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JAHRGANG 1934
Juni 1934

Sonnabend, den 9. Juni 1934


Römer 7,25; [Psalm 107,1-16]

Völlig unvermittelt stellt Paulus neben den Schrei der Verzweiflung den Freudenruf der Erlösung. Gerade dadurch liegt ein einzigartiger Nachdruck auf beiden Erfahrungen! Gerade neben der tiefsten Not steht die höchste Freude – ähnlich wie bei einer Geburt auf den Augenblick größter Bedrängnis und Gefahr unmittelbar der Augenblick glückseliger Freude folgt! (Lies Jesaja 12,1-6) – So erleben wir hier in Römer 7 etwas außerordentlich Spannendes auf geistlichem Gebiet mit – das Durchdringen des neuen Lebens zur ersten Stufe seiner Befreiung! – Eben noch am Rande der Verzweiflung, bricht der Apostel nun in lobpreisende Danksagung aus: „Ich danke Gott durch Jesum Christum, unseren Herrn!“ Gott Selbst hat durch den Herrn Jesus eingegriffen in seine furchtbare Sünden- und Seelennot und ihn herausgehoben auf eine neue Stufe: „Er hat mich heraufgeführt aus der Grube des Verderbens – aus kotigem Schlamm; und Er hat meine Füße auf einen Felsen gestellt, meine Schritte befestigt! Und in meinen Mund hat Er ein neues Lied gelegt, einen Lobgesang unserm Gott!“ – Während er in seiner Verzweiflung gemeint hatte, nur der Tod werde ihn retten und scheiden von diesem Leibe der Sünde und des Todes, ist er jetzt zu einer ganz anderen, wirklich hilfreichen Erkenntnis und Erfahrung gelangt: Gott hat durch die Erlösungstat Seines eingeborenen Sohnes eine rettende Scheidung vollzogen zwischen seinem neuen und seinem alten Menschen! Der neue Mensch – sein neues Ich ist nun sein wahres, wirkliches Ich! Mit seinem erneuerten Sinn darf und kann er nun dem Gesetz Gottes, d.h. dem Willen Gottes, dienen! – Es ist so kostbar, das Erwachen und Erstarken des Neuen in Paulus zu beobachten in diesem Kapitel. Erst war nur das Wollen des Guten vorhanden; jetzt dient er schon mit seinem erneuerten Sinne dem göttlichen Gesetz! – In seinem Erkennen und Empfinden hat sich durch die Einwirkungen von oben eine klare Scheidung vollzogen; während sein neuer Mensch Wohlgefallen am Gesetz Gottes hat, ist er sich darüber klargeworden, daß sein alter Mensch dauernd und unlöslich an das Gesetz der Sünde gebunden und demselben dienstbar ist! – Diese Erkenntnis ist von höherem Wert und größerer Bedeutung, als es zunächst scheinen mag. Sie ist auch heute für die Kinder Gottes von großer Wichtigkeit: Mein alter Mensch ist durch und durch sündig – unverbesserlich schlecht; läßt man ihn leben, so wird er stets Böses tun, da er unlöslich an das Gesetz der Sünde gebunden und von demselben durchdrungen ist! (Wir werden jedoch sehen, daß Gott diesen alten Menschen – „das Fleisch“ – zum Tode verurteilt hat in dem Tode Christi!) – Mein neues Ich ist in Christo – an Ihn gebunden und von Ihm durchdrungen, so daß gesagt werden kann: „Christus in euch!“ – Der alte Mensch ist Fleisch – der neue Mensch ist Geist. (Lies Johannes 3,6; Römer 8,5.6) Der alte Mensch kann nicht anders als sündigen; der neue Mensch kann nicht sündigen! (Römer 7,18a; 1. Johannes 3,7-10) – So ist es für uns sehr wichtig, daß wir in unserem Denken, Reden, Wesen und Tun klar unterscheiden, was vom alten und was vom neuen Menschen ist! Die praktische Anwendung des Wortes Gottes unter der Wirkung des Geistes Gottes hilft uns hierzu! (Lies Hebräer 4,11-13!)

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