers 20-33 beschließt Mose die Vorlegung der Rechte und Satzungen des Herrn mit Segensverheißungen, durch welche Gott einerseits Israel die ihm zugesagten Güter und Wohltaten verbürgt, andererseits das Volk zur Erfüllung seiner Pflichten ermutigen und die erforderliche Willigkeit und Liebe dazu erwecken will! - Diese Verheißungen sichern dem Volk nicht nur den göttlichen Schutz auf seinem Zug durch die Wüste und bei der Einnahme Kanaans zu, sondern auch Erhaltung und Segnung: „Siehe, Ich sende einen Engel vor dir her, um dich auf dem Wege zu bewahren und dich an den Ort zu bringen, den Ich dir bereitet habe!“ - Dieser Engel ist nicht ein geschaffener Geist, sondern eine geheime Erscheinung des Herrn Selbst, der in der Wolken und Feuersäule führend und schirmend vor Israel herzog. (Vgl. 2. Mos. 13,21.22; 14,19.20; 33,12-14.)

2. Mose 13,21.22 -- 21 Und der HERR zog vor ihnen her, des Tages in einer Wolkensäule, daß er den rechten Weg führte, und des Nachts in einer Feuersäule, daß er ihnen leuchtete, zu reisen Tag und Nacht. 22 Die Wolkensäule wich nimmer von dem Volk des Tages noch die Feuersäule des Nachts. / 2. Mose 14,19.20 -- 19 Da erhob sich der Engel Gottes, der vor dem Heer Israels her zog, und machte sich hinter sie; und die Wolkensäule machte sich auch von ihrem Angesicht und trat hinter sie 20 und kam zwischen das Heer der Ägypter und das Heer Israels. Es war aber eine finstere Wolke und erleuchtete die Nacht, daß sie die ganze Nacht, diese und jene, nicht zusammenkommen konnten. / 2. Mose 33,12-14 -- 12 Und Mose sprach zu dem HERRN: Siehe, du sprichst zu mir: Führe das Volk hinauf! und läßt mich nicht wissen, wen du mit mir senden willst, so du doch gesagt hast: Ich kenne dich mit Namen, und du hast Gnade vor meinen Augen gefunden. 13 Habe ich denn Gnade vor deinen Augen gefunden, so laß mich deinen Weg wissen, damit ich dich kenne und Gnade vor deinen Augen finde. Und siehe doch, daß dies Volk dein Volk ist. 14 Er sprach: Mein Angesicht soll vorangehen; damit will ich dich leiten.

Jesaja nennt ihn den „Engel Seines Angesichts“ und sagt: „In all ihrer Bedrängnis war Er bedrängt; in Seiner Liebe und in Seiner Erbarmung hat Er Israel erlöst! Und Er hob sie empor und trug sie alle Tage!“ Diesem Engel des Herrn werden also göttliche Eigenschaften beigelegt. Gott sagt: „Mein Name ist in Ihm!“ und fordert völligen und eifrigen Gehorsam ihm gegenüber. - Ist es nicht im ganzen Alten Testament so, daß die zweite Person der göttlichen Dreieinigkeit, unser Herr Jesus, Sich häufig in geheimnisvoller Gestalt den Glaubenden offenbart - eine Vorschattung Seines späteren Kommens als Mensch in die Welt? [Lies 1. Mos. 22,11.12.]

1. Mose 22,11.12 -- 11 Da rief ihm der Engel des HERRN vom Himmel und sprach: Abraham! Abraham! Er antwortete: Hier bin ich. 12 Er sprach: Lege deine Hand nicht an den Knaben und tue ihm nichts; denn nun weiß ich, daß du Gott fürchtest und hast deines einzigen Sohnes nicht verschont um meinetwillen

Jetzt, da unser Herr Jesus geoffenbart ist als der Sohn Gottes, der vom Himmel gekommen ist, die Erlösung vollbracht und Sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones Gottes, fordert uns das ganze Neue Testament auf, Ihn zu ehren, den Gott uns als Hirten und Bewahrer auf dem Wege zur ewigen Herrlichkeit gegeben hat. (Vgl. Joh. 6,39; 10,4.27; 1. Petr. 1,5.) – „Hüte dich vor ihm und höre auf seine Stimme und reize ihn nicht (oder: sei nicht widerspenstig gegen ihn)!“

Johannes 6,39 -- Das ist aber der Wille des Vaters, der mich gesandt hat, daß ich nichts verliere von allem, was er mir gegeben hat, sondern daß ich's auferwecke am Jüngsten Tage. / Johannes 10,4.27 -- 4 Und wenn er seine Schafe hat ausgelassen, geht er vor ihnen hin, und die Schafe folgen ihm nach; denn sie kennen seine Stimme. ... 27 Denn meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie; und sie folgen mir. / 1. Petrus 1,5 -- euch, die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahrt werdet zur Seligkeit, die bereitet ist, daß sie offenbar werde zu der letzten Zeit.

Israel sollte eine heilige Ehrfurcht haben vor diesem Engel des Herrn, in welchem Gott Selbst gegenwärtig war. Gott sagt: „Mein Name ist in Ihm!“ Fehlt es nicht den Gläubigen häufig an dieser heiligen Scheu Gott und dem großen Heiland gegenüber, den Gott uns gegeben hat? Wenn wir Ihn reizen durch Eigenwillen und Verkehrtheit - wenn wir widerspenstig sind statt zu gehorchen, so bringen wir eine Scheidewand zwischen uns und Ihn, und Er kann uns nicht vergeben noch zurechtbringen! Es gibt so viele Menschen, denen man es nicht geradezu absprechen kann, daß sie sich einmal dem Herrn Jesus anvertrauten, aber man vermißt bei ihnen fast alle wichtigen Züge und Kennzeichen des erneuerten Menschen!

(Donnerstag, 4. Oktober)

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