BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1926
Februar 1926

Montag, den 22. Februar 1926


Maleachi 1,6-9; Jesaja 1,2-4

Gott war Vater und Herr zugleich für Israel. [2. Mos. 4,22.23; 20,1.] Wo aber war die Ehrfurcht, die Ihm seitens Seines Volkes zustand? - Gott sieht in erster Linie auf unser Herz und unser Tun. Die Priester und mit ihnen das Volk verachteten in der Tat den Namen Jehovas, obwohl sie denselben mit den Lippen ehrten. Auch wir mögen nach unseren Worten sehr fromm sein; sind wir aber im praktischen Alltagsleben Gott und Seinem Wort nicht gehorsam, so verachten wir Ihn tatsächlich. (Vgl. 1. Thess. 4,7.8; Matth. 6,24; 7,21-23; Luk. 6,46.) - Es ist merkwürdig, wie verblendet wir sein - können, indem wir uns für Gott wohlgefällig halten und lassen doch so viele Tat- und Unterlassungssünden in unserem Wandel bestehen! Selbst Kinder Gottes sind sich oft ihrer Fehler nicht bewußt oder wollen sie nicht erkennen, die doch vor anderen so klar zutage liegen! Es mangelt an der Aufrichtigkeit, an der Gründlichkeit in der Selbstprüfung vor Gottes Angesicht! [Ps. 26,1-3; 139,23.24.] - Bei diesen Priestern in Jerusalem lag ein großes Maß von Verblendung vor. Der Prophet sagt ihnen im Namen Jehovas unverblümt die Wahrheit: „Ihr bringet unreines Brot auf Meinen Altar!“ d. h. Opfertiere, an denen ein Gebrechen, eine Krankheit war! Die Opfer waren ja die Speise, das Brot Gottes! (3. Mos. 22,20-25!) - Die Einwendung: „Womit haben wir Dich verunreinigt?“ erklärt sich aus der alttestamentlichen Anschauung, daß Anrühren oder Essen von zeremoniell unreinen Dingen verunreinigend wirkte. [3. Mos. 5,2.] - Sie aber waren so weit von Gott entfernt mit ihrem Herzen, daß sie hierfür keinerlei Empfinden hatten. Sie machten den „Tisch des Herrn“, den Altar, verächtlich, indem sie fehlerhafte und kranke Opfertiere annahmen und auf ihm darbrachten. Man denke an die Söhne Elis! (1. Sam. 2,22-30.) Und ihr böses Herz, das sich gegen das eigene Gewissen verteidigte, sprach: „Das ist nichts Schlimmes!“

Der Prophet macht ihnen einen einfachen Vorschlag, der ihnen sofort ihren großen Mangel an Ehrfurcht vor Gott beleuchten mußte. Ihrem Fürsten, dem vom persischen Monarchen eingesetzten Statthalter (Nehemia oder seinem Nachfolger), hätten sie niemals gewagt, etwas Fehlerhaftes zum Geschenk anzubieten. Wollten sie sich ihm wohlgefällig machen, so brachten sie ihm das Beste dar! Wie sehr verachteten sie also den Allerhöchsten! Eine Schmach, die sie niemals gewagt hätten, ihrem Fürsten anzutun, der doch nur ein Mensch war, taten sie ihrem Gott an! Wie wollten sie Sein Erhören erfahren, wenn sie Ihn anriefen und Gnade - Hilfe von Ihm bedurften? - Ich will mich heute fragen: Wie behandle ich meinen Gott? Fehlt es auch mir an der heiligen Ehrfurcht vor Ihm?

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