BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1922
September 1922

Montag, den 4. September 1922


Haggai 1,9-11

In Seiner Weisheit und wohlzuverstehenden Strenge läßt Gott der Ermutigung in V. 7 und 8 erneute Zurechtweisung, ja wiederholt einen ernsten Vorwurf folgen. Es mußte den Juden eindrücklich gemacht werden, wie sehr und warum sie unter dem göttlichen Unsegen standen. Hatten sie Aussichten und Hoffnungen auf eine gute Ernte gehabt, so war es wenig geworden. Und in das Wenige, das sie in die Scheunen heimbrachten, blies Gott hinein, so daß es wie Spreu vor dem Winde zerstob - bald nichts mehr davon übrig war. Was war der Grund? - Manche Kinder Gottes gehen monate-, ja, jahrelang über Mißstände in ihrem inneren oder äußeren Leben hinweg, ohne auch nur einmal ernstlich zu fragen: Warum ist das so? Woher kommt das? Was hat Gott mir damit zu sagen? Was will Er mich erkennen lassen? - Im rechten, demütigen und bußfertigen Geist sollten wir bitten, wie Hiob: „Herr, laß mich wissen, worüber Du mit mir rechtest!“ (Hiob 10,2; vgl. Ps. 77,1-9.) - Ja, was war der Grund der göttlichen Züchtigungen in Haggais Tagen? Der Juden Selbstsucht, ihre Mißachtung und Vernachlässigung Gottes und Seines Hauses. Dieses lag seit Jahren wüste, unfertig im Rohbau da und niemand kümmerte sich darum - man war diesen Anblick ganz gewöhnt! - während jeder auf die Instandhaltung und den Schmuck des eigenen Hauses das größte Interesse, den größten Eifer verwandte.

Es ist tieftraurig, wenn irdischer Sinn, Welt- und Geldliebe die Oberhand gewinnen im Volke Gottes und der Herr klagen muß über Lauheit und Trägheit Seiner Sache gegenüber! (Lies Luk. 14,33; 16,13; 17,33; 1. Joh. 2,15.16; 5,4.5; Phil. 3,17-21; 1. Tim. 6,6-11; 20.21; 2. Tim. 4,10.) „Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele? Oder, was kann der Mensch geben, damit er seine Seele wieder löse?“ (Matth. 16,26.) Unser Abschnitt zeigt uns und die Erfahrung bestätigt es, daß unser Gott Mittel genug in der Hand hat, Sein untreues Volk zu züchtigen und Seinem heiligen Unwillen über Seine undankbaren Kinder Ausdruck zu geben. Menschen und Umstände, ja, selbst Himmel und Erde müssen Ihm da zu Diensten stehen!

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