BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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Startseite -- Bücher AT -- 2. Mose -- 207 (Opferbestimmungen: Tierblut, Sauerteig, Tierfett, Erstlingsfrüchte, Böcklein und Ziegenmilch)
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DAS ZWEITE BUCH MOSE (Exodus)
D. GESETZ 1: Das Bundesbuch (2. Mose 20-24)

15. Opferbestimmungen: Tierblut, Sauerteig, Tierfett, Erstlingsfrüchte, Böcklein und Ziegenmilch (2. Mose 23,18-19a)


2. MOSE 23,19a

19 Die Erstlinge von der ersten Frucht auf deinem Felde sollst du bringen in das Haus des HERRN, deines Gottes. Und sollst das Böcklein nicht kochen in seiner Mutter Milch.

Von allem, was sie ernteten an Feld- und Baumfrüchten, sollten und durften die Israeliten des Erste und Beste dem Herrn bringen: „Mit der Abgabe vom Überfluß deiner Tenne und deiner Kelter sollst du nicht zögern! Das Beste der Erstlinge deines Landes sollst du in das Haus des Herrn, deines Gottes, bringen!“ - Das Haus und die Sache seines Gottes war einem gläubigen Israeliten sehr teuer, und er sah es als die größte Ehre an, wenn er hierfür etwas geben durfte. David sagt: „Herr, ich liebe die Wohnung Deines Hauses und den Wohnort Deiner Herrlichkeit!“ Da der Herr Sein Volk Israel so reich gesegnet hatte im Land Kanaan, so forderte Er, daß sie das Beste vom Öl und vom Most und vom Getreide Ihm, ihrem Gott, gaben, und Er verwandte diese Abgaben zum Unterhalt Seiner Priester! [4. Mos. 18,8-19.]

4. Mose 18,8-19 -- 8 Und der HERR sagte zu Aaron: Siehe, ich habe dir gegeben meine Hebopfer von allem, was die Kinder Israel heiligen, als Gebühr dir und deinen Söhnen zum ewigen Recht 9 Das sollst du haben von dem Hochheiligen: Was nicht angezündet wird von allen ihren Gaben an allen ihren Speisopfern und an allen ihren Sündopfern und an allen ihren Schuldopfern, die sie mir geben, das soll dir und deinen Söhnen ein Hochheiliges sein. 10 An einem heiligen Ort sollst du es essen. Was männlich ist, soll davon essen; denn es soll dir heilig sein. 11 Ich habe auch das Hebopfer ihrer Gabe an allen Webeopfern der Kinder Israel dir gegeben und deinen Söhnen und Töchtern samt dir zum ewigen Recht; wer rein ist in deinem Hause, soll davon essen. 12 Alles beste Öl und alles Beste vom Most und Korn, nämlich ihre Erstlinge, die sie dem HERRN geben, habe ich dir gegeben. 13 Die erste Frucht, die sie dem HERRN bringen von allem, was in ihrem Lande ist, soll dein sein; wer rein ist in deinem Hause, soll davon essen. 14 Alles Verbannte in Israel soll dein sein. 15 Alles, was die Mutter bricht unter allem Fleisch, das sie dem HERRN bringen, es sei ein Mensch oder Vieh, soll dein sein; doch daß du die erste Menschenfrucht lösen lassest und die erste Frucht eines unreinen Viehs auch lösen lassest. 16 Sie sollen's aber lösen, wenn's einen Monat alt ist; und sollst es zu lösen geben um Geld, um fünf Silberlinge nach dem Lot des Heiligtums, das hat zwanzig Gera. 17 Aber die erste Frucht eines Rindes oder Schafes oder einer Ziege sollst du nicht zu lösen geben, denn sie sind heilig; ihr Blut sollst du sprengen auf den Altar, und ihr Fett sollst du anzünden zum Opfer des süßen Geruchs dem HERRN. 18 Ihr Fleisch soll dein sein, wie auch die Webebrust und die rechte Schulter dein ist. 19 Alle Hebeopfer, die die Kinder Israel heiligen dem HERRN, habe ich dir gegeben und deinen Söhnen und deinen Töchtern samt dir zum ewigen Recht. Das soll ein unverweslicher Bund sein ewig vor dem HERRN, dir und deinem Samen samt dir.

Auch heute haben es die Kinder Gottes in ihrem Geben nicht in erster Linie mit denen zu tun, die ihnen mit dem Worte Gottes und an ihrer Seele dienen, sondern mit Gott Selbst, der unsere Herzen prüft - der Wohlgefallen hat an Aufrichtigkeit und Dankbarkeit. - Allerdings sollen wir uns auch freuen an denen, die für den Herrn dastehen und die an unserer Förderung im Glauben arbeiten. In Neh. 12,44 heißt es: „Das Volk Juda hatte Freude an den Priestern und an den Leviten, welche im Dienst vor dem Herrn standen!“; (Vgl. 1. Thess. 5,12.13.)

1. Thessalonicher 5,12.13 -- 12 Wir bitten aber euch, liebe Brüder, daß ihr erkennet, die an euch arbeiten und euch vorstehen in dem HERRN und euch vermahnen; 13 habt sie desto lieber um ihres Werks willen und seid friedsam mit ihnen.

