BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1921
August 1921

Montag, den 8. August 1921


Habakuk 1,13-17

Der Prophet kennt Gott als den Heiligen, dessen Augen das Böse nicht ansehen, d. h. nicht ertragen können. Viele Gläubige der Jetztzeit haben bei weitem nicht ein solch tiefes Empfinden von der erhabenen Reinheit und Heiligkeit Gottes! Möchten sie von Habakuk lernen! (Lies Jes. 6,1-4; 2. Mose 15,11; Offenb. 4,8-11.) Der Prophet kann gar nicht begreifen, daß Gott so ruhig zusehen kann, wie Räuber das Bundesvolk überfallen und verderben - wie gottlose Weltmächte die kleinen hilflosen Staaten, vor allem Juda, in ihren Netzen fangen. Schonungslos erdrosselten sie sie und taten sich noch etwas darauf zugute, sich auf solche Weise glänzend bereichert zu haben!*) - Wohl besonders der Umstand, daß der Gerechte mit dem Ungerechten zu leiden hatte, schien dem Propheten unvereinbar mit der göttlichen Heiligkeit. Wie Fische im Meer, wie das Gewürm, das niemand achtet, kamen die Menschen durch Gewalttat und Raubsucht der Mächtigen um. Hatte Gott kein Auge, kein Herz dafür? Habakuk hatte das vollste Vertrauen zu seinem Gott und brachte Ihm tiefe Ehrfurcht entgegen. Deshalb ließ er in seinem Herzen keinerlei Zweifel aufkommen an Gottes Gerechtigkeit und Weisheit oder an Seiner Liebe, wie das heute so viele tun - selbst solche, die sich für fromm ausgeben! Nein, er war sich seiner Kurzsichtigkeit bewußt und wandte sich mit seinen inneren Schwierigkeiten und Fragen an die einzig richtige Adresse - an seinen Gott Selbst. Der Psalmensänger Asaph war in ähnlichen inneren Schwierigkeiten. (Lies Ps. 73.) Aber sie lösten sich, als er eintrat in das Heiligtum der Gegenwart Gottes und - von Gott Selbst unterwiesen - alles ansehen lernte im Licht der nahen Ewigkeit!

*) Luther bemerkt treffend zu dieser Stelle: „Diese Angel, Netze und Garn sind nichts anderes denn seine großen, mächtigen Heere, damit der Chaldäer alle Länder und Leute genommen und aller Welt Güter, Kleinod, Silber und Gold, Zinse und Renten zu sich gen Babylon gezogen hat!“

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