BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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Startseite -- Bücher AT -- 1. Mose -- 612 ( Potifars Frau will Josef verführen. Der lehnt ab, läuft davon und wird von ihr lügend der Unzucht bezichtigt )
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DAS ERSTE BUCH MOSE (Genesis)
F. JOSEF und wie Israel nach Ägypten kam (1. Mose 37,1 - 50,26)

9. Potifars Frau will Josef verführen. Der lehnt ab, läuft davon und wird von ihr lügend der Unzucht bezichtigt (1. Mose 39,7-18)


1. MOSE 39,10-16

10 Und sie trieb solche Worte gegen Joseph täglich. Aber er gehorchte ihr nicht, daß er nahe bei ihr schliefe noch um sie wäre. 11 Es begab sich eines Tages, daß Joseph in das Haus ging, sein Geschäft zu tun, und war kein Mensch vom Gesinde des Hauses dabei. 12 Und sie erwischte ihn bei seinem Kleid und sprach: Schlafe bei mir! Aber er ließ das Kleid in ihrer Hand und floh und lief zum Hause hinaus 13 Da sie nun sah, daß er sein Kleid in ihrer Hand ließ und hinaus entfloh, 14 rief sie das Gesinde im Hause und sprach zu ihnen: Sehet, er hat uns den hebräischen Mann hereingebracht, daß er seinen Mutwillen mit uns treibe. Er kam zu mir herein und wollte bei mir schlafen; ich rief aber mit lauter Stimme. 15 Und da er hörte, daß ich ein Geschrei machte und rief, da ließ er sein Kleid bei mir und lief hinaus. 16 Und sie legte sein Kleid neben sich, bis der Herr heimkam.

HIOB 21,6-20

6 Wenn ich daran denke, so erschrecke ich, und Zittern kommt mein Fleisch an. 7 Warum leben denn die Gottlosen, werden alt und nehmen zu an Gütern? 8 Ihr Same ist sicher um sie her, und ihre Nachkömmlinge sind bei ihnen. 9 Ihr Haus hat Frieden vor der Furcht, und Gottes Rute ist nicht über ihnen. 10 Seinen Stier läßt man zu, und es mißrät ihm nicht; seine Kuh kalbt und ist nicht unfruchtbar. 11 Ihre jungen Kinder lassen sie ausgehen wie eine Herde, und ihre Knaben hüpfen. 12 Sie jauchzen mit Pauken und Harfen und sind fröhlich mit Flöten. 13 Sie werden alt bei guten Tagen und erschrecken kaum einen Augenblick vor dem Tode, 14 die doch sagen zu Gott: "Hebe dich von uns, wir wollen von deinen Wegen nicht wissen! 15 Wer ist der Allmächtige, daß wir ihm dienen sollten? oder was sind wir gebessert, so wir ihn anrufen?" 16 "Aber siehe, ihr Glück steht nicht in ihren Händen; darum soll der Gottlosen Sinn ferne von mir sein." 17 Wie oft geschieht's denn, daß die Leuchte der Gottlosen verlischt und ihr Unglück über sie kommt? daß er Herzeleid über sie austeilt in seinem Zorn? 18 daß sie werden wie Stoppeln vor dem Winde und wie Spreu, die der Sturmwind wegführt? 19 "Gott spart desselben Unglück auf seine Kinder." Er vergelte es ihm selbst, daß er's innewerde. 20 Seine Augen mögen sein Verderben sehen, und vom Grimm des Allmächtigen möge er trinken.

Nicht immer wird hier in der Welt das Böse alsbald bestraft – das Gute alsbald belohnt! Falschheit und Bosheit regieren häufig, aber lange währt ihre Macht nicht. Das böse Weib des Potiphar redet und entstellt die Tatsachen gänzlich. Als Joseph von ihr hinausgeflohen war – seine Flucht war eine tapferere Heldentat, als es die Eroberung eines Königreiches gewesen wäre –, da spielt sie vor den Bediensteten des Hauses die hart bedrängte Unschuld. Die heidnischen Hausangestellten konnten wahrscheinlich Joseph auch nicht leiden, denn sein gewissenhafter, reiner Wandel strafte sie in ihren Sünden. Darum fanden sie sich hier mit ihrer Herrin schnell zusammen im Ärger und Haß gegenüber dem Gerechten. Die Schrift sagt: „Wer geraden Weges wandelt, ist den Gottlosen ein Greuel.“ Warum denn? Weil das Tun der Gottlosen böse ist, und ihr Gewissen ihnen selbst das zur Genüge sagt. Darum hassen sie den Gerechten und finden sich in diesem Haß zusammen. Es gibt nicht nur eine Gemeinschaft im Licht – es gibt auch Finsternisgemeinschaft. Das sehen wir auch im Leben des Herrn Jesus. Herodes und Pilatus wurden Freunde an jenem Tag, als es galt, den Herrn in die Hände Seiner Feinde zu bringen und Ihn ans Kreuz zu schlagen. Vorher waren sie einander feind. [Lies Luk. 23,12; Ps. 83,1–18 (Luther 83,2–19).]

