BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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Startseite -- Bücher AT -- 1. Mose -- 744 ( Josef beweint seinen Vater mit seinen Brüdern und begräbt ihn mit des Pharaos Erlaubnis im Land Kanaan )
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DAS ERSTE BUCH MOSE (Genesis)
F. JOSEF und wie Israel nach Ägypten kam (1. Mose 37,1 - 50,26)

49. Josef beweint seinen Vater mit seinen Brüdern und begräbt ihn mit des Pharaos Erlaubnis im Land Kanaan (1. Mose 50,1-14)


1. MOSE 50,1-9

1 Da fiel Joseph auf seines Vaters Angesicht und weinte über ihn und küßte ihn. 2 Und Joseph befahl seinen Knechten, den Ärzten, das sie seinen Vater salbten. Und die Ärzte salbten Israel, 3 bis daß vierzig Tage um waren; denn so lange währen die Salbetage. Und die Ägypter beweinten ihn siebzig Tage. 4 Da nun die Leidtage aus waren, redete Joseph mit Pharaos Gesinde und sprach: Habe ich Gnade vor euch gefunden, so redet mit Pharao und sprecht: 5 Mein Vater hat einen Eid von mir genommen und gesagt: Siehe, ich sterbe; begrabe mich in meinem Grabe, das ich mir im Lande Kanaan gegraben habe. So will ich nun hinaufziehen und meinen Vater begraben und wiederkommen. 6 Pharao sprach: Zieh hinauf und begrabe deinen Vater, wie du ihm geschworen hast. 7 Also zog Joseph hinauf, seinen Vater zu begraben. Und es zogen mit ihm alle Knechte Pharaos, die Ältesten seines Hauses und alle Ältesten des Landes Ägypten, 8 dazu das ganze Gesinde Josephs und seine Brüder und das Gesinde seines Vaters. Allein ihre Kinder, Schafe und Ochsen ließen sie im Lande Gosen. 9 Und es zogen mit ihm hinauf Wagen und Reisige, und war ein sehr großes Heer.

Joseph traf nun die notwendigen Vorkehrungen zur Beisetzung seines Vaters. Er ließ seine Ärzte kommen, deren er nach ägyptischer Sitte eine größere Anzahl hatte, und diese begannen die Arbeit des Einbalsamierens. Dieselbe nahm vierzig Tage in Anspruch. Schon während dieser Zeit und dann noch weitere dreißig Tage hielten die Ägypter feierliche Totenklage, wie wenn ihnen ein König gestorben wäre. Daß die sterblichen Überreste Jakobs nach Kanaan überführt werden konnten, dazu bedurfte Joseph der Einwilligung des Pharao. Dies wurde ihm natürlich gewährt, und Pharao gab dem Leichenzug noch viele seiner Beamten und Ältesten mit. Der Vater eines so hochgestellten und hochverdienten Mannes mußte feierlich mit allen Ehren bestattet werden! Das hätte Jakob sich wohl nicht träumen lassen, als er vor Jahren als ein heimatloser Fremdling auf freiem Feld übernachtete, daß er einmal mit königlichen Ehren zu Grabe getragen würde! [Vgl. 1. Mose 28,10-19.]

1. Mose 28,10-19-- 10 Aber Jakob zog aus von Beer-Seba und reiste gen Haran 11 und kam an einen Ort, da blieb er über Nacht; denn die Sonne war untergegangen. Und er nahm einen Stein des Orts und legte ihn zu seinen Häupten und legte sich an dem Ort schlafen. 12 Und ihm träumte; und siehe, eine Leiter stand auf der Erde, die rührte mit der Spitze an den Himmel, und siehe, die Engel Gottes stiegen daran auf und nieder; 13 und der HERR stand obendarauf und sprach: Ich bin der HERR, Abrahams, deines Vaters, Gott und Isaaks Gott; das Land darauf du liegst, will ich dir und deinem Samen geben. 14 Und dein Same soll werden wie der Staub auf Erden, und du sollst ausgebreitet werden gegen Abend, Morgen, Mitternacht und Mittag; und durch dich und deinen Samen sollen alle Geschlechter auf Erden gesegnet werden. 15 Und siehe, ich bin mit dir und will dich behüten, wo du hin ziehst, und will dich wieder herbringen in dies Land. Denn ich will dich nicht lassen, bis daß ich tue alles, was ich dir geredet habe. 16 Da nun Jakob von seinem Schlaf aufwachte, sprach er: Gewiß ist der HERR an diesem Ort, und ich wußte es nicht; 17 und fürchtete sich und sprach: Wie heilig ist diese Stätte! Hier ist nichts anderes als Gottes Haus, und hier ist die Pforte des Himmels. 18 Und Jakob stand des Morgens früh auf und nahm den Stein, den er zu seinen Häupten gelegt hatte, und richtete ihn auf zu einem Mal und goß Öl obendarauf 19 und hieß die Stätte Beth-El; zuvor aber hieß die Stadt Lus.

