BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1922
Mai 1922

Dienstag, den 30. Mai 1922


Zephanja 3,1.2

Schlimmer als alle Greuel der Nationen dieser Welt ist die Sünde des Volkes Gottes. Der Prophet muß Jerusalem, die Stadt des lebendigen Gottes, als eine „Widerspenstige, Befleckte, Gewalttätige“ anreden und ihr von Gott das „Wehe!“ zurufen. Ist es nicht furchtbar, wenn Gott Seinem Volke, das sich Sein Zeugnis auf Erden nennt, Widerspenstigkeit, Befleckung, Tyrannei zum Vorwurf machen muß? - Es besteht eine erschreckende Ähnlichkeit zwischen diesem Wehe über Jerusalem und demjenigen in Offenb. 17 und 18 über Babylon, die abtrünnige Kirche. Wir Kinder Gottes müssen sorgfältig das eigene Herz und Leben prüfen, ob da nicht manches ist, was an die genannten Sünden Jerusalems erinnert! - V. 2: Ungehorsam - Nicht-hören-wollen auf die Stimme Gottes und derer, die Er sendet - ach, das ist ein Grundschaden bei Kindern Gottes - das Zeichen tiefer innerer Krankheit - der Weg zum Verderben. (Lies Spr. 4,1.2; 5,11-14; Jer. 32,33; 35,13.17.) Wie einfach und gesegnet ist dagegen der kindliche, gewissenhafte Gehorsam, aus ihm fließt Friede und Wohlergehen. - Zuchtlosigkeit ist der Stempel unserer Zeit, unseres Volkslebens, und viel von diesem Übel ist auch in die Kreise des Volkes Gottes eingedrungen. Der Heilige Geist aber ist ein Geist der Zucht, der Ordnung, der Unterordnung unter Gott und auch der willigen, gegenseitigen Unterordnung. Herr, gib den Geist der Zucht und des Gehorsams in mein Herz, in meinen Wandel, in mein Haus und meine Familie! - Auch Mangel an Vertrauen muß der Herr Jerusalem zum Vorwurf machen. Ist Er in all Seiner Gnade und Treue nicht unseres vollsten Vertrauens wert? Sind wir nicht glückselige Leute, wenn man von uns sagen kann: „Sie gehorchen und vertrauen ihrem Gott kindlich und völlig!“?

„Ihrem Gott hat sie sich nicht genaht (oder sich nicht zu Ihm gehalten)!“ Wer dem Herrn nicht (oder nicht mehr) vertraut, der naht Ihm auch nicht oft und nicht gern. Gott liebt die Seinen und will sie nahe bei Sich haben - sie immer wieder vor Sein Angesicht treten sehen. Er hat das Blut Seines Sohnes fließen lassen, um uns nahe zu Sich zu bringen und Sein Herz verlangt allezeit nach uns. Wie schmerzlich, wenn der Heilige Geist über einen Jünger, eine Jüngerin klagen muß: „Ihrem (seinem) Gott hat sie (er) sich nicht genaht!“ (Vergl. dagegen Ps. 73,28.)

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