BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

(www.wol-blz.net)

Suchen nach:
Startseite -- Jahrgänge -- 1953 -- 17. Juli 1953
Diese BLZ Andacht: -- IM ORIGINAL -- Erweitert

Voriger Tag -- Nächster Tag

JAHRGANG 1953
Juli 1953

Freitag, 17. Juli 1953


1. Mose 39,10-16; Hiob 21,6-20

Nicht immer wird hier in der Welt das Böse alsbald bestraft – das Gute alsbald belohnt! Falschheit und Bosheit regieren häufig, aber lange währt ihre Macht nicht. Das böse Weib des Potiphar redet und entstellt die Tatsachen gänzlich. Als Joseph von ihr hinausgeflohen war – seine Flucht war eine tapferere Heldentat, als es die Eroberung eines Königreiches gewesen wäre –, da spielt sie vor den Bediensteten des Hauses die hart bedrängte Unschuld. Die heidnischen Hausangestellten konnten wahrscheinlich Joseph auch nicht leiden, denn sein gewissenhafter, reiner Wandel strafte sie in ihren Sünden. Darum fanden sie sich hier mit ihrer Herrin schnell zusammen im Ärger und Haß gegenüber dem Gerechten. Die Schrift sagt: „Wer geraden Weges wandelt, ist den Gottlosen ein Greuel.“ Warum denn? Weil das Tun der Gottlosen böse ist, und ihr Gewissen ihnen selbst das zur Genüge sagt. Darum hassen sie den Gerechten und finden sich in diesem Haß zusammen. Es gibt nicht nur eine Gemeinschaft im Licht – es gibt auch Finsternisgemeinschaft. Das sehen wir auch im Leben des Herrn Jesus. Herodes und Pilatus wurden Freunde an jenem Tag, als es galt, den Herrn in die Hände Seiner Feinde zu bringen und Ihn ans Kreuz zu schlagen. Vorher waren sie einander feind. [Lies Luk. 23,12; Ps. 83,1–18 (Luther 83,2–19).]

Ein eigentümlicher Zusammenhang besteht zwischen den Beweisstücken in der Geschichte Josephs. Das siebenunddreißigste Kapitel endigt mit dem Beweis des blutigen Rocks, daß Joseph tot war. Der blutige Rock ließ keinen Zweifel. Dieses Kapitel endigt mit dem Beweis seiner Schuld. Das Gewand läßt scheinbar keinen Zweifel – und beide Male ist es nicht so! Mit diesen Beweisen ist die doppelte Bitterkeit des Leidens der Gotteskinder in der Verfolgung gekennzeichnet. Ihre Lage ist so gefährlich, weil die Welt den Schein des Rechts auf ihrer Seite hat und so schmerzhaft, weil Gotteskinder unschuldig schuldig heißen. Und doch liegt in der Tatsache der Unschuld für den Angeklagten wiederum Kraft und Trost. (Lies Hiob 34,10.11; vgl. 1. Kor. 6,5–11; Kol. 3,25.)

www.WoL-BLZ.net

Zuletzt geändert am 21.03.2020 11:14 Uhr | powered by PmWiki (pmwiki-2.2.109)