BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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DAS ZWEITE BUCH MOSE (Exodus)
G. GESETZ 3: Der Bau des Heiligtums (2. Mose 35-40)

2. Benötigte Materialien zum Bau der Wohnung Gottes als freiwillige Opfergabe für den HERRN (2. Mose 35,4-9)


2. Mose 35,4-9

4 Und Mose sprach zu der ganzen Gemeinde der Kinder Israel: Das ist's, was der HERR geboten hat: 5 Gebt unter euch ein Hebopfer dem HERRN, also daß das Hebopfer des HERRN ein jeglicher willig bringe, Gold, Silber, Erz, 6 blauen und roten Purpur, Scharlach, weiße Leinwand und Ziegenhaar, 7 rötliche Widderfelle, Dachsfelle und Akazienholz, 8 Öl zur Lampe und Spezerei zur Salbe und zu gutem Räuchwerk, 9 Onyxsteine und eingefaßte Steine zum Leibrock und zum Amtschild.

Wie Gott es verordnet hatte (Kap. 25,1-9), so fordert Mose nun das geliebte und erlöste Volk Israel auf, zur Herstellung des Heiligtums zu schreiten und das Material dafür freiwillig zusammenzubringen, denn Gott hatte ja gesagt: „Die Kinder Israel sollen mir ein Heiligtum machen, damit Ich in ihrer Mitte wohne!“

2. Mose 25,1-9 -- 1 Und der HERR redete mit Mose und sprach: 2 Sage den Kindern Israel, daß sie mir ein Hebopfer geben; und nehmt dasselbe von jedermann, der es willig gibt. 3 Das ist aber das Hebopfer, das ihr von ihnen nehmen sollt: Gold, Silber, Erz, 4 blauer und roter Purpur, Scharlach, köstliche weiße Leinwand, Ziegenhaar, 5 rötliche Widderfelle, Dachsfelle, Akazienholz, 6 Öl zur Lampe, Spezerei zur Salbe und zu gutem Räuchwerk, 7 Onyxsteine und eingefaßte Steine zum Leibrock und zum Amtschild. 8 Und sie sollen mir ein Heiligtum machen, daß ich unter ihnen wohne. 9 Wie ich dir ein Vorbild der Wohnung und alles ihres Geräts zeigen werde, so sollt ihr's machen.

Gott hatte Sein Volk Israel aus Ägypten erlöst und wollte nun in ihrer Mitte wohnen. Es genügte Seinem liebenden Herzen nicht, daß Er sie aus der grausamen Sklaverei ihrer Feinde gerettet hatte - Er liebte sie mit ewiger Liebe und wollte ihnen nahe sein, wollte sie nahe an Sein Herz ziehen: „Sie sollen Mein Volk sein, und Ich will ihr Gott sein!“ - Und nun durfte Mose das Volk versammeln und alle, die willigen Herzens waren, auffordern, ihre freiwilligen Gaben herzuzubringen, um das Heiligtum herzustellen! - Haben wir wohl schon darüber nachgedacht, daß Gott Sich uns in Seinem eingeborenen Sohn geoffenbart hat - daß Er wohnen und thronen will unter denen, die durch Jesus Seine wunderbare Liebe verstehen und erwidern? - Die freiwilligen Gaben für die Stiftshütte werden hier ein Hebopfer genannt, weil man sie von seinem Eigentum für den Herrn abhob. Dies war kein Gebot oder Zwang, sondern: „Von einem jeden, der willigen Herzens ist, sollt ihr Mein Hebopfer nehmen!“ - Im Reiche Gottes herrscht Freiwilligkeit. Nur Dienste und Gaben, die aus einem dankbaren, freudigen Herzen heraus dargebracht werden, können Gott erfreuen und ehren! - Der Psalmist ruft aus: „Herr, Dein Volk wird voller Willigkeit sein am Tage Deiner Macht!“ - Wenn der Apostel Paulus die Korinther zu freudigem Geben für die Sache Gottes anspornt, so sagt er ihnen: „Wer kärglich sät, der bekommt auch eine kärgliche Ernte; doch die Fülle darf ernten, wer reichlich ausstreut! - Jeder soll geben, wie es ihm ums Herz ist, nicht grämlich oder aus Zwang, denn Gott liebt den fröhlichen Geber. und Er ist mächtig, euch mit irdischem Segen so zu überschütten, daß ihr nicht nur stets euer gutes Auskommen findet, sondern auch noch reichliche Mittel habt zu allerlei Liebeswerken!“ [Lies 2. Kor. 9,1-15.]

