BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1935
Juli 1935

Sonnabend, den 27. Juli 1935


2. Mose 35,10-11

Es werden uns hier all die Gegenstände für die Stiftshütte aufgeführt, die in kunstvoller Weise gefertigt werden sollten. Außer den beiden Werkmeistern Bezaleel und Oholiab waren eine große Zahl von fleißigen, geschickten Arbeitern und Arbeiterinnen nötig; denn die Arbeit, die zu leisten war, war groß! - Das wichtigste Erfordernis für jeden einzelnen, der hier mithelfen wollte, war ein weises Herz, d. h. ein Herz, das von Gott unterrichtet und geleitet wird! Die Schrift sagt: „Werde weise und leite dein Herz geradeaus auf dem von Gott vorgezeichneten Weg!“ Und der weise Prediger spricht: „Ich erkannte, daß die Weisheit der Torheit weit vorzuziehen ist, gleichwie das Licht der Finsternis! Denn der Weise hat seine Augen im Kopfe, der Tor dagegen macht seine Schritte in der Finsternis!“ (Lies auch Spr. 8,33; 10,1. 8. 14; 13,1 u. 20; 15,31.) „Die den Herrn suchen, verstehen alles!“ - Die Welt legt den höchsten Wert auf Begabung und Tüchtigkeit. Und diese Eigenschaften mögen für weltliche Ansprüche in der Arbeit genügen. Aber alle Dienste, auch die einfachsten, die für Gott verrichtet werden sollen, erfordern mehr, als was der natürliche Mensch hervorbringen und leisten kann. Nur Gnade und Weisheit von oben kann hier genügen! - Wer irgendwie im Königreiche Gottes helfen und dienen will, und sei es mit der schlichtesten Arbeit, der muß wissen: Wenn ich auch in meinem bisherigen Leben nach menschlichem Ermessen Gutes geleistet habe, im Königreich Gottes kann ich auch das Kleinste und Einfachste nicht richtig machen, wenn ich nicht von oben her erleuchtet und geleitet werde! Mag es sich um Schreiben und Rechnen, um Schreiner- und Schlosserarbeit, um Kochen, Spülen, Bettenmachen oder Zimmer reinigen handeln -zu all diesen und zu allen anderen Arbeiten brauchen wir Gnade von oben - ein von Gott regiertes Herz! - Wo Willigkeit und Demut ist - ein Regiertwerden von Gott, da bringt man Frucht, die da bleibt, ob die Arbeit noch so unscheinbar ist! - Unser Herr Jesus spricht: „Wer in Mir bleibt und Ich in ihm, der bringt viel Frucht, denn ohne Mich könnt ihr nichts tun! Ich habe euch auserwählt und euch an euren Platz gestellt, damit ihr hingeht und Frucht bringt, und eure Frucht - die Frucht eurer Arbeit und eures Dienstes - soll eine bleibende, also von Ewigkeitsbedeutung und Ewigkeitswert sein!“

Vers 11: Unter der „Wohnung“ sind die zehn wundervollen, aus weißem Byssus, blauem und rotem Purpur und Karmesin gewebten aneinandergefügten Teppiche zu verstehen, in Kunstweberarbeit mit eingewirkten - Cherubsgestalten hergestellt. Sie bildeten eine prächtige Decke, die über die goldene Bretterhütte gehängt wurde - in der Mitte durch 50 goldene Klammern, die in blaue Schlingen hineinfaßten, zusammengehalten. [2. Mos. 26,1-6.] als „Zeltdecke“ kam über die Cherubimdecke ein mächtiger Ziegenhaarteppich, der aus elf Bahnen zusammengefügt war und der die feine Cherubimdecke schützte vor Sonne und Regen. [2. Mos. 26,7-13.] Hierüber kam noch eine große Decke von rotgefärbten Widderfellen und zuletzt eine Decke von Dachsfellen. Von den goldenen Klammern, die die zwei Hälften des großen Cherubimteppichs zusammenhielten, redeten wir schon. Dann gab es noch eherne Klammern, welche die zwei Hälften des Ziegenhaarteppichs zusammenhielten. [2. Mos. 26,6. 11.] - Die ganz mit Goldblech überzogenen breiten Akazienholzbretter, welche aneinandergefügt die eigentliche Stiftshütte - Heiligtum und Allerheiligstes - bildeten, haben wir schon ausführlich betrachtet in 2. Mos. 26,15-30. Diese goldenen Bretter wurden zusammengehalten durch goldüberzogene Riegelstangen, die durch goldene Ringe liefen. Jedes der goldenen Bretter stand auf zwei silbernen Füßen; und den offenen Eingang bildeten ebenfalls goldüberzogene Akazienholzsäulen, hinter denen ein Türvorhang lief.

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