Paulus schreibt den Galatern: „Wer im Worte Gottes unterwiesen wird, gebe von allem Guten, das er hat, dem ab, der ihn unterrichtet!“ - Unser natürliches Herz hängt am Irdischen. Selbstsucht und Habsucht sind vielverbreitete Sünden bei den Menschen; und selbst viele Kinder Gottes sind noch gebunden an diese dunklen Mächte! - Ja, es kann noch solch eine Zurückhaltung im Geben bei Kindern Gottes da sein, und gar manches muß man als geizig bezeichnen! Habsucht und Geiz, Selbstsucht und Zurückhalten mit den Gaben - das sind direkte Bindungen des Teufels für Kinder Gottes. Sie denken: „Wenn ich weniger gebe, dann habe ich mehr!“ - In Wirklichkeit ist aber das Gegenteil der Fall: Wenn ich viel von Gott empfangen will, dann muß ich durch freudiges und reichliches Geben in meiner Geldkasse, in meinem Speicher, in meinen Schubfächern Platz machen für die Segnungen Gottes! - Oft ist es auch eine gewisse Ängstlichkeit, ein Sorgengeist, der uns zögern läßt, das zu geben, was der Herr uns schon eine geraume Weile gesagt hat!- Man kann auch so beschäftigt sein mit allem möglichen anderen, daß man vergißt, die Opfer des Wohltuns und des Mitteilens darzubringen. Deshalb steht geschrieben: „Vergeßt auch nicht, wohlzutun und mitzuteilen, denn das sind Opfer, an denen Gott Wohlgefallen hat!“ [Lies Apgesch. 9,36.39; Röm. 12,13; 2. Thess. 3,13.]

Apostelgeschichte 9,36.39 -- 36 Zu Joppe aber war eine Jüngerin mit Namen Tabea (welches verdolmetscht heißt: Rehe), die war voll guter Werke und Almosen, die sie tat. ... 39 Petrus aber stand auf und kam mit ihnen. Und als er hingekommen war, führten sie ihn hinauf auf den Söller, und traten um ihn alle Witwen, weinten und zeigten ihm die Röcke und Kleider, welche die Rehe machte, als sie noch bei ihnen war. / Römer 12,13 -- Nehmet euch der Notdurft der Heiligen an. Herberget gern. / 2. Thessalonicher 3,13 -- Ihr aber, liebe Brüder, werdet nicht verdrossen Gutes zu tun.

Es ist manchmal schon gesagt worden: „Doppelt gibt, wer schnell gibt!“ An dieses menschliche Sprichwort werden wir durch unsere heutige Stelle erinnert. - In 5. Mos. 26,1-10 finden wir eine wunderschöne Beschreibung, wie der Israelit seine Erstlinge in das Haus seines Gottes bringen sollte: mit einem dankbaren Bekenntnis dessen, was die erlösende Gnade an ihm getan und ihm geschenkt hatte!

5. Mose 26,1-10 -- 1 Wenn du in das Land kommst, das dir der HERR, dein Gott, zum Erbe geben wird, und nimmst es ein und wohnst darin, 2 so sollst du nehmen allerlei erste Früchte des Landes, die aus der Erde kommen, die der HERR, dein Gott dir gibt, und sollst sie in einen Korb legen und hingehen an den Ort, den der HERR, dein Gott, erwählen wird, daß sein Name daselbst wohne, 3 und sollst zu dem Priester kommen, der zu der Zeit da ist, und zu ihm sagen: Ich bekenne heute dem HERRN, deinem Gott, daß ich gekommen bin in das Land, das der HERR unsern Vätern geschworen hat uns zu geben. 4 Und der Priester soll den Korb nehmen von deiner Hand und vor dem Altar des HERRN, deines Gottes, niedersetzen. 5 Da sollst du antworten und sagen vor dem HERRN, deinem Gott: Mein Vater war ein Syrer und nahe dem Umkommen und zog hinab nach Ägypten und war daselbst ein Fremdling mit geringem Volk und ward daselbst ein großes, starkes und zahlreiches Volk. 6 Aber die Ägypter behandelten uns übel und zwangen uns und legten einen harten Dienst auf uns. 7 Da schrieen wir zu dem HERRN, dem Gott unsrer Väter; und der HERR erhörte unser Schreien und sah unser Elend, unsre Angst und Not 8 und führte uns aus Ägypten mit mächtiger Hand und ausgerecktem Arm und mit großem Schrecken, durch Zeichen und Wunder 9 und brachte uns an diesen Ort und gab uns dies Land, darin Milch und Honig fließt. 10 Nun bringe ich die ersten Früchte des Landes, die du, HERR, mir gegeben hast. Und sollst sie lassen vor dem HERRN, deinem Gott, und anbeten vor dem HERRN, deinem Gott.

Anbetung, Lobpreis und Freude vor dem Angesicht Gottes begleitete die Darbringung der Erstlinge. - Auch wir wollen es als eine große Gnade ansehen, wenn wir dem Herrn große Opfer, reichliche Gaben darbringen dürfen. Denken wir an Hanna, deren Herz jubelte, als sie dem Herrn ihr Teuerstes auf immerdar zum Opfer brachte! (Lies 1. Sam. 1,26 - 2,2.)

1. Samuel 1,26 - 2.2 -- 26 Und sie sprach: Ach, mein Herr, so wahr deine Seele lebt, mein Herr, ich bin das Weib, das hier bei dir stand, zu dem HERRN zu beten. 27 Um diesen Knaben bat ich. Nun hat der HERR meine Bitte gegeben, die ich von ihm bat. 28 Darum gebe ich ihm dem HERRN wieder sein Leben lang, weil er vom HERRN erbeten ist. Und sie beteten daselbst den HERRN an. / 1. Samuel 2,1.2 -- 1 Und Hanna betete und sprach: Mein Herz ist fröhlich in dem HERRN; mein Horn ist erhöht in dem HERRN. Mein Mund hat sich weit aufgetan über meine Feinde; denn ich freue mich deines Heils. 2 Es ist niemand heilig wie der HERR, außer dir ist keiner; und ist kein Hort, wie unser Gott ist.

(Mittwoch, 3. Oktober 1934)

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