BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

(www.wol-blz.net)

Suchen nach:
Startseite -- Jahrgänge -- 1927 -- 1. Februar 1927
Diese BLZ Andacht: -- IM ORIGINAL -- Erweitert?

Voriger Tag -- Nächster Tag

JAHRGANG 1927
Februar 1927

Dienstag, den 1. Februar 1927


4. Mose 25,1-9; Hosea 9,10

Aus 4. Mos. 31,1-16 erfahren wir, daß die Midianiter, ein mit den Moabitern befreundetes Händlervolk [vgl. 1. Mos. 37,28.36], die Seele dieses verderblichen Unternehmens waren. Von Anfang an waren sie ja Balaks Ratgeber wider Israel. [Kap. 22,3.4.7.] Bileam hat unter ihnen gewohnt. [Schließlich ist er auch mit ihnen umgekommen im wohlverdienten Strafgericht; 4. Mos. 31,1-8.] - Ein großer Teil des von Gott geliebten Israel fiel in die durch Bileam gelegte verderbliche Schlinge. Bei üppigem Mahl wurden sie erhitzt, verstrickt und in den unzüchtigen Götzendienst des Baal-Peor hineingezogen. Wie schnell ist doch die Reinheit eingebüßt - Leib, Seele und Geist tief befleckt und ein Schade angerichtet, der nie mehr gutzumachen ist! (Lies Jos. 22,17!) Nicht umsonst ruft unser Herr Jesus uns in Seiner schwersten Leidensstunde zu: „Wachet und betet, auf daß ihr nicht in Versuchung fallet! Denn der Geist ist wohl willig, das Fleisch aber schwach!“ - „Und Israel hängte sich an den Baal-Peor“ - das Israel, das die Worte vernommen hatte: „Jehova, deinem Gott, sollst du dienen und Ihm anhangen! Er ist dein Ruhm und dein Gott, der solche großen und furchtbaren Dinge an dir getan hat!“ - Der Zorn Jehovas entbrennt: eine tödliche Plage bricht unter dem Volke aus. Mose muß die Häupter des Volkes versammeln und die Schuldigen werden erschlagen und am hellen Tage vor aller Augen aufgehängt, „damit die Glut des Zornes Jehovas sich von Israel abwende“. (Vgl. 2. Sam. 12,11.12.) Öffentliche, schwere Sünden müssen auch öffentlich und nachdrücklich bestraft werden, damit alle sich fürchten und der Zorn Gottes geoffenbart, aber auch abgewendet werde! [Lies 5. Mos. 19,19b.20; 2. Chron. 30,8; Apgesch. 5,1-11!] - Während schon die Plage im Lager fraß und ein großer Teil des Volkes bußfertig weinend sich vor der Stiftshütte scharte, besitzt ein israelitischer Fürst die Frechheit, eine vornehme Midianitin in unreiner Absicht ins Lager zu bringen, und zwar vor den Augen der ganzen Gemeinde! - Es ist ja leider eine immer neu sich bestätigende Tatsache, daß die Sünde den Menschen, statt ihn beschämt und kleinlaut zu machen, frech macht. (Vgl. Jes. 3,8.9; Jer. 3,3; 8,12.) - Als Pinehas, der Sohn Eleasars, des Priesters, dies wahrnimmt, erfaßt ihn um der Ehre Jehovas willen ein heiliger Zorn. Er ergreift eine Lanze, geht den beiden Schuldigen nach ins Innere des Zeltes und durchbohrt sie miteinander. Durch dieses in heiligem Eifer an den frechen Sündern vollstreckte Gericht wurde der tödlichen Plage Einhalt getan: „Da stand Pinehas auf und übte Gericht, und der Plage ward gewehrt. Und es wurde ihm zur Gerechtigkeit gerechnet von Geschlecht zu Geschlecht bis in Ewigkeit!“ (Ps. 106,30.31.) In den Augen aller zukünftigen Geschlechter steht diese Tat da als ein leuchtendes Beispiel heiligen Eifers für Gott und Seine Ehre! - Kennen wir etwas von solchem Eifer? - Jehova Selbst trägt den Namen Eiferer; Er spricht: „Ich, Jehova, dein Gott, bin ein eifernder Gott, der die Ungerechtigkeit der Väter heimsucht an den Kindern, am dritten und am vierten Gliede derer, die Mich hassen, und der Güte erweist auf Tausende hin, an denen, die Mich lieben und Meine Gebote beobachten!“

Auf diese Tat des Pinehas in Verbindung mit den gleichartigen Beispielen des Samuel [1. Sam 15,33], des Elias [1. Kön. 18,40], des Priesters Mattathias [1. Makk. 2,24] u. a. gründeten die späteren Juden das sogenannte Eiferrecht, jus zelotarum, wonach jeder auch nicht durch amtliche Stellung Befugte, das heilige Recht haben sollte, in Fällen frecher Verachtung göttlicher Einrichtungen oder frecher Beleidigung der Majestät Gottes alsbald gegen die Übertreter rächend einzuschreiten. Aber wenn es nicht der Heilige Geist ist, der solchen Eifer entfacht, so ist derselbe natürlich blind und gerät in ganz ungöttliche Bahnen. Das sehen wir an der zur Zeit Jesu bestehenden, fanatischen Partei der „Zeloten“ (d. h. Eiferer), welche „Kampf gegen das römische Joch“ auf ihre Fahne geschrieben hatten, aber nach mehreren Aufstandsversuchen schließlich elendiglich zugrunde gingen. [Apgesch. 5,36.37; 21,38.] - Es scheint, daß der Apostel Simon (nicht Simon Petrus) vor seiner Bekehrung dieser Partei angehört hat. [Luk. 6,15.] - In 1. Kor. 10,1-8 macht Paulus die ernste, praktische Anwendung für uns von diesem Erlebnis Israels in der Wüste. Möge es uns allen tief zu Herzen gehen! - (Wenn Paulus von 23 000 durch die Plage Getöteten spricht und unser Text von 24 000, so liegt der Grund dieses Zahlenunterschiedes wohl darin, daß 1000 Schuldige erschlagen und aufgehängt und 23 000 unmittelbar von der Plage dahingerafft wurden.)

www.WoL-BLZ.net

Zuletzt geändert am 29.06.2019 11:19 Uhr | powered by PmWiki (pmwiki-2.2.109)