Lukas 23,12 -- Auf den Tag wurden Pilatus und Herodes Freunde miteinander; denn zuvor waren sie einander feind. / Psalm 83,2-19 -- 2 Gott, schweige doch nicht also und sei doch nicht so still; Gott, halt doch nicht so inne! 3 Denn siehe, deine Feinde toben, und die dich hassen, richten den Kopf auf. 4 Sie machen listige Anschläge gegen dein Volk und ratschlagen wider deine Verborgenen. 5 "Wohl her!" sprechen sie; "laßt uns sie ausrotten, daß sie kein Volk seien, daß des Namens Israel nicht mehr gedacht werde!" 6 Denn sie haben sich miteinander vereinigt und einen Bund wider dich gemacht, 7 die Hütten der Edomiter und Ismaeliter, der Moabiter und Hagariter, 8 der Gebaliter, Ammoniter und Amalekiter, die Philister samt denen zu Tyrus; 9 Assur hat sich auch zu ihnen geschlagen; sie helfen den Kindern Lot. (Sela.) 10 Tue ihnen, wie den Midianitern, wie Sisera, wie Jabin am Bach Kison, 11 die vertilgt wurden bei Endor und wurden zu Kot auf der Erde. 12 Mache ihre Fürsten wie Oreb und Seeb, alle ihre Obersten wie Sebah und Zalmuna, 13 die da sagen: Wir wollen Häuser Gottes einnehmen. 14 Gott, mache sie wie einen Wirbel, wie Stoppeln vor dem Winde. 15 Wie ein Feuer den Wald verbrennt und wie eine Flamme die Berge anzündet: 16 also verfolge sie mit deinem Wetter und erschrecke sie mit deinem Ungewitter. 17 Mache ihr Angesicht voll Schande, daß sie nach deinem Namen fragen müssen, o HERR. 18 Schämen müssen sie sich und erschrecken auf immer und zu Schanden werden und umkommen; 19 so werden sie erkennen, daß du mit deinem Namen heißest HERR allein und der Höchste in aller Welt

Ein eigentümlicher Zusammenhang besteht zwischen den Beweisstücken in der Geschichte Josephs. Das siebenunddreißigste Kapitel endigt mit dem Beweis des blutigen Rocks, daß Joseph tot war. Der blutige Rock ließ keinen Zweifel. Dieses Kapitel endigt mit dem Beweis seiner Schuld. Das Gewand läßt scheinbar keinen Zweifel – und beide Male ist es nicht so! Mit diesen Beweisen ist die doppelte Bitterkeit des Leidens der Gotteskinder in der Verfolgung gekennzeichnet. Ihre Lage ist so gefährlich, weil die Welt den Schein des Rechts auf ihrer Seite hat und so schmerzhaft, weil Gotteskinder unschuldig schuldig heißen. Und doch liegt in der Tatsache der Unschuld für den Angeklagten wiederum Kraft und Trost. (Lies Hiob 34,10.11; vgl. 1. Kor. 6,5–11; Kol. 3,25.)

Hiob 34,10.11 -- 10 Darum hört mir zu, ihr weisen Leute: Es sei ferne, daß Gott sollte gottlos handeln und der Allmächtige ungerecht; 11 sondern er vergilt dem Menschen, darnach er verdient hat, und trifft einen jeglichen nach seinem Tun. / 1. Korinther 6,5-11 -- 5 Euch zur Schande muß ich das sagen: Ist so gar kein Weiser unter euch, auch nicht einer, der da könnte richten zwischen Bruder und Bruder? 6 sondern ein Bruder hadert mit dem andern, dazu vor den Ungläubigen. 7 Es ist schon ein Fehl unter euch, daß ihr miteinander rechtet. Warum laßt ihr euch nicht lieber Unrecht tun? warum laßt ihr euch nicht lieber übervorteilen? 8 Sondern ihr tut Unrecht und übervorteilt, und solches an den Brüdern! 9 Wisset ihr nicht, daß die Ungerechten das Reich Gottes nicht ererben werden? Lasset euch nicht verführen! Weder die Hurer noch die Abgöttischen noch die Ehebrecher noch die Weichlinge noch die Knabenschänder 10 noch die Diebe noch die Geizigen noch die Trunkenbolde noch die Lästerer noch die Räuber werden das Reich Gottes ererben. 11 Und solche sind euer etliche gewesen; aber ihr seid abgewaschen, ihr seid geheiligt, ihr seid gerecht geworden durch den Namen des HERRN Jesu und durch den Geist unsers Gottes. / Kolosser 3,25 -- Wer aber Unrecht tut, der wird empfangen, was er unrecht getan hat; und gilt kein Ansehen der Person.

(Freitag, 17. Juli 1953)

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