BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1954
Juli 1954

Mittwoch, 14. Juli 1954


1. Mose 50,1-9

Joseph traf nun die notwendigen Vorkehrungen zur Beisetzung seines Vaters. Er ließ seine Ärzte kommen, deren er nach ägyptischer Sitte eine größere Anzahl hatte, und diese begannen die Arbeit des Einbalsamierens. Dieselbe nahm vierzig Tage in Anspruch. Schon während dieser Zeit und dann noch weitere dreißig Tage hielten die Ägypter feierliche Totenklage, wie wenn ihnen ein König gestorben wäre. Daß die sterblichen Überreste Jakobs nach Kanaan überführt werden konnten, dazu bedurfte Joseph der Einwilligung des Pharao. Dies wurde ihm natürlich gewährt, und Pharao gab dem Leichenzug noch viele seiner Beamten und Ältesten mit. Der Vater eines so hochgestellten und hochverdienten Mannes mußte feierlich mit allen Ehren bestattet werden! Das hätte Jakob sich wohl nicht träumen lassen, als er vor Jahren als ein heimatloser Fremdling auf freiem Feld übernachtete, daß er einmal mit königlichen Ehren zu Grabe getragen würde! [Vgl. 1. Mose 28,10-19.] Gott lenkt es manchmal so, daß Seine Kinder, nachdem sie im Leben viel Schmach und Verachtung leiden mußten, im Tode geehrt werden. Wir denken da auch an das Lebensende unseres Herrn und Heilandes Selbst. Er erlitt ja den schmachvollsten Tod am Kreuz, von welchem die Schrift sagt: „Verflucht sei jeder, der am Holze hängt!“ Doch auch die Verheißung Jesajas ging in Erfüllung: „Man hat Ihm Sein Grab bei Gesetzlosen bestimmt, aber bei einem Reichen ist Er gewesen in Seinem Tode!“ [Lies Jes. 53,8.9.] Wenn der Psalmist ausruft: „Herr, Dein Volk wird voller Willigkeit sein am Tage Deiner Macht!“ so finden wir einige Jünger Christi gerade am Tage Seiner Schmach und Verachtung, wie sie voller Liebe und Dankbarkeit ihre schmerzliche Freude darin finden, ihrem gestorbenen Herrn ein fürstliches Begräbnis, eine königliche Grabstätte zuteil werden zu lassen. (Lies Matth. 27,57-61; Joh. 19,38-42.)

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