2. Korinther 9,1-15 -- 1 Denn von solcher Steuer, die den Heiligen geschieht, ist mir nicht not, euch zu schreiben. 2 Denn ich weiß euren guten Willen, davon ich rühme bei denen aus Mazedonien und sage: Achaja ist schon voriges Jahr bereit gewesen; und euer Beispiel hat viele gereizt. 3 Ich habe aber diese Brüder darum gesandt, daß nicht unser Rühmen von euch zunichte würde in dem Stücke, und daß ihr bereit seid, gleichwie ich von euch gesagt habe; 4 auf daß nicht, so die aus Mazedonien mit mir kämen und euch unbereit fänden, wir (will nicht sagen: ihr) zu Schanden würden mit solchem Rühmen. 5 So habe ich es nun für nötig angesehen, die Brüder zu ermahnen, daß sie voranzögen zu euch, fertigzumachen diesen zuvor verheißenen Segen, daß er bereit sei, also daß es sei ein Segen und nicht ein Geiz. 6 Ich meine aber das: Wer da kärglich sät, der wird auch kärglich ernten; und wer da sät im Segen, der wird auch ernten im Segen. 7 Ein jeglicher nach seiner Willkür, nicht mit Unwillen oder aus Zwang; denn einen fröhlichen Geber hat Gott lieb. 8 Gott aber kann machen, daß allerlei Gnade unter euch reichlich sei, daß ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken; 9 wie geschrieben steht: "Er hat ausgestreut und gegeben den Armen; seine Gerechtigkeit bleibt in Ewigkeit." 10 Der aber Samen reicht dem Säemann, der wird auch das Brot reichen zur Speise und wird vermehren euren Samen und wachsen lassen das Gewächs eurer Gerechtigkeit, 11 daß ihr reich seid in allen Dingen mit aller Einfalt, welche wirkt durch uns Danksagung Gott. 12 Denn die Handreichung dieser Steuer erfüllt nicht allein den Mangel der Heiligen, sondern ist auch überschwenglich darin, daß viele Gott danken für diesen unsern treuen Dienst 13 und preisen Gott über euer untertäniges Bekenntnis des Evangeliums Christi und über eure einfältige Steuer an sie und an alle, 14 indem auch sie nach euch verlangt im Gebet für euch um der überschwenglichen Gnade Gottes willen in euch. 15 Gott aber sei Dank für seine unaussprechliche Gabe!

Manche Kinder Gottes verstehen es noch gar nicht, daß sie als Erlöste des Herrn mit allem, was sie sind und haben, Gott gehören, und daß Jesus allein Verfügungsrecht über sie hat, der sie erkauft hat mit Seinem eigenen Blut und Leben! - Jede, auch die kleinste Überlegung und Handlung in unserem praktischen Alltagsleben kann regiert werden von dem glücklichen Bewußtsein unseres Herzens: Ich gehöre nicht mehr mir selbst an, sondern meinem großen Herrn! Was ich bin und was ich habe, steht Ihm zur Verfügung und ist Ihm geweiht! - Das Volk Israel kannte es zu jener Zeit gar nicht anders, als daß von den reichen Gütern und Gaben, die es besaß und empfing, das Erste und Beste Gott gehörte, und Seinem Heiligtum - Seinen Priestern und Dienern zufiel. Neben den reichen Opfern und freiwilligen Gaben gehörte von vornherein der Zehnte von allem Gott und Seinem Heiligtum. Außerdem wurde alle drei Jahre noch ein zweiter Zehnten abgehoben für die Armen und für die Fremdlinge. Solange das Volk Gottes es so hielt, stand es unter den wunderbar reichen Segnungen Gottes. (Lies Spr. 3,9. 10; 11,20. 24. 25; Mal. 3,10-12.)

Sprüche 3,9.10 -- 9 Ehre den HERRN von deinem Gut und von den Erstlingen all deines Einkommens, 10 so werden deine Scheunen voll werden und deine Kelter mit Most übergehen. / Sprüche 11,20.24.25 -- 20 Der HERR hat Greuel an den verkehrten Herzen, und Wohlgefallen an den Frommen. 21 Den Bösen hilft nichts, wenn sie auch alle Hände zusammentäten; aber der Gerechten Same wird errettet werden. 22 Ein schönes Weib ohne Zucht ist wie eine Sau mit einem goldenen Haarband. 23 Der Gerechten Wunsch muß doch wohl geraten, und der Gottlosen Hoffen wird Unglück. 24 Einer teilt aus und hat immer mehr; ein anderer kargt, da er nicht soll, und wird doch ärmer. 25 Die Seele, die da reichlich segnet, wird gelabt; wer reichlich tränkt, der wird auch getränkt werden. / Maleachi 3,10-12 -- 10 Bringt mir den Zehnten ganz in mein Kornhaus, auf daß in meinem Hause Speise sei, und prüft mich hierin, spricht der HERR Zebaoth, ob ich euch nicht des Himmels Fenster auftun werde und Segen herabschütten die Fülle. 11 Und ich will für euch den Fresser schelten, daß er euch die Frucht auf dem Felde nicht verderben soll und der Weinstock im Acker euch nicht unfruchtbar sei, spricht der HERR Zebaoth; 12 daß euch alle Heiden sollen selig preisen, denn ihr sollt ein wertes Land sein, spricht der HERR Zebaoth.

