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DER TITUSBRIEF
Titus 2,6-8
6 Desgleichen die jungen Männer ermahne, daß sie züchtig seien. 7 Allenthalben aber stelle dich selbst zum Vorbilde guter Werke, mit unverfälschter Lehre, mit Ehrbarkeit, 8 mit heilsamem und untadeligem Wort, auf daß der Widersacher sich schäme und nichts habe, daß er von uns möge Böses sagen.
1. Korinther 2,16
16 Denn "wer hat des HERRN Sinn erkannt, oder wer will ihn unterweisen?" Wir aber haben Christi Sinn
1. Korinther 4,1.2
1 Dafür halte uns jedermann: für Christi Diener und Haushalter über Gottes Geheimnisse. 2 Nun sucht man nicht mehr an den Haushaltern, denn daß sie treu erfunden werden.
Da Titus selbst noch ein junger Mann war - allerdings besonders begnadigt und gereift, folgt hier passend die Mahnung, er möge sich allen, den Alten und den Jungen in der Gemeinde, als ein gutes Vorbild erzeigen. Denn nichts spornt so an, nichts macht so Mut zu einer völligen Hingabe an Christus, wie die Praxis eines vorbildlichen Lebens! Auch junge Gotteskinder sollen anderen ein Vorbild sein! Von jungen Menschen nimmt die Jugend ja viel lieber das Evangelium an, als von alten! - „Als ein Vorbild guter Werke“ soll Titus sich erweisen. Ich hörte neulich von einem jungen Pfarrer, der in einem entfernten Orte zum erstenmal predigen sollte. Seine Schwester begleitete ihn. Da trafen sie unterwegs einen alten Mann, der einen schweren Sack trug. Als es sich herausstellte, daß er den gleichen Ort zum Ziel hatte, nahm der junge Pfarrer ihm ohne weiteres den Sack ab und trug ihn auf dem Rücken bis zum Bestimmungsort, während die Schwester fröhlich plaudernd mit dem alten Manne folgte. Das war „ein Vorbild guter Werke“! Wie kraftvoll wird hernach seine Predigt gewirkt haben! - Übernimmst du in deiner freien Zeit freiwillig und gern schwere Arbeit, um deinen alten Vater - deine fleißige Mutter und Schwester zu entlasten, junger Mann? Bist du allezeit hilfsbereit? - Wir dürfen überzeugt sein, daß Titus neben allem geistlichen Dienen, das ihm oblag, einen hellen Blick dafür hatte, wo er solche praktischen Dienste selbstloser Liebe erfüllen konnte! - In der Lehre des Christentums - in der Auslegung und praktischen Anwendung des göttlichen Wortes sollte er Unverderbtheit zeigen - es bewahren vor fremder Beimischung und Beeinflussung. Es gab damals schon viele, welche als Lehrer des Wortes Gottes zu den Gläubigen kamen, welche aber Lehren brachten, die nicht rein - nicht göttlich waren.
Satan ist zu allen Zeiten bemüht, die Lehren des Christentums durch Vermischung und Verfälschung zu verderben! Alle Briefe der Apostel müssen hiervor warnen; der Herr Jesus Selbst tut es aufs Eindringlichste! (Lies Matth. 7,15-23; 2. Kor. 11,1-15; Jud. 3 u. 4.)
Matthäus 7,15-23 -- 15 Seht euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe. 16 An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dornen oder Feigen von den Disteln? 17 Also ein jeglicher guter Baum bringt gute Früchte; aber ein fauler Baum bringt arge Früchte. 18 Ein guter Baum kann nicht arge Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. 19 Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. 20 Darum an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. 21 Es werden nicht alle, die zu mir sagen: HERR, HERR! ins Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel. 22 Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: HERR, HERR! haben wir nicht in deinem Namen geweissagt, haben wir nicht in deinem Namen Teufel ausgetrieben, und haben wir nicht in deinem Namen viele Taten getan? 23 Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie erkannt; weichet alle von mir, ihr Übeltäter! / 2. Korinther 11,1-15 -- 1 Wollte Gott, ihr hieltet mir ein wenig Torheit zugut! doch ihr haltet mir's wohl zugut. 2 Denn ich eifere um euch mit göttlichem Eifer; denn ich habe euch vertraut einem Manne, daß ich eine reine Jungfrau Christo zubrächte. 3 Ich fürchte aber, daß, wie die Schlange Eva verführte mit ihrer Schalkheit, also auch eure Sinne verrückt werden von der Einfalt in Christo. 4 Denn so, der da zu euch kommt, einen andern Jesus predigte, den wir nicht gepredigt haben, oder ihr einen andern Geist empfinget, den ihr nicht empfangen habt, oder ein ander Evangelium, das ihr nicht angenommen habt, so vertrüget ihr's billig. 5 Denn ich achte, ich sei nicht weniger, als die "hohen" Apostel sind. 6 Und ob ich nicht kundig bin der Rede, so bin ich doch nicht unkundig der Erkenntnis. Doch ich bin bei euch allenthalben wohl bekannt. 