BIBELLESEZETTEL von Chr. von Viebahn

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JAHRGANG 1918
Februar 1918

Montag, den 11. Februar 1918


Hosea 12,13-15

Um dem Volke seinen schmählichen Undank gegen seinen Gott so recht vor Augen zu führen, wird es daran erinnert, wie sein Stammvater Jakob als ein armer Flüchtling nach Aramäa (oder Syrien, Teil von Mesopotamien) wandern und bei Laban viele Jahre hindurch den mühsamen Hirtendienst versehen mußte. (1. Mose 31,38-42.) Wie hatte doch Gott seine Nachkommen groß gemacht! Er hatte sie durch den geistesmächtigen und fürsorgenden Propheten Mose mit Wundern und Zeichen aus Ägyptens Sklaverei befreit und sie in der Wüste durch ihn führen, hüten und versorgen lassen, bis sie das gute Land Kanaan in Besitz nahmen. Aber wie hatte das Volk all diese wunderbare Güte vergolten? Mit schnödem Undank erzürnte es seinen liebenden Gott bitterlich! - Dieser Undank wird ihm als schwere Blutschuld*) angerechnet und heimgesucht werden. Die Schmähung und Schmach, welche Israel durch seinen Götzendienst und seine sonstigen Sünden auf den Namen Jehovas gebracht hat, soll nun ihre gerechte Vergeltung finden. - Seit dem Paradiese zeigt sich die Undankbarkeit als ein Grundzug des menschlichen Herzens. Je größer die Barmherzigkeit, das Wohlwollen und die Güte ist, welche Gott oder Menschen einem Menschenkinde erzeigen, desto undankbarer erweist es sich häufig. Selbst unter dem Volke Gottes ist es oft so - es gibt sehr undankbare Kinder Gottes! Das ist tieftraurig; denn Undankbarkeit ist eine schwere Sünde, die sich rächen wird! Dem Undankbaren kann es auf die Dauer nicht gut gehen. Dankbarkeit dagegen ist von Segen begleitet; wer sich für göttliche oder menschliche Wohltaten von Herzen und mit der Tat dankbar erzeigt, der empfängt mehr! - Nur die Gnade und der Geist Gottes vermögen aufrichtige Dankbarkeit in einem Menschenherzen und -leben zu bewirken. Sie ist eine köstliche, aber seltene und doch von Gott so sehr gesuchte Tugend. (Ps. 50,23; 92,1 [Luther 92,2]; Kol. 1,12; 3,17; Eph. 5,20.) Dankbarkeit und Demut gehen stets miteinander, während Undankbarkeit immer mit Hochmut gepaart ist und aus demselben entspringt. - HERR, wirke in meinem Herzen und Leben wahre Dankbarkeit!

*) Ähnlich wird im Neuen Testament Haß als eine Blutschuld - wie Totschlag angesehen. Matth. 5,21.22; 1. Joh. 3,15.

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