BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1926
Juli 1926

Freitag, den 2. Juli 1926


4. Mose 19,1-6; Hebräer 13,11.12

Wie das Sündopfer am großen Versöhnungstage [3. Mos. 16,27.28], so mußte auch dieses Opfer außerhalb des Lagers gebracht, d. h. aus der heiligen Gegenwart Gottes entfernt werden. Das läßt uns tief erkennen, was die Sünde ist! Gott, der Heilige, kann keine Sünde in Seiner Nähe dulden; Er ist „zu rein, um Böses anzuschauen!“ (Hab. 1,13.) - So hat denn auch Christus, unser großes Sündopfer, außerhalb der Tore Jerusalems gelitten. Er, der Heilige, der stets Gott zur Ehre gelebt hatte - Er wurde auf Golgatha als „Sünde“ behandelt, „auf daß wir Gottes Gerechtigkeit würden in Ihm“! (Lies 2. Kor. 5,21; [Jes. 53;] Röm. 8,1-4.) - Hast du es einmal versucht, teure Seele, dich zu versenken in diese Tatsache, daß Jesus am Kreuz so behandelt worden ist, als wenn Er so sündig, so verkehrt, so hochmütig, unwahr und unrein gewesen wäre, wie wir es von Natur sind? (Lies Jes. 53,4.5.) O wie tief hat unser Heiland am Kreuze das Von-Gott-Verlassen-sein gefühlt - Er, der Gott so nahe stand, wie niemand von uns auch nur ahnen kann! - Der Priester mußte von dem Blute dieses Opfers siebenmal sprengen in der Richtung auf die Stiftshütte. Sieben ist die Zahl der Vollkommenheit. So hat Christus in Wahrheit eine vollkommene Sühne vollbracht für all unsere Schuld: „Durch ein Opfer hat Er auf immerdar vollkommen gemacht, die geheiligt werden“; Er hat „eine ewige Erlösung“ erfunden für alle, die Ihm im Glauben huldigen.

V. 5: Das Opfertier wurde also außerhalb des Lagers verbrannt. Gott, der Heilige, kann die Sünde, selbst wenn sie durch Christum getragen wird, nicht in Seiner Gegenwart dulden: „Unser Gott ist ein verzehrendes Feuer". Jesus mußte um unserer Schuld willen vom göttlichen Zorn verzehrt werden. [Lies Ps. 22,1-3. 10-15 (Luther 22,2-4. 11-16); Matth. 26,36-46.] Aber wie köstlich und friedengebend auch: das Verbrennen des Sündopfers zeigt deutlich, daß alle Sünde auf immerdar zunichte gemacht ist - daß Gott unserer Sünden und Ungerechtigkeiten nie mehr gedenkt. Die Schuld ist vergeben und ausgelöscht für jeden, der glaubt! - „Und der Priester soll Zedernholz und Ysop und Karmesin nehmen und es mitten in den Brand der jungen Kuh werfen.“ Die Zeder ist der höchste und schönste Baum in Palästina. Der Ysop dagegen ist das unscheinbarste Pflänzchen; er wächst in den Mauerritzen. Zedernholz und Ysop wurden mit karmesinfarbener Wolle zusammengebunden und in das Opferfeuer geworfen. Das soll veranschaulichen: Vor Gott hat das Höchste und Edelste des Menschen ebensowenig Wert wie das Einfachste; all sein Wesen, Wissen und Können ist von Sünde durchdrungen; es gehört ins Feuer! Salomo, der „weiser war als alle Menschen“, „redete von der Zeder auf dem Libanon bis zum Ysop, der aus der Mauer wächst“; seine Weisheit erstreckte sich auf alles, was den Menschen und seine Welt betrifft. (1. Kön. 4,31.33.) Doch alles dieses ist im Blick auf Gott und die Ewigkeit nur gut zum Verbrennen. Der Mensch, ob in seiner scheinbaren Herrlichkeit oder in seiner Schwachheit, findet sein Ende und Gericht im Kreuze, im Tode Christi! Und dort beginnt für jeden Glaubenden auf Grund der Gnade etwas ganz Neues! (Lies Joh. 6,63; [Röm. 3,9-20]; 6,6; 7,5.) - Das Karmesin ist ein Bild von der Pracht dieser Welt - von dem, was die Aufmerksamkeit des Menschen auf sich zieht, was in Ansehen steht und gefällt. Über alles dieses hat Gott am Kreuze Christi Sein Gericht ergehen lassen. Wer sich mit dem Herrn Jesus in Wahrheit eins macht durch den Glauben, der ist damit für die Welt abgetan und die Welt ist für ihn abgetan! Von mir aber sei es ferne, mich zu rühmen, als nur des Kreuzes unseres Herrn Jesu Christi, durch welchen mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt!“ Wie selten aber wird dies von den Gläubigen tatsächlich verwirklicht - in der Praxis des Alltagslebens mit der Tat bewiesen!

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