Erfreulich war, daß alles gebraucht werden konnte für das Heiligtum - daß nicht nur die wertvollen Gaben der Reichen: Gold und Silber und Edelsteine, Verwendung fanden, sondern ebenso auch einfache Dinge, welche die Armen besaßen und hergeben konnten. Selbst die Kinder konnten Ziegenhaar sammeln, und die Armen durften Widderfelle, Dachsfelle und Akazienholz bringen. Alles fand Verwendung bei der Arbeit am Heiligtum! Im Königreiche Gottes werden die kleinen Opfer der Unbemittelten und der Kinder, wenn sie aus einem gebefreudigen, dankbaren Herzen kommen, ebenso gewertet wie die wertvollen Gaben der Bemittelten! (Lies 1. Sam. 16,7b.)

1. Samuel 16,7 --Aber der HERR sprach zu Samuel: Sieh nicht an seine Gestalt noch seine große Person; ich habe ihn verworfen. Denn es geht nicht, wie ein Mensch sieht: ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der HERR aber sieht das Herz an.

Man fragt sich, woher die Israeliten, die doch jahrhundertelang von den Ägyptern so schwer bedrückt worden waren, Gold und Silber und Edelsteine hatten. Die Stellen 2. Mos. 3,21. 22 und 12,35. 36 geben uns hierüber Auskunft!

2. Mose 3,21.22 -- 21 Und ich will diesem Volk Gnade geben vor den Ägyptern, daß, wenn ihr auszieht, ihr nicht leer auszieht; 22 sondern ein jeglich Weib soll von ihrer Nachbarin und Hausgenossin fordern silberne und goldene Gefäße und Kleider; die sollt ihr auf eure Söhne und Töchter legen und von den Ägyptern zur Beute nehmen. / 2. Mose 12,35.36 -- 35 Und die Kinder Israel hatten getan, wie Mose gesagt hatte, und von den Ägyptern gefordert silberne und goldene Geräte und Kleider. 36 Dazu hatte der HERR dem Volk Gnade gegeben vor den Ägyptern, daß sie ihnen willfährig waren; und so nahmen sie es von den Ägyptern zur Beute.

Gott gebot ihnen bei ihrem Auszug aus Ägypten, ihre Bedrücker zu berauben, und auf diese Weise zu ihrem Lohn zu kommen für all die harte Sklavenarbeit, die sie geleistet hatten für den Pharao. - Schon zu Abraham hatte Gott einst gesprochen im Blick auf seine Nachkommen: „Sie werden den Ägyptern dienen, und diese werden sie bedrücken vierhundert Jahre. aber Ich werde diese Nation richten, der sie gedient haben; und danach werden sie ausziehen mit großer Habe!“ - von dem ungeheuren Reichtum der alten asiatischen Reiche an Gold, Silber und Erz können wir uns heute gar keine Vorstellung mehr machen. - So betrugen, um nur einiges zu erwähnen, die Götterbilder im Belustempel zu Babylon allein schon mehrere tausend Talente Gold (ein Talent - etwa 60 kg) - ungerechnet die goldenen Tische, Bettstellen und anderen Geräte von Gold und Silber! - Bei der Belagerung von Ninive errichtete Sardanapal, der letzte König Assyriens, bekannt als verweichlichter Schlemmer, einen Scheiterhaufen, auf den er seine Reichtümer, darunter 150 goldene Bettstellen, 150 goldene Tische, eine Million Talente Gold, zehnmal soviel Silber und andere Kostbarkeiten legen ließ, um sie vor den Feinden zu vernichten! - Bei der Besiegung Asiens soll Cyrus, der Begründer des Perserreiches (559-529 v. Chr.) 17 000 kg Gold außer den goldenen Gefäßen und 500 000 Talente Silber, dazu noch den Becher der Semiramis , der allein 15 Talente wog, erbeutet haben! - Und Alexander der Große fand in den königlichen Schatzkammer zu Susa mehr als 40 000 Talente Gold und Silber und 9000 Talente geprägtes Gold - und in der Burg von Persepolis einen Schatz von 120 000 Talenten Gold!

(Freitag, 26. Juli 1935)

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