BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1922
September 1922

Donnerstag, den 21. September 1922


Haggai 2,10-19

Ein großer Wendepunkt in Gottes Augen war ja seinerzeit schon damit eingetreten, daß das Volk zu einem Bewußtsein seiner heiligen Verpflichtungen gegen seinen Gott erwacht war. Das lag nun schon drei Monate zurück. Von jenem Tage an (dem vierundzwanzigsten des sechsten Monats, Kap. 1,14.15) sah Gott sie schon anders an. Ihre Reinigung von Untreue und Gleichgültigkeit hatte damals begonnen und sie hatten nun durch ein ganzes Vierteljahr hindurch die Echtheit und den Ernst ihrer Umkehr mit der Tat bewiesen. Jetzt war der Augenblick gekommen, da der Herr Sich voll und ganz zu ihnen bekennen und sie nicht nur innerlich, sondern auch äußerlich segnen konnte: ihre Reinigung war nunmehr zu einem gewissen erfreulichen Abschluß gekommen! „Von diesem Tage an will Ich segnen!“

V. 13.14: Tod und Verwesung, die Folge der Sünde („der Tod ist der Lohn der Sünde“), galten im Alten Testament zugleich als Bild derselben. Daher galt jede Berührung einer Leiche als sehr verunreinigend, obwohl sie unvermeidlich war. Nur eine wiederholte Besprengung mit Entsündigungswasser - am dritten und am siebenten Tage - konnte von solcher Verunreinigung lösen; erst nach sieben Tagen war volle Reinigung wiederzuerlangen. (Lies 4. Mos. 19, bes. V. 11-13 u. 19.) - Die Juden in den Tagen Haggais waren, wie wir sahen, durch eine lange Zeit der Gleichgültigkeit und Untreue gegen ihren Gott schwer geschädigt und verunreinigt in Herz und Wandel und Charakter. Trotz ernstlicher Umkehr mußten sie es nun empfinden, daß nach einem langen Abweichen die Reinigung und Zurechtbringung nicht mit einemmal wiedererlangt ist, sondern daß dieselbe Zeit erfordert und ernste, stets erneute Willenshingabe dazu! - So war es ein überaus treffender Vergleich, den der Prophet auf sie anwandte. Aber gepriesen sei die heilige, zurechtbringende Gnade! Jetzt schien auch für sie jener „siebente Tag“ gekommen zu sein, da zum zweiten Male das Entsündigungswasser einer göttlichen Gnadenbotschaft auf sie gesprengt wurde und Gott sie für rein erklären konnte. „Von diesem Tag an will Ich segnen!“ lautet die göttliche Verheißung.

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