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JAHRGANG 1922
Februar 1922

Dienstag, den 14. Februar 1922


Zephania 1,7b-11

Das göttliche Strafgericht wird hier mit einer Opferschlachtung verglichen. (Vgl. Jes. 34,5-8; Jer. 46,10; Hes. 39,17-20.) Das Opfer, welches zum Tode, d. h. zum Untergang bestimmt ist, ist das jüdische Volk. Die zum Opfermahl Geladenen sind heidnische Völker, die Gott zum Kriege „geheiligt“, d. h. durch Seinen heiligen Ratschluß bestimmt hat, daß sie das heillos abtrünnige Juda verzehren sollen! (Vgl. Jes. 13,1-8; Jer. 22,7-9.) Das Gericht wird die Abgöttischen und Sünder jeglichen Standes im Volk treffen. Zuerst kommen die Hochgestellten - vor allem die Fürsten und die Prinzen des königlichen Hauses an die Reihe. (Der König selbst - Josia - wird nicht genannt, da er ja in den Wegen des Herrn wandelte und wegen seiner Frömmigkeit und Gottesfurcht den Anbruch des Gerichts nicht erleben sollte! 2. Chron. 34,26-28.) Sie hätten dem Volke Vorbilder sein sollen; statt dessen hatten sie heidnische Sünden und Sitten eingeführt und waren dem Volke Verführer - Verderber geworden. (V. 8.) Mit heiligem Recht straft Gott immer die Verführer weit schwerer als die Verführten! Er sagt: „Wehe der Welt der Ärgernisse wegen! ... Wehe dem Menschen, durch welchen Ärgernis kommt!“

Das „Über-die-Schwelle-springen“ soll ein gewaltsames räuberisches Eindringen in die Häuser darstellen. Es gab genug gewissenlose Fürstendiener - Menschenknechte, die durch Betrug und Gewalttat ihre Herren und jedenfalls gleichzeitig sich selbst bereicherten. - Manche Ausleger vermuten jedoch in diesem Ausdruck eine Anspielung auf die abergläubische Sitte der Philister, die Tempelschwelle ihres Gottes Dagon zu überspringen (1. Sam. 5,5), was vielleicht in Juda nachgeahmt wurde. - V. 10 u. 11: Keine Bevölkerungsklasse, keine Stadtgegend Jerusalems wird vom göttlichen Zorn verschont werden! Das Fischtor war im Nordosten bei der Unterstadt, wo die Geringen wohnten. (Neh. 3,3; 12,39.) Auch von den Hügeln, welche die Unterstadt umgeben - Bezetha, Gareb u. a., Jer. 31,39 - wird am Gerichtstage lautes Geschrei, Heulen und große Zertrümmerung gehört werden. - „Maktesch“, d. h. „Mörser“, hieß der Talkessel in Jerusalem, welcher heute „Mühlental“ genannt wird. Dieser Name „Mörser“ oder „Stampfmühle“ gewann für den Propheten weissagende Bedeutung; er denkt dabei an das Schicksal der in diesem engen Stadtteil wohnenden Händler und Geldmänner, die so echte „Schacherjuden“ waren und das Volk aussogen. Sie sollten vom göttlichen Gericht vernichtet - zerstampft werden. Sie, die stets mit Silber beladen von ihren Wuchergängen heimgekommen waren, sollten gänzlich ausgerottet werden. („Krämervolk“ kann auch „Kananiter“ oder „Phönizier“ heißen, weil die Juden von jenen Handelsvölkern das Schachern und Aussaugen gelernt hatten!) Herr, löse mich von allem irdischen, weltlichen, sündlichen Tun und Treiben!

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