7 Oder habe ich gesündigt, daß ich mich erniedrigt habe, auf daß ihr erhöht würdet? Denn ich habe euch das Evangelium Gottes umsonst verkündigt 8 und habe andere Gemeinden beraubt und Sold von ihnen genommen, daß ich euch predigte. 9 Und da ich bei euch war gegenwärtig und Mangel hatte, war ich niemand beschwerlich. Denn mein Mangel erstatteten die Brüder, die aus Mazedonien kamen, so habe ich mich in allen Stücken euch unbeschwerlich gehalten und will auch noch mich also halten. 10 So gewiß die Wahrheit Christi in mir ist, so soll mir dieser Ruhm in den Ländern Achajas nicht verstopft werden. 11 Warum das? Daß ich euch nicht sollte liebhaben? Gott weiß es. 12 Was ich aber tue und tun will, das tue ich darum, daß ich die Ursache abschneide denen, die Ursache suchen, daß sie rühmen möchten, sie seien wie wir. 13 Denn solche falsche Apostel und trügliche Arbeiter verstellen sich zu Christi Aposteln. 14 Und das ist auch kein Wunder; denn er selbst, der Satan, verstellt sich zum Engel des Lichtes. 15 Darum ist es auch nicht ein Großes, wenn sich seine Diener verstellen als Prediger der Gerechtigkeit; welcher Ende sein wird nach ihren Werken. / Judas 3.4 -- 3 Ihr Lieben, nachdem ich vorhatte, euch zu schreiben von unser aller Heil, hielt ich's für nötig, euch mit Schriften zu ermahnen, daß ihr für den Glauben kämpfet, der einmal den Heiligen übergeben ist. 4 Denn es sind etliche Menschen nebeneingeschlichen, von denen vorzeiten geschrieben ist solches Urteil: Die sind Gottlose, ziehen die Gnade unsers Gottes auf Mutwillen und verleugnen Gott und unsern HERRN Jesus Christus, den einigen Herrscher.
Wie wachsam, wie vertraut mit der Schrift und den göttlichen Gedanken muß der Diener Gottes sein - wie heilig gewöhnt, die Stimme des guten Hirten zu hören, um dann selbst ein guter Hirte sein zu können! [Lies Joh. 10,4.5.27.28; 2. Kor. 2,17; 4,1.2.]
Johannes 10,4.5.27.28 -- 4 Und wenn er seine Schafe hat ausgelassen, geht er vor ihnen hin, und die Schafe folgen ihm nach; denn sie kennen seine Stimme. 5 Einem Fremden aber folgen sie nicht nach, sondern fliehen von ihm; denn sie kennen der Fremden Stimme nicht. ... 27 Denn meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie; und sie folgen mir, 28 und ich gebe ihnen das ewige Leben; und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie mir aus meiner Hand reißen. / 2. Korinther 2,17 -- Denn wir sind nicht, wie die vielen, die das Wort Gottes verfälschen; sondern als aus Lauterkeit und als aus Gott reden wir vor Gott in Christo. / 2. Korinther 4,1.2 -- 1 Darum, dieweil wir ein solch Amt haben, wie uns denn Barmherzigkeit widerfahren ist, so werden wir nicht müde, 2 sondern meiden auch heimliche Schande und gehen nicht mit Schalkheit um, fälschen auch nicht Gottes Wort; sondern mit Offenbarung der Wahrheit beweisen wir uns wohl an aller Menschen Gewissen vor Gott
Immer soll Timotheus sich „im Dienst“ wissen und sich mit würdigem Ernst bewegen, seinem hohen Auftrag angemessen! Stehen wir doch im Lichte der nahen Ewigkeit! Der Scherzgeist, der immer eine witzige Anspielung bereit hat, ist nicht von oben her. Scherzgeist vertreibt den Heiligen Geist und steht im krassen Gegensatz zu der heiligen Einfalt und Fröhlichkeit, die der Glaube wirkt! [Vgl. Apg. 2,46.47; Eph. 5,4; Phil. 4,4-9!]
Apostelgeschichte 2,46.47 -- 46 Und sie waren täglich und stets beieinander einmütig im Tempel und brachen das Brot hin und her in Häusern, 47 nahmen die Speise und lobten Gott mit Freuden und einfältigem Herzen und hatten Gnade beim ganzen Volk. Der HERR aber tat hinzu täglich, die da selig wurden, zu der Gemeinde / Epheser 5,4 -- auch nicht schandbare Worte und Narrenteidinge oder Scherze, welche euch nicht ziemen, sondern vielmehr Danksagung / Philipper4,4-9 -- 4 Freuet euch in dem HERRN allewege! Und abermals sage ich: Freuet euch! 5 Eure Lindigkeit lasset kund sein allen Menschen! Der HERR ist nahe! 6 Sorget nicht! Sondern in allen Dingen lasset eure Bitten im Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kund werden. 7 Und der Friede Gottes, welcher höher ist denn alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christo Jesu! 8 Weiter, liebe Brüder, was wahrhaftig ist, was ehrbar, was gerecht, was keusch, was lieblich, was wohllautet, ist etwa eine Tugend, ist etwa ein Lob, dem denket nach! 9 Welches ihr auch gelernt und empfangen und gehört und gesehen habt an mir, das tut; so wird der Gott des Friedens mit euch sein.
Wie unpassend und unwürdig ist vor allem im Reden über Gottes Wort jener leichte Ton, jene Art des Sprechens, welche die Hörer zum Lachen bringt!
(Samstag, den 9. Oktober 1926)