BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1935
Juli 1935

Freitag, den 26. Juli 1935


2. Mose 35,4-9

Wie Gott es verordnet hatte (Kap. 25,1-9), so fordert Mose nun das geliebte und erlöste Volk Israel auf, zur Herstellung des Heiligtums zu schreiten und das Material dafür freiwillig zusammenzubringen, denn Gott hatte ja gesagt: „Die Kinder Israel sollen mir ein Heiligtum machen, damit Ich in ihrer Mitte wohne!“ - Gott hatte Sein Volk Israel aus Ägypten erlöst und wollte nun in ihrer Mitte wohnen. Es genügte Seinem liebenden Herzen nicht, daß Er sie aus der grausamen Sklaverei ihrer Feinde gerettet hatte - Er liebte sie mit ewiger Liebe und wollte ihnen nahe sein, wollte sie nahe an Sein Herz ziehen: „Sie sollen Mein Volk sein, und Ich will ihr Gott sein!“ - Und nun durfte Mose das Volk versammeln und alle, die willigen Herzens waren, auffordern, ihre freiwilligen Gaben herzuzubringen, um das Heiligtum herzustellen! - Haben wir wohl schon darüber nachgedacht, daß Gott Sich uns in Seinem eingeborenen Sohn geoffenbart hat - daß Er wohnen und thronen will unter denen, die durch Jesus Seine wunderbare Liebe verstehen und erwidern? - Die freiwilligen Gaben für die Stiftshütte werden hier ein Hebopfer genannt, weil man sie von seinem Eigentum für den Herrn abhob. Dies war kein Gebot oder Zwang, sondern: „Von einem jeden, der willigen Herzens ist, sollt ihr Mein Hebopfer nehmen!“ - Im Reiche Gottes herrscht Freiwilligkeit. Nur Dienste und Gaben, die aus einem dankbaren, freudigen Herzen heraus dargebracht werden, können Gott erfreuen und ehren! - Der Psalmist ruft aus: „Herr, Dein Volk wird voller Willigkeit sein am Tage Deiner Macht!“ - Wenn der Apostel Paulus die Korinther zu freudigem Geben für die Sache Gottes anspornt, so sagt er ihnen: „Wer kärglich sät, der bekommt auch eine kärgliche Ernte; doch die Fülle darf ernten, wer reichlich ausstreut! - Jeder soll geben, wie es ihm ums Herz ist, nicht grämlich oder aus Zwang, denn Gott liebt den fröhlichen Geber. und Er ist mächtig, euch mit irdischem Segen so zu überschütten, daß ihr nicht nur stets euer gutes Auskommen findet, sondern auch noch reichliche Mittel habt zu allerlei Liebeswerken!“ [Lies 2. Kor. 9,1-15.] - Manche Kinder Gottes verstehen es noch gar nicht, daß sie als Erlöste des Herrn mit allem, was sie sind und haben, Gott gehören, und daß Jesus allein Verfügungsrecht über sie hat, der sie erkauft hat mit Seinem eigenen Blut und Leben! - Jede, auch die kleinste Überlegung und Handlung in unserem praktischen Alltagsleben kann regiert werden von dem glücklichen Bewußtsein unseres Herzens: Ich gehöre nicht mehr mir selbst an, sondern meinem großen Herrn! Was ich bin und was ich habe, steht Ihm zur Verfügung und ist Ihm geweiht! - Das Volk Israel kannte es zu jener Zeit gar nicht anders, als daß von den reichen Gütern und Gaben, die es besaß und empfing, das Erste und Beste Gott gehörte, und Seinem Heiligtum - Seinen Priestern und Dienern zufiel. Neben den reichen Opfern und freiwilligen Gaben gehörte von vornherein der Zehnte von allem Gott und Seinem Heiligtum. Außerdem wurde alle drei Jahre noch ein zweiter Zehnten abgehoben für die Armen und für die Fremdlinge. Solange das Volk Gottes es so hielt, stand es unter den wunderbar reichen Segnungen Gottes. (Lies Spr. 3,9. 10; 11,20. 24. 25; Mal. 3,10-12.) - Erfreulich war, daß alles gebraucht werden konnte für das Heiligtum - daß nicht nur die wertvollen Gaben der Reichen: Gold und Silber und Edelsteine, Verwendung fanden, sondern ebenso auch einfache Dinge, welche die Armen besaßen und hergeben konnten. Selbst die Kinder konnten Ziegenhaar sammeln, und die Armen durften Widderfelle, Dachsfelle und Akazienholz bringen. Alles fand Verwendung bei der Arbeit am Heiligtum! Im Königreiche Gottes werden die kleinen Opfer der Unbemittelten und der Kinder, wenn sie aus einem gebefreudigen, dankbaren Herzen kommen, ebenso gewertet wie die wertvollen Gaben der Bemittelten! (Lies 1. Sam. 16,7b.)

Man fragt sich, woher die Israeliten, die doch jahrhundertelang von den Ägyptern so schwer bedrückt worden waren, Gold und Silber und Edelsteine hatten. Die Stellen 2. Mos. 3,21. 22 und 12,35. 36 geben uns hierüber Auskunft! - Gott gebot ihnen bei ihrem Auszug aus Ägypten, ihre Bedrücker zu berauben, und auf diese Weise zu ihrem Lohn zu kommen für all die harte Sklavenarbeit, die sie geleistet hatten für den Pharao. - Schon zu Abraham hatte Gott einst gesprochen im Blick auf seine Nachkommen: „Sie werden den Ägyptern dienen, und diese werden sie bedrücken vierhundert Jahre. aber Ich werde diese Nation richten, der sie gedient haben; und danach werden sie ausziehen mit großer Habe!“ - von dem ungeheuren Reichtum der alten asiatischen Reiche an Gold, Silber und Erz können wir uns heute gar keine Vorstellung mehr machen. - So betrugen, um nur einiges zu erwähnen, die Götterbilder im Belustempel zu Babylon allein schon mehrere tausend Talente Gold (ein Talent - etwa 60 kg) - ungerechnet die goldenen Tische, Bettstellen und anderen Geräte von Gold und Silber! - Bei der Belagerung von Ninive errichtete Sardanapal, der letzte König Assyriens, bekannt als verweichlichter Schlemmer, einen Scheiterhaufen, auf den er seine Reichtümer, darunter 150 goldene Bettstellen, 150 goldene Tische, eine Million Talente Gold, zehnmal soviel Silber und andere Kostbarkeiten legen ließ, um sie vor den Feinden zu vernichten! - Bei der Besiegung Asiens soll Cyrus, der Begründer des Perserreiches (559-529 v. Chr.) 17 000 kg Gold außer den goldenen Gefäßen und 500 000 Talente Silber, dazu noch den Becher der Semiramis , der allein 15 Talente wog, erbeutet haben! - Und Alexander der Große fand in den königlichen Schatzkammer zu Susa mehr als 40 000 Talente Gold und Silber und 9000 Talente geprägtes Gold - und in der Burg von Persepolis einen Schatz von 120 000 Talenten Gold!

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