BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1934
Oktober 1934

Dienstag, den 9. Oktober 1934


2. Mose 23,28-30

Selbst die Natur mußte dem von Gott geliebten und unter Seinem Wohlgefallen stehenden Israel in der Überwindung seiner Feinde zu Hilfe kommen: “Ich werde die Hornisse vor dir hersenden, daß sie vor dir vertreibe die Hewiter, die Kanaaniter und die Hethiter!“ Hornissen sind eine große, ihres schmerzhaften, oft tödlichen Stiches wegen sehr gefürchtete Wespenart. In Jos. 24,12 hören wir, wie Gott auch dieses Wort wahr machte: „Ich sandte die Hornissen vor euch her, und sie vertrieben die Feinde vor euch, die beiden Könige der Amoriter! Siehe, Ich habe euch ein Land gegeben, um das ihr euch nicht gemüht, und Städte, die ihr nicht gebaut habt, und ihr wohnt darin. Darum fürchtet den Herrn und dient Ihm in Vollkommenheit!“ - Wenn der Herr Sich uns so wunderbar erzeigt - Gnade und Sieg verleiht, dann gilt es doppelt auf der Hut zu sein gegen geistlichen Hochmut, gegen Untreue oder Oberflächlichkeit! Nie ist die Gefahr des Sich-gehen-lassens, des Zurückgeratens größer, als wenn wir auf der Höhe des Glaubens wandeln. Wenn in den Kreisen der Kinder Gottes alle diejenigen ein Zeichen an der Stirne trügen, welche schon wunderbar die Siegeskraft des neuen göttlichen Lebens erfuhren, aber nicht darin geblieben sind - wir würden staunen, schmerzvoll staunen über ihre Zahl! „Darum legt an die ganze Waffenrüstung, die Gott euch zureicht, damit ihr gewappnet seid gegen des Teufels Schliche! Denn unser Kampf geht ja nicht gegen Fleisch und Blut - wir haben es ja nicht nur mit Menschen und menschlichen Widerständen zu tun, sondern wir haben zu kämpfen gegen die Fürstentümer und die Gewaltigen der Finsternis, welche die ganze Welt beherrschen. Ja, mit geistlichen Mächten der Bosheit haben wir zu ringen, die bis in die himmlischen Regionen vordringen und uns da entgegentreten! Darum bedürft ihr der vollen Waffenrüstung Gottes. Legt sie an und gebraucht sie, damit ihr am schlimmen Tage ihnen Widerstand leisten - den Kampf durchführen und nach Besiegung aller Feinde das Feld behaupten könnt!“ [Lies Röm. 13,11-14; 1. Thess. 5,2-11.] - Es ist herrlich zu sehen, wie alles Gott zur Verfügung stehen muß, wenn Er Seine Geliebten und Getreuen segnen und ihnen Sieg verleihen will: „Als Israel aus Ägypten zog - das Haus Jakobs aus einem Land fremder Sprache, da war Juda Sein Heiligtum, Israel Seine Herrschaft. Das Meer sah es und floh - der Jordan wandte sich zurück; die Berge hüpften wie Widder, die Hügel wie junge Schafe. - Was war dir, du Meer, daß du flohest? du Jordan, daß du dich zurückwandtest? ihr Berge, daß ihr hüpftet wie Widder - ihr Hügel, wie junge Schafe? - Die Erde erbebte vor dem Herrn, vor dem Gott Jakobs, der für Sein Volk den Felsen verwandelte in einen Wasserteich, den Kieselfelsen in einen Wasserquell!“ - V. 29.30: Gott ist sehr weise und praktisch in der Erziehung Seiner Kinder. Nicht auf einmal vernichtete Er diese mächtigen feindlichen Völker im Land Kanaan, sondern nur nach und nach, denn so schnell hätte Israel sich doch nicht ansässig machen können in dem geräumigen und reichen Lande. Es wäre dann eine Wüste geworden; die Raubtiere hätten überhand genommen und Menschen und Vieh gefährdet, wie es z. B. nach der Wegführung der zehn Stämme durch die Assyrer geschah! (Lies 2. Kön. 17,24-26; vgl. 3. Mos. 26,22.) - So besiegen leider viele Kinder Gottes nicht auf einmal ihre Sünden und Charakterfehler! Wir könnten durch unseren großen Heiland zwar lauter Sieg haben, wenn wir uns all Seine Gnade zur Demütigung dienen ließen. Aber ach, es geht über die Schwelle der Bekehrung noch soviel Hochmut und Unzerbrochenheit mit in unser neues Leben! (Lies 1. Kor. 16,13.14; 2. Kor. 13,11; 1. Petr. 5,8-11.)

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