BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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Startseite -- Bücher AT -- 1. Mose -- 500 (Auf der Flucht verheisst der HERR dem Jakob im Schlaf, was er Abraham und Isaak zugesagt hatte)
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DAS ERSTE BUCH MOSE (Genesis)
E. JAKOB, seine Verwandtschaft und seine zwölf Söhne (1. Mose 25,19 - 36,43)

19. Auf der Flucht verheisst der HERR dem Jakob im Schlaf, was er Abraham und Isaak zugesagt hatte (1. Mose 28,10-15)


1. MOSE 28,10.11

10 Aber Jakob zog aus von Beer-Seba und reiste gen Haran 11 und kam an einen Ort, da blieb er über Nacht; denn die Sonne war untergegangen. Und er nahm einen Stein des Orts und legte ihn zu seinen Häupten und legte sich an dem Ort schlafen.

2. KORINTHER 1,3-6

3 Gelobet sei Gott und der Vater unsers HERRN Jesu Christi, der Vater der Barmherzigkeit und Gott alles Trostes, 4 der uns tröstet in aller unsrer Trübsal, daß auch wir trösten können, die da sind in allerlei Trübsal, mit dem Trost, damit wir getröstet werden von Gott. 5 Denn gleichwie wir des Leidens Christi viel haben, also werden wir auch reichlich getröstet durch Christum. 6 Wir haben aber Trübsal oder Trost, so geschieht es euch zugute. Ist's Trübsal, so geschieht es euch zu Trost und Heil; welches Heil sich beweist, so ihr leidet mit Geduld, dermaßen, wie wir leiden. Ist's Trost, so geschieht auch das euch zu Trost und Heil;

Jakob zog also aus von Beerseba und machte sich auf den Weg nach Haran. Kein Diener, kein Reisezug begleitete ihn, wie es sich für den Erben eines reichen Hauses geziemt hätte. Als einsamer, schutzloser Fremdling zog er dem fremden Lande zu. Er mußte ja alles Aufsehen vermeiden, um den Zorn seines einflußreichen Bruders Esau nicht zu reizen! Und eilig hatte er es, daß er gleich am ersten Tag einen Weg von ca. 15 Stunden zurücklegte und in der Nähe der kanaanitischen Stadt Lus von der Dunkelheit überrascht wurde. Welch ein Kampf sich in der Seele Jakobs abspielte, als er so einsam seinen Weg ging, das wissen wir nicht! Alles legte sich ihm wie ein schwerer Druck auf die Seele! Gewiß erkannte er in den armseligen Umständen, unter welchen er das Vaterhaus verlassen mußte, die Folgen seiner Sünde. Alles machte ihn zaghaft und verdunkelte ihm die Glaubensfreudigkeit, die er empfunden hatte, als bei seinem Abschied des Vaters Hand segnend auf seinem Haupt ruhte. (Lies Psalm 38,1.2.8-22.)

Psalm 38,1.2.8-22 -- 1 Ein Psalm Davids, zum Gedächtnis. 2 HERR, strafe mich nicht in deinem Zorn und züchtige mich nicht in deinem Grimm. ... 8 Denn meine Lenden verdorren ganz, und ist nichts Gesundes an meinem Leibe. 9 Es ist mir gar anders denn zuvor, und ich bin sehr zerstoßen. Ich heule vor Unruhe meines Herzens. 10 HERR, vor dir ist alle meine Begierde, und mein Seufzen ist dir nicht verborgen. 11 Mein Herz bebt, meine Kraft hat mich verlassen, und das Licht meiner Augen ist nicht bei mir. 12 Meine Lieben und Freunde treten zurück und scheuen meine Plage, und meine Nächsten stehen ferne. 13 Und die mir nach dem Leben trachten, stellen mir nach; und die mir übelwollen, reden, wie sie Schaden tun wollen, und gehen mit eitel Listen um. 14 Ich aber muß sein wie ein Tauber und nicht hören, und wie ein Stummer, der seinen Mund nicht auftut, 15 und muß sein wie einer, der nicht hört und der keine Widerrede in seinem Munde hat. 16 Aber ich harre, HERR, auf dich; du, HERR, mein Gott, wirst erhören. 17 Denn ich denke: Daß sie sich ja nicht über mich freuen! Wenn mein Fuß wankte, würden sie sich hoch rühmen wider mich. 18 Denn ich bin zu Leiden gemacht, und mein Schmerz ist immer vor mir. 19 Denn ich zeige meine Missetat an und sorge wegen meiner Sünde. 20 Aber meine Feinde leben und sind mächtig; die mich unbillig hassen, derer ist viel. 21 Und die mir Arges tun um Gutes, setzen sich wider mich, darum daß ich an dem Guten halte. 22 Verlaß mich nicht, HERR! Mein Gott, sei nicht ferne von mir!

So zog er es vor, auf freiem Feld zu übernachten. Die Erde war sein Bett, ein Stein sein Kopfkissen, der Himmel sein Obdach. Seinen Leib und seine Seele wird er in inbrünstigem Gebet dem Schutz des Allmächtigen anbefohlen haben, dann aber drückte ihm die Müdigkeit die Augen zu. So befand sich also der heimatlose Fremdling gerade in der Stellung, in welcher Gott ihm begegnen und Seine Ratschlüsse der Gnade ihm offenbaren konnte! - Mögen wir uns auch noch so verlassen fühlen - dennoch dürfen wir wissen, daß Gottes Liebe auf Seinen schwachen Kindern ruht, und daß Er Gedanken des Friedens über sie hat, wenn sie wirklich so ganz einfältig und lauter Ihm anhangen und Seiner Gnade vertrauen! [Lies Jes. 54,7.8.10.14; Jer. 29,11-14.]

Jesaja 54,7.8.10.14 -- 7 Ich habe dich einen kleinen Augenblick verlassen; aber mit großer Barmherzigkeit will ich dich sammeln. 8 Ich habe mein Angesicht im Augenblick des Zorns ein wenig vor dir verborgen, aber mit ewiger Gnade will ich mich dein erbarmen, spricht der HERR, dein Erlöser. ... 10 Denn es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen; aber meine Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der HERR, dein Erbarmer. ... 14 Du sollst durch Gerechtigkeit bereitet werden. Du wirst ferne sein von Gewalt und Unrecht, daß du dich davor nicht darfst fürchten, und von Schrecken, denn es soll nicht zu dir nahen. / Jeremia 29,11-14 -- 11 Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der HERR: Gedanken des Friedens und nicht des Leidens, daß ich euch gebe das Ende, des ihr wartet. 12 Und ihr werdet mich anrufen und hingehen und mich bitten, und ich will euch erhören. 13 Ihr werdet mich suchen und finden. Denn so ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, 14 so will ich mich von euch finden lassen, spricht der HERR, und will euer Gefängnis wenden und euch sammeln aus allen Völkern und von allen Orten, dahin ich euch verstoßen habe, spricht der HERR, und will euch wiederum an diesen Ort bringen, von dem ich euch habe lassen wegführen.

(Dienstag, 2. September 1952)

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