BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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Startseite -- Bücher AT -- 2. Mose -- 084 (Wie der HERR den Pharao dazu brachte, das Volk Israel in der Wüste zu verfolgen: Lagerung Israels am Meer)
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DAS ZWEITE BUCH MOSE (Exodus)
B. GERICHT über Ägypten und RETTUNG Israels (2. Mose 7-14)

21. Wie der HERR den Pharao dazu brachte, das Volk Israel in der Wüste zu verfolgen: Lagerung Israels am Meer (2. Mose 14,1-20)


2. MOSE 14,13.14

13 Mose sprach zum Volk: Fürchtet euch nicht, stehet fest und sehet zu, was für ein Heil der HERR heute an euch tun wird. Denn diese Ägypter, die ihr heute sehet, werdet ihr nimmermehr sehen ewiglich. 14 Der HERR wird für euch streiten, und ihr werdet still sein.

Und Mose sprach zu dem Volke: „Fürchtet euch nicht. Stehet und sehet die Rettung des Herrn, die Er euch heute schaffen wird. Denn die Ägypter, die ihr heute sehet, die werdet ihr hinfort nicht mehr sehen ewiglich. Der Herr wird für euch streiten, und ihr werdet stille sein!“ - „Stille sein“, das ist die erste Bedingung, wenn uns geholfen werden soll – die wichtigste innere Einstellung, die unser Glaube angesichts einer hereingebrochenen Not oder Prüfung einnehmen soll und einnehmen darf. Dem natürlichen Menschen allerdings ist es ganz unmöglich, stille zu werden und stille zu sein, wenn alles dazu angetan ist, uns zu erschrecken, zu ängstigen, ja, uns zu vernichten! – Wer einigermaßen die Ruhelosigkeit und die Angst des menschlichen Herzens in der Voraussicht von Trübsalen oder beim Anblick großer Schwierigkeiten kennt, der weiß, daß ein wirkliches, heiliges Stillewerden und Stillesein nur von oben her geschenkt – nur durch den Heiligen Geist gewirkt werden kann in unserer Seele! Welch köstliche Hilfe ist dem Kinde Gottes die Aufforderung: „Sei stille dem Herrn und warte auf Ihn!“ – „Befiehl Ihm deinen Weg und vertraue auf Ihn! Dann wird Er handeln; ja, vertraue still dem Herrn und harre auf Ihn!“ [Lies Klagel. 3,22-27.]

Klagelieder 3,22-27 -- 22 Die Güte des HERRN ist's, daß wir nicht gar aus sind; seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, 23 sondern sie ist alle Morgen neu, und deine Treue ist groß. 24 Der HERR ist mein Teil, spricht meine Seele; darum will ich auf ihn hoffen. 25 Denn der HERR ist freundlich dem, der auf sie harrt, und der Seele, die nach ihm fragt. 26 Es ist ein köstlich Ding, geduldig sein und auf die Hilfe des HERRN hoffen. 27 Es ist ein köstlich Ding einem Mann, daß er das Joch in seiner Jugend trage;

In den langen und mannigfaltigen Leiden, Bedrängnissen und Schwierigkeiten seiner Verfolgungszeit hatte David wirklich gelernt, stille zu halten und stille zu werden: „Nur auf Gott vertraut still meine Seele; von Ihm kommt meine Rettung. Nur Er ist mein Fels und meine Rettung, die hohe Festung, in der ich mich berge. Deshalb werde ich nicht wanken! Auf Gott ruht mein Heil und meine Herrlichkeit; der Fels meiner Stärke, meine Zuflucht ist in Gott!“. (Lies Hebr. 10,35-39; Jak. 5,7-11.)

Hebräer 10,35-39 -- 35 Werfet euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat. 36 Geduld aber ist euch not, auf daß ihr den Willen Gottes tut und die Verheißung empfanget. 37 Denn "noch über eine kleine Weile, so wird kommen, der da kommen soll, und nicht verziehen. 38 Der Gerechte aber wird des Glaubens leben, Wer aber weichen wird, an dem wird meine Seele keinen Gefallen haben." 39 Wir aber sind nicht von denen, die da weichen und verdammt werden, sondern von denen, die da glauben und die Seele erretten. / Jakobus 5,7-11 -- 7 So seid nun geduldig, liebe Brüder, bis auf die Zukunft des HERRN. Siehe, ein Ackermann wartet auf die köstliche Frucht der Erde und ist geduldig darüber, bis er empfange den Frühregen und den Spätregen. 8 Seid ihr auch geduldig und stärket eure Herzen; denn die Zukunft des HERRN ist nahe. 9 Seufzet nicht widereinander, liebe Brüder, auf daß ihr nicht verdammt werdet. Siehe, der Richter ist vor der Tür. 10 Nehmet, meine lieben Brüder, zum Exempel des Leidens und der Geduld die Propheten, die geredet haben in dem Namen des HERRN. 11 Siehe, wir preisen selig, die erduldet haben. Die Geduld Hiobs habt ihr gehört, und das Ende des HERRN habt ihr gesehen; denn der HERR ist barmherzig und ein Erbarmer.

Unser natürliches Herz meint, unbedingt etwas unternehmen zu müssen, um die Lage zu ändern, die Not zu wenden. Aber was vermögen wir? – Was konnten die Kinder Israel tun am Roten Meer? Konnten sie dessen Fluten austrocknen? Vermochten sie die Felswände, welche sie einengten, zu durchbrechen und sich einen Ausweg zu schaffen, auf welchem sie den Ägyptern entfliehen konnten? Waren sie imstande, das glänzende Kriegsheer Pharaos zu vernichten? Unmöglich! Sie standen da, umschlossen von einer undurchdringlichen Mauer von Schwierigkeiten – solcher Schwierigkeiten, bei deren Anblick die Natur zittern und vor Angst vergehen mußte – nur ihre vollständige Ohnmacht fühlen konnte! – Nein wir erreichen nichts durch unsere Unruhe und unser ängstliches Sorgen. Wir vermögen ja nicht ein Haar weiß oder schwarz zu machen, noch unserer Größe eine Elle hinzuzusetzen, noch mit unserem Sorgen unser Leben auch nur um eine kurze Spanne Zeit zu verlängern! Unser Unglaube schafft uns nur neue Schwierigkeiten, oder er vergrößert die bereits vorhandenen; und dann treibt er uns an, sie durch unsere eigene, unruhige und nutzlose Tätigkeit zu beseitigen. So hüllen wir uns gar oft in eine dichte Staubwolke ein, die uns hindert, die Rettung zu schauen, welche der Herr uns bereitet hat. Nur wenn wir Angst und Furcht als Unglauben und Sünde verurteilen und hinwegtun – nur wenn wir unseren Gott durch ein kindliches und zuversichtliches Vertrauen auch im dunkelsten Augenblick ehren, kann Er Sich offenbaren zu unserer Hilfe! Jesus spricht: „Habe Ich dir nicht gesagt, wenn du vertrauen würdest, so würdest du die Herrlichkeit Gottes sehen?“ (Lies Ps. 18,17-19 [Luth. 18-20].)

Psalm 18,18-20 -- 18 Er errettete mich von meinen starken Feinden, von meinen Hassern, die mir zu mächtig waren, 19 die mich überwältigten zur Zeit meines Unglücks; und der HERR ward meine Zuversicht. 20 Und er führte mich aus ins Weite. Er riß mich heraus; denn er hatte Lust zu mir.

(Sonntag, 25. März 1934)

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