Gott lenkt es manchmal so, daß Seine Kinder, nachdem sie im Leben viel Schmach und Verachtung leiden mußten, im Tode geehrt werden. Wir denken da auch an das Lebensende unseres Herrn und Heilandes Selbst. Er erlitt ja den schmachvollsten Tod am Kreuz, von welchem die Schrift sagt: „Verflucht sei jeder, der am Holze hängt!“ Doch auch die Verheißung Jesajas ging in Erfüllung: „Man hat Ihm Sein Grab bei Gesetzlosen bestimmt, aber bei einem Reichen ist Er gewesen in Seinem Tode!“ [Lies Jes. 53,8.9.]

Jesaja 53,8.9 -- 8 Er aber ist aus Angst und Gericht genommen; wer will seines Lebens Länge ausreden? Denn er ist aus dem Lande der Lebendigen weggerissen, da er um die Missetat meines Volkes geplagt war. 9 Und man gab ihm bei Gottlosen sein Grab und bei Reichen, da er gestorben war, wiewohl er niemand Unrecht getan hat noch Betrug in seinem Munde gewesen ist

Wenn der Psalmist ausruft: „Herr, Dein Volk wird voller Willigkeit sein am Tage Deiner Macht!“ so finden wir einige Jünger Christi gerade am Tage Seiner Schmach und Verachtung, wie sie voller Liebe und Dankbarkeit ihre schmerzliche Freude darin finden, ihrem gestorbenen Herrn ein fürstliches Begräbnis, eine königliche Grabstätte zuteil werden zu lassen. (Lies Matth. 27,57-61; Joh. 19,38-42.)

Matthäus 27,57-61-- 57 Am Abend aber kam ein reicher Mann von Arimathia, der hieß Joseph, welcher auch ein Jünger Jesu war. 58 Der ging zu Pilatus und bat ihn um den Leib Jesus. Da befahl Pilatus man sollte ihm ihn geben. 59 Und Joseph nahm den Leib und wickelte ihn in eine reine Leinwand 60 und legte ihn in sein eigenes Grab, welches er hatte lassen in einen Fels hauen, und wälzte einen großen Stein vor die Tür des Grabes und ging davon. 61 Es war aber allda Maria Magdalena und die andere Maria, die setzten sich gegen das Grab. / Johannes 19,38-42 -- 38 Darnach bat den Pilatus Joseph von Arimathia, der ein Jünger Jesu war, doch heimlich aus Furcht vor den Juden, daß er möchte abnehmen den Leichnam Jesu. Und Pilatus erlaubte es. Da kam er und nahm den Leichnam Jesu herab. 39 Es kam aber auch Nikodemus, der vormals in der Nacht zu Jesus gekommen war, und brachte Myrrhe und Aloe untereinander bei hundert Pfunden. 40 Da nahmen sie den Leichnam Jesu und banden ihn in leinene Tücher mit den Spezereien, wie die Juden pflegen zu begraben. 41 Es war aber an der Stätte, da er gekreuzigt ward, ein Garten, und im Garten ein neues Grab, in welches niemand je gelegt war. 42 Dahin legten sie Jesum um des Rüsttages willen der Juden, dieweil das Grab nahe war.

(Mittwoch, 14. Juli 1954)

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