BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1935
Mai 1935

Montag, den 13. Mai 1935


2. Mose 32.30-32

Mit dem innersten Herzen hatte Mose stets den Unterweisungen gelauscht, die Gott ihm über Schuld und Sühne gegeben hatte. Wie nie zuvor war ihm die dringende Notwendigkeit klar, daß die Sünde des Volkes durch die stellvertretende Hingabe eines Opfers getilgt werden müsse. Wie nie zuvor begriff er, warum Gott ihnen schon in Ägypten das Lamm gegeben hatte, dessen Blut allein Israel vor dem Würgengel schützte. [Lies 2. Mos. 12.3. 7. 13.] - Ja, Mose erkannte klarer als irgend jemand die Schrecklichkeit der Sünde und die Notwendigkeit des Versöhnungsopfers von Standpunkt Gottes aus! Und bei der furchtbaren Schuld, die Israel jetzt auf sich geladen hatte, war sein Herz so tief erschüttert und bewegt, daß ihm der Gedanke kam, ob Gott nicht ihn - ihn selbst - als Versöhnungsopfer annehmen und auf solche Weise dem Volke vergeben wolle! - Jedenfalls war er entschlossen, sich ganz mit Israel und dessen Schuld in tiefer Beugung vor Gott eins zu machen. Lieber wollte er von Gott verbannt sein auf ewig - ausgelöscht aus Gottes Lebensbuch, als daß er und seine Familie zu Ruhm und Größe gelangte - das Volk aber um seiner Sünde willen dem Gericht und Verderben anheim gefallen wäre. Welch eine Liebe! [Lies Röm. 9.1-5.] - Wenig ahnte Mose ja, daß er durch diese Gesinnungstat den Sohn Gottes, den Herrn der Herrlichkeit, so klar vorbildete, welcher Mensch wurde, um Sich mit den gefallenen Sündern zusammenzuschließen und ihr Erlöser, der Anführer ihrer Rettung, der Herzog ihrer Seligkeit zu werden: „Der, welcher Sünde nicht kannte, ließ Sich an unserer Stelle zur Sünde machen, damit wir in Ihm die Darstellung und der klare Erweis - nicht nur der wunderbaren Gnade, sondern auch der Gerechtigkeit Gottes würden?“ (Lies 2. Kor, 5, 14-21) - „Lösche mich doch aus aus Deinem Buche!“ Diese Worte des Mose sind das Zeugnis einer so völligen Selbsthingabe, daß sie nur denen verständlich sein werden, die viel von dem Geist und der Gesinnung Christi in sich tragen. Nur solche werden die Bedeutung solcher Worte verstehen, die in die Seelenleiden des Herrn Jesu für Seine Gemeinde eingegangen sind. So sagt der Apostel Paulus: „Ich freue mich in den Leiden. die ich um euretwillen erdulde und trage das ab, was noch fehlt an den Leiden Christi für Seinen Leib - für die Gemeinde! Ich bin ja ihr Diener geworden entsprechend dem Auftrag, den Gott mir gegeben hat!“ [Kol. 1,24. 25.] - So wollen auch die Gereiften unter uns lernen, gleich unserem Herrn Jesus allezeit in den Tod gegeben zu werden für ihre Mitgeschwister - allezeit das Sterben Jesu am Leibe umherzutragen. damit auch das Leben Jesu an ihrem sterblichen Leibe offenbar werde!“ - Nicht, als meinten wir, Seinem vollbrachten Erlösungswerke etwas hinzufügen zu müssen oder zu können! Aber wir erfüllen das Gesetz, das Christum leitete (Gal. 6.2), das kostbare Gebot der freiwilligen Selbsthingabe für andere: „Darum liebt Mich der Vater, weil Ich Mein Leben lasse, um es wieder zu nehmen. Niemand nimmt es von Mir, sondern Ich gebe es ganz freiwillig hin. Ich habe Macht, es hinzugeben, und habe Macht es wiederzunehmen. Dieses Gebot habe Ich empfangen von Meinem Vater.“ [Lies 1. Petr. 1,22. 23; 3,8. 9.] - Wir sehen hier bei Mose ein Maß von Selbsthingabe, das im allgemeinen unerreicht dasteht - es sei denn, wir hören des gekreuzigten Heilandes Flehen für Israel: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!“ Des Herrn Jesu Hingabe überragte die des Mose noch um ein Unendliches!

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