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JAHRGANG 1935
August 1935

Donnerstag, den 8. August 1935


2. Mose 36,14-18

Jene große Decke von Ziegenhaar, die über die Stiftshütte gedeckt wurde, bestand, wie die Cherubimdecke, aus einzelnen Webstücken. Es waren elf Teppiche, und jeder war 30 Ellen lang und 4 Ellen breit. - Noch heute sind die Zeltdecken der Beduinen vielfach ein Gewebe aus schwarzem Ziegenhaar, welche die Frauen fertigen. - Ein Gewebe von Ziegenhaar ist nicht weich und geschmeidig, sondern deutet auf Rauheit und Strenge hin. Die Ziegenhaardecke sagt uns auch etwas Bedeutsames von unserem Herrn Jesus: Für das Empfinden des natürlichen Menschen hatte Er vielfach etwas Zurückhaltendes, Strenges, Unnahbares - besonders verkehrten und stolzen Herzen gegenüber! Schon David sagt von dem Herrn: „Gegen den Verkehrten erzeigst Du Dich entgegenstreitend, und die hohen Augen wirst Du erniedrigen!“ - Die Propheten des Alten Bundes trugen vielfach ganz rauhe, schlichte Gewänder, die von Kamelhaar oder Ziegenhaar gewebt waren. Als einmal ein Mann gesehen worden war in härenem Gewand, gegürtet mit einem ledernen Gürtel, da sprach der König von Israel sofort: „Das war Elia, der Tisbiter!“ [2. Kön. 1,8; vgl. Sach. 13,4.] - Auch das kamelhaarene, rauhe Gewand Johannes des Täufers spricht uns von einem entsagungsreichen, in strenger Selbstzucht geführten Dienstleben für Gott. Und gerade im Blick auf ihn hören wir, daß die Menschen diesen Mann Gottes in seiner strengen Enthaltsamkeit nicht verstanden und ihn deshalb für besessen erklärten, während die göttliche Weisheit und das göttliche Wohlgefallen ihm das Zeugnis ausstellte: „Wahrlich, Ich sage euch, unter den von Frauen Geborenen ist kein Größerer aufgestanden als Johannes der Täufer!“ - Allerdings, wenn man Menschen mit weichen Kleidern sucht, so wird man sie nicht in der Einsamkeit mit Gott oder in der Aufopferung für die Menschen finden, sondern da, wo der Luxus und die Selbstsucht des Lebens sich breitmachen! Jesus sagt: „Die die weichen Kleider tragen - die ein angenehmes und bequemes Selbstleben führen - die nach dem Grundsatz handeln: Leben und leben lassen! - sie sind in den Häusern der Könige!“ [Vgl. Matth. 3,4; 11,7-19; lies Luk. 16,19.] - Wissen wir etwas von praktischer Selbstverleugnung, von dem Ernst, von der heiligen Zucht und Strenge eines gottgeweihten Lebens und Dienstes? Die Teppiche von Ziegenhaar haben uns schon gesagt, daß unser Herr Jesus solchen, die Ihn nicht verstanden, hie und da hart und streng erscheinen konnte, denn Er hielt Sich in einem Sinn ganz „abgesondert von den Sündern“, wenn Er auch andererseits Sich so liebevoll und freundlich zu ihnen herabließ und sie auf alle Weise zu gewinnen suchte für Gott und für den Himmel! (Lies Hebr. 7,26; vgl. Luk. 15,1.2.) - Die Ansprüche, die der natürliche Mensch häufig an Ihn stellen zu können glaubte, wies Er ernst zurück. Man denke z. B. an Maria, Seine Mutter, die sich wohl gerne gesonnt hätte in der Wundertätigkeit ihres Sohnes, oder die doch wenigstens geglaubt hat, Ihn erst aufmerksam machen zu müssen auf ein vorliegendes Bedürfnis. Jesus mußte, obwohl sie Seine Mutter war, Maria ziemlich schroff abweisen mit den Worten: „Weib, was habe Ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht gekommen!“ (Joh. 2,3. 4; vgl. auch Matth. 16,22. 23; Mark. 3,20-22.) - Die Zahl dieser Ziegenhaarteppiche - elf - ist gleichfalls eine auffallende. Elf ist zusammengesetzt aus sieben und vier. Dürfen wir in diesem Zusammenhang daran denken, daß Jesus, der Vollkommene (sieben), bei Seinem Weg durch die Welt (vier) völlig Gott geweiht blieb - geschieden von allem, was nicht rein, was nicht göttlich war!?

Von finstern Mächten ganz umgeben,
Bleibst Du doch völlig Gott geweiht,
Gabst willig hin Dein heil'ges Leben
Zu Gottes Ehr' und Herrlichkeit;
Hast Deine Lieb' am Kreuz enthüllet,
So wie der Mensch den tiefsten Haß –
Hast Gottes Willen ganz erfüllet,
und ach, der Mensch sein Sündenmaß!

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