BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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Startseite -- Bücher AT -- 2. Mose -- 463 (Anfertigung von elf Teppichen aus Ziegenhaar fürs mittlere Zeltdach)
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DAS ZWEITE BUCH MOSE (Exodus)
G. GESETZ 3: Der Bau des Heiligtums (2. Mose 35-40)

7. Anfertigung von elf Teppichen aus Ziegenhaar fürs mittlere Zeltdach (2. Mose 36,14-18)


2. Mose 36,14-18

14 Und er machte elf Teppiche von Ziegenhaaren, zur Hütte über die Wohnung, 15 dreißig Ellen lang und vier Ellen breit, alle in einem Maß. 16 Und fügte ihrer fünf zusammen auf einen Teil und sechs zusammen auf den andern Teil. 17 Und machte fünfzig Schleifen an jegliches Stück am Rande, wo die Stücke sollten zusammengeheftet werden. 18 Und machte je fünfzig eherne Haken, daß die Hütte damit zusammen in eins gefügt würde.

Jene große Decke von Ziegenhaar, die über die Stiftshütte gedeckt wurde, bestand, wie die Cherubimdecke, aus einzelnen Webstücken. Es waren elf Teppiche, und jeder war 30 Ellen lang und 4 Ellen breit. - Noch heute sind die Zeltdecken der Beduinen vielfach ein Gewebe aus schwarzem Ziegenhaar, welche die Frauen fertigen. - Ein Gewebe von Ziegenhaar ist nicht weich und geschmeidig, sondern deutet auf Rauheit und Strenge hin. Die Ziegenhaardecke sagt uns auch etwas Bedeutsames von unserem Herrn Jesus: Für das Empfinden des natürlichen Menschen hatte Er vielfach etwas Zurückhaltendes, Strenges, Unnahbares - besonders verkehrten und stolzen Herzen gegenüber! Schon David sagt von dem Herrn: „Gegen den Verkehrten erzeigst Du Dich entgegenstreitend, und die hohen Augen wirst Du erniedrigen!“ - Die Propheten des Alten Bundes trugen vielfach ganz rauhe, schlichte Gewänder, die von Kamelhaar oder Ziegenhaar gewebt waren. Als einmal ein Mann gesehen worden war in härenem Gewand, gegürtet mit einem ledernen Gürtel, da sprach der König von Israel sofort: „Das war Elia, der Tisbiter!“ [2. Kön. 1,8; vgl. Sach. 13,4.]

2. Könige 1,8 -- Sie sprachen zu ihm: Er hatte eine rauhe Haut an und einen ledernen Gürtel um seine Lenden. Er aber sprach: Es ist Elia, der Thisbiter. / Sacharia 13,4 -- Denn es soll zu der Zeit geschehen, daß die Propheten mit Schanden bestehen mit ihren Gesichten, wenn sie weissagen; und sollen nicht mehr einen härenen Mantel anziehen, damit sie betrügen;

Auch das kamelhaarene, rauhe Gewand Johannes des Täufers spricht uns von einem entsagungsreichen, in strenger Selbstzucht geführten Dienstleben für Gott. Und gerade im Blick auf ihn hören wir, daß die Menschen diesen Mann Gottes in seiner strengen Enthaltsamkeit nicht verstanden und ihn deshalb für besessen erklärten, während die göttliche Weisheit und das göttliche Wohlgefallen ihm das Zeugnis ausstellte: „Wahrlich, Ich sage euch, unter den von Frauen Geborenen ist kein Größerer aufgestanden als Johannes der Täufer!“ - Allerdings, wenn man Menschen mit weichen Kleidern sucht, so wird man sie nicht in der Einsamkeit mit Gott oder in der Aufopferung für die Menschen finden, sondern da, wo der Luxus und die Selbstsucht des Lebens sich breitmachen! Jesus sagt: „Die die weichen Kleider tragen - die ein angenehmes und bequemes Selbstleben führen - die nach dem Grundsatz handeln: Leben und leben lassen! - sie sind in den Häusern der Könige!“ [Vgl. Matth. 3,4; 11,7-19; lies Luk. 16,19.]

Matthäus 3,4 -- Er aber, Johannes, hatte ein Kleid von Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Lenden; seine Speise aber war Heuschrecken und wilder Honig. / Matthäus 11,7-19 -- 7 Da die hingingen, fing Jesus an, zu reden zu dem Volk von Johannes: Was seid ihr hinausgegangen in die Wüste zu sehen? Wolltet ihr ein Rohr sehen, das der Wind hin und her bewegt? 8 Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Menschen in weichen Kleidern sehen? Siehe, die da weiche Kleider tragen, sind in der Könige Häusern. 9 Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Propheten sehen? Ja, ich sage euch, der auch mehr ist denn ein Prophet. 10 Denn dieser ist's, von dem geschrieben steht: "Siehe, ich sende meinen Engel vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll." 11 Wahrlich ich sage euch: Unter allen, die von Weibern geboren sind, ist nicht aufgekommen, der größer sei denn Johannes der Täufer; der aber der Kleinste ist im Himmelreich, ist größer denn er. 12 Aber von den Tagen Johannes des Täufers bis hierher leidet das Himmelreich Gewalt, und die Gewalt tun, die reißen es an sich. 13 Denn alle Propheten und das Gesetz haben geweissagt bis auf Johannes. 14 Und (so ihr's wollt annehmen) er ist Elia, der da soll zukünftig sein. 15 Wer Ohren hat, zu hören, der höre! 16 Wem soll ich aber dies Geschlecht vergleichen? Es ist den Kindlein gleich, die an dem Markt sitzen und rufen gegen ihre Gesellen 17 und sprechen: Wir haben euch gepfiffen, und ihr wolltet nicht tanzen; wir haben euch geklagt, und ihr wolltet nicht weinen. 18 Johannes ist gekommen, aß nicht und trank nicht; so sagen sie: Er hat den Teufel. 19 Des Menschen Sohn ist gekommen, ißt und trinkt; so sagen sie: Siehe, wie ist der Mensch ein Fresser und ein Weinsäufer, der Zöllner und der Sünder Geselle! Und die Weisheit muß sich rechtfertigen lassen von ihren Kindern. / Lukas 16,19 -- Es war aber ein reicher Mann, der kleidete sich mit Purpur und köstlicher Leinwand und lebte alle Tage herrlich und in Freuden.

Wissen wir etwas von praktischer Selbstverleugnung, von dem Ernst, von der heiligen Zucht und Strenge eines gottgeweihten Lebens und Dienstes? Die Teppiche von Ziegenhaar haben uns schon gesagt, daß unser Herr Jesus solchen, die Ihn nicht verstanden, hie und da hart und streng erscheinen konnte, denn Er hielt Sich in einem Sinn ganz „abgesondert von den Sündern“, wenn Er auch andererseits Sich so liebevoll und freundlich zu ihnen herabließ und sie auf alle Weise zu gewinnen suchte für Gott und für den Himmel! (Lies Hebr. 7,26; vgl. Luk. 15,1.2.)

Hebräer 7,26 -- Denn einen solchen Hohenpriester sollten wir haben, der da wäre heilig, unschuldig, unbefleckt, von den Sünden abgesondert und höher, denn der Himmel ist; / Lukas 15,1.2 -- 1 Es nahten aber zu ihm allerlei Zöllner und Sünder, daß sie ihn hörten. 2 Und die Pharisäer und Schriftgelehrten murrten und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an und isset mit ihnen.

Die Ansprüche, die der natürliche Mensch häufig an Ihn stellen zu können glaubte, wies Er ernst zurück. Man denke z. B. an Maria, Seine Mutter, die sich wohl gerne gesonnt hätte in der Wundertätigkeit ihres Sohnes, oder die doch wenigstens geglaubt hat, Ihn erst aufmerksam machen zu müssen auf ein vorliegendes Bedürfnis. Jesus mußte, obwohl sie Seine Mutter war, Maria ziemlich schroff abweisen mit den Worten: „Weib, was habe Ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht gekommen!“ (Joh. 2,3. 4; vgl. auch Matth. 16,22. 23; Mark. 3,20-22.)

Johannes 2,3.4 -- 3 Und da es an Wein gebrach, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben nicht Wein. 4 Jesus spricht zu ihr: Weib, was habe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. / Matthäus 16,22.23 -- 22 Und Petrus nahm ihn zu sich, fuhr ihn an und sprach: HERR, schone dein selbst; das widerfahre dir nur nicht! 23 Aber er wandte sich um und sprach zu Petrus: Hebe dich, Satan, von mir! du bist mir ärgerlich; denn du meinst nicht was göttlich, sondern was menschlich ist. / Markus 3,20-22 -- 20 Und sie kamen nach Hause, und da kam abermals das Volk zusammen, also daß sie nicht Raum hatten, zu essen. 21 Und da es die Seinen hörten, gingen sie aus und wollten ihn halten; denn sie sprachen: Er ist von Sinnen. 22 Die Schriftgelehrten aber, die von Jerusalem herabgekommen waren, sprachen: Er hat den Beelzebub, und durch den obersten Teufel treibt er die Teufel aus

Die Zahl dieser Ziegenhaarteppiche - elf - ist gleichfalls eine auffallende. Elf ist zusammengesetzt aus sieben und vier. Dürfen wir in diesem Zusammenhang daran denken, daß Jesus, der Vollkommene (sieben), bei Seinem Weg durch die Welt (vier) völlig Gott geweiht blieb - geschieden von allem, was nicht rein, was nicht göttlich war!?

Von finstern Mächten ganz umgeben,
Bleibst Du doch völlig Gott geweiht,
Gabst willig hin Dein heil'ges Leben
Zu Gottes Ehr' und Herrlichkeit;
Hast Deine Lieb' am Kreuz enthüllet,
So wie der Mensch den tiefsten Haß –
Hast Gottes Willen ganz erfüllet,
und ach, der Mensch sein Sündenmaß!

(Donnerstag, 8. August 1935)

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Zuletzt geändert am 01.06.2018 10:52 Uhr | powered by PmWiki (pmwiki-2.2.109)