BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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DAS ERSTE BUCH MOSE (Genesis)
D. ABRAHAM, seine Verwandtschaft und seine acht Söhne (1. Mose 11,10 - 25,18)

7. Abram zieht mit Sarai und Lot herauf aus Ägypten bis nach Bethel (1. Mose 13,1-4)


1. MOSE 13,1-4

1 Also zog Abram herauf aus Ägypten mit seinem Weibe und mit allem, was er hatte, und Lot auch mit ihm, ins Mittagsland. 2 Abram aber war sehr reich an Vieh, Silber und Gold. 3 Und er zog immer fort von Mittag bis gen Beth-El, an die Stätte, da am ersten seine Hütte war, zwischen Beth-El und Ai, 4 eben an den Ort, da er zuvor den Altar gemacht hatte. Und er predigte allda den Namen des HERRN.

PSALM 65,1-4 (Lu 2-5)

2 Gott, man lobt dich in der Stille zu Zion, und dir bezahlt man Gelübde. 3 Du erhörst Gebet; darum kommt alles Fleisch zu dir. 4 Unsre Missetat drückt uns hart; du wollest unsre Sünden vergeben. 5 Wohl dem, den du erwählst und zu dir lässest, daß er wohne in deinen Höfen; der hat reichen Trost von deinem Hause, deinem heiligen Tempel.

Gott veranlaßte Abraham, an den Ort zurückzukehren, wo im Anfang sein Wanderzelt in Kanaan gestanden hatte, und von wo aus er den verkehrten Weg nach Aegypten einageschlagen hatte! – Es bleibt dem wahren Kinde Gottes nichts anderes übrig, wenn es irregegangen ist, als wieder dahin zurückzukehren, wo es den Weg lebendiger Gemeinschaft mit Gott, den Weg der Treue und des Glaubensgehorsams verlassen hat. Der Herr ruft der abgeirrten Seele zu: „Denke doch daran, von welcher Höhe du gefallen bist; gehe in dich und ändere deinen Sinn – betätige von neuem deine erste Liebe. Wenn das nicht geschieht, so komme Ich über dich und werde deinen Leuchter von seinem Platz wegstoßen, - wenn du nicht wirklich Buße tust!“ [Offbg. 2,4.5; Hes. 16,60-63.]

Offenbarung 2,4.5 -- 4 Aber ich habe wider dich, daß du die erste Liebe verlässest. 5 Gedenke, wovon du gefallen bist, und tue Buße und tue die ersten Werke. Wo aber nicht, werde ich dir bald kommen und deinen Leuchter wegstoßen von seiner Stätte, wo du nicht Buße tust. / Hesekiel 16,60-63-- 60 Ich will aber gedenken an meinen Bund, den ich mit dir gemacht habe zur Zeit deiner Jugend, und will mit dir einen ewigen Bund aufrichten. 61 Da wirst du an deine Wege gedenken und dich schämen, wenn du deine großen und kleinen Schwestern zu dir nehmen wirst, die ich dir zu Töchtern geben werde, aber nicht aus deinem Bund. 62 Sondern ich will meinen Bund mit dir aufrichten, daß du erfahren sollst, daß ich der HERR sei, 63 auf daß du daran gedenkst und dich schämst und vor Schande nicht mehr deinen Mund auftun dürfest, wenn ich dir alles vergeben werde, was du getan hast, spricht der Herr, HERR.

Ja, dies ist die einzige Rettung, die dem abgeirrten Christen, der den geraden Weg des Vertrauens verlassen hat, übrig bleibt. Es wird immer beschämend sein, wenn man bekennen muß: „Ich habe verkehrt gehandelt; ich habe nicht geachtet auf Deinen heiligen Willen, o Herr!“ Es mag niederschlagend sein, einsehen zu müssen, daß all die Zeit, da man auf dem Irrweg wandelte, verloren ist! Aber nur ungesäumt zurückkehren – nur tiefe Buße tun! Dann kann alles wieder gut werden. [Lies Joel 2,25-27.]

Joel 2,25-27 -- 25 Und ich will euch die Jahre erstatten, welche die Heuschrecken, Käfer, Geschmeiß und Raupen, mein großes Heer, so ich unter euch schickte, gefressen haben; 26 daß ihr zu essen genug haben sollt und den Namen des HERRN, eures Gottes, preisen, der Wunder unter euch getan hat; und mein Volk soll nicht mehr zu Schanden werden. 27 Und ihr sollt erfahren, daß ich mitten unter Israel sei und daß ich, der HERR, euer Gott sei und keiner mehr; und mein Volk soll nicht mehr zu Schanden werden.

Abraham ist also gründlich gedemütigt und um eine wichtige Lebenslektion reicher nach Bethel zurückgekehrt. Erst hier konnte er wieder dem Herrn seinen Altar heiligen und – wenn auch sehr beschämt – doch von neuem mit seinem Hause seinem Gott die volle Huldigung und Anbetung darbringen: „Er rief den Namen des Herrn an und verkündigte Seine Macht!“ – O, wie dringend nötig ist es doch, daß wir im Lichte des Angesichts Gottes zu tiefer Erkenntnis unserer Fehler und Sünden kommen, damit wir gründlich gereinigt und praktisch geheiligt werden! (Lies Hebr. 12,11-15; Kol. 3,9.10.)

Hebräer 12,11-15 -- 11 Alle Züchtigung aber, wenn sie da ist, dünkt uns nicht Freude, sondern Traurigkeit zu sein; aber darnach wird sie geben eine friedsame Frucht der Gerechtigkeit denen, die dadurch geübt sind. 12 Darum richtet wieder auf die lässigen Hände und die müden Kniee 13 und tut gewisse Tritte mit euren Füßen, daß nicht jemand strauchle wie ein Lahmer, sondern vielmehr gesund werde. 14 Jaget nach dem Frieden gegen jedermann und der Heiligung, ohne welche wird niemand den HERRN sehen, 15 und sehet darauf, daß nicht jemand Gottes Gnade versäume; daß nicht etwa eine bittere Wurzel aufwachse und Unfrieden anrichte und viele durch dieselbe verunreinigt werden; / Kolosser 3,9.10 -- 9 Lüget nicht untereinander; zieht den alten Menschen mit seinen Werken aus 10 und ziehet den neuen an, der da erneuert wird zur Erkenntnis nach dem Ebenbilde des, der ihn geschaffen hat.

(Sonntag, 9. Juli